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Steigende Kinderzahl in Schule und Hort – Herausforderung für Bennewitz

Die Grundschule in Bennewitz: Durch Aufstocken des linken Gebäudeteiles könnte mehr Platz in Schule und Hort (rechts) gewonnen werden.

Die Grundschule in Bennewitz: Durch Aufstocken des linken Gebäudeteiles könnte mehr Platz in Schule und Hort (rechts) gewonnen werden.

Bennewitz. Die Kinderzahlen in der Gemeinde Bennewitz steigen. 2015 gab es 41 Geburten, 2016 schon 49 und vergangenes Jahr 47. „Schön“, kommentiert das Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) – und hat damit doch zugleich ein gehöriges Problem auf dem Tisch: Die Kapazität in den Kindereinrichtungen muss angepasst werden. In Deuben passiert dies im Moment mit einem Verbindungsbau zwischen beiden Gebäuden der Kita. Eine Lösung, über der lange getüftelt wurde. Und bei Grundschule und Hort in Bennewitz dürfte ebenfalls eine Menge Einfallsreichtum gefragt sein.

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Auflage des Landesjugendamtes

Aktuell besuchen 159 Kinder die Schule – pro Klassenstufen gibt es zwei Klassen –, und 50 weitere wohnen in der Gemeinde, die 2020 eingeschult werden. „Es ist damit zu rechnen, dass Schule und Hort künftig mit einer Kinderzahl von circa 180 arbeiten müssen“, sagt Laqua. Aber es geht nicht nur darum, mehr Platz zu schaffen. Sondern auch darum, die gemeinsam genutzten Klassenzimmer so auszustatten und zu nutzen, „dass sie sowohl dem Schulbetrieb als auch den Freizeitinteressen der Kinder im Hort gerecht werden“, betont er. Das hat das Landesjugendamt der Gemeinde im Dezember, bei der jüngsten der aller fünf Jahre stattfindenden Kontrollen, ins Hausaufgabenheft geschrieben. Diese Auflage ist „schnellstmöglich“ umzusetzen, will sie einen Widerruf der Betriebserlaubnis vermeiden.

Schule hat sich ausgedehnt

Dabei nennt die Grundschule das Objekt an der Bahnhofstraße erst elf Jahre ihr Eigen. 2007 war sie von Deuben in das nach Abwicklung der Mittelschule frei gewordene Haus gezogen. Das Manko aus heutiger Sicht: Für den Umzug gab es kein Raumkonzept. "Man hat sich über mehr Platz gefreut und sich ausgedehnt", sagt Laqua. Und so nutzt die Schule auch beide Hortgebäude mit. Im Langbau entlang des Schulhofes sind zwei Klassen- und ein Lehrerzimmer untergebracht – was natürlich Konflikte birgt, wenn der Hort im selben Raum nachmittags an mehrtägigen Projekten bastelt –, im L-Bau findet die Schulspeisung statt. Momentan stehen der Schule damit 13 Klassenzimmer mit rund 900 Quadratmetern zur Verfügung und acht Verwaltungsräume mit zusammen 300 Quadratmetern.

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„Herausforderung wird sein, die pädagogischen Konzepte von Schule und Hort so zu vereinbaren, dass sich die Kinder im Hort frei entfalten können.“ Das sei schwer, aber nicht unmöglich, meint Laqua. Die Fachkabinette für Musik und Kunst beispielsweise könnten problemlos Unterricht wie Ganztagsangeboten Platz bieten. Der Bürgermeister hat aber auch schon ein paar Ideen, um die Grundschule aus dem Hortgebäude herauszunehmen. „Ein Anbau ist dabei die letzte Option“, betont er mit Blick auf die Gemeindekasse, aus der auch noch brandsichere Umkleiden für Schüler bezahlt und die weitere die Digitalisierung der Grundschule vorangetrieben werden muss.

Mensa unterm Dach

Momentan wird der Dachboden des Schulhauses nur zum Abstellen genutzt. Die Etage im linken Gebäudeteil, auf der sich die ehemalige Hausmeisterwohnung befindet, könnte auf die Höhe des übrigen Gebäudes aufgestockt und unter dem dann durchgängigen Dach die Mensa untergebracht werden. Ein Außenlift könnte für den Essentransport angebaut werden. Vor allem aber würde letzterer das Haus gleichzeitig inklusionsfähig machen, denn nach dem neuen Schulgesetz, das seit 2017 in Etappen umgesetzt wird, werden Kinder mit möglichem sonderpädagogischem Förderbedarf generell ab 2023 in Klassenstufe 1 der Grundschule eingeschult, sofern der Landtag dies nach der Erprobungsphase bestätigt.

Um nicht durch viele, gegebenenfalls widersprüchliche Einzelbaumaßnahmen unbefriedigende Ergebnisse zu erzielen, hat der Gemeinderat die Gründung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Diese soll ein Konzept erstellen, aus dem sich die einzelnen Baumaßnahmen ableiten lassen, „mit denen wir“, so Laqua, „den Anforderungen langfristig gerecht werden können“. In der AG arbeiten neben ihm und Bauamtsleiterin Birgit Hardegen die Gemeinderäte Siegfried Pohl (CDU) und Klaus-Dieter Kaschmierzeck (Linke), Schulleiterin Manuela Wünscher und Hortleiter Lars Werner sowie das Wurzener Architekturbüro Kewitz mit, das in der Gemeinde bereits beim Umbau der Kita Deuben und des alten Gasthofes in Bennewitz zum betreuten Wohnen Regie führt. „Mitte dieses Jahres soll die Konzeption vorliegen, um erste Maßnahmen in den Haushalt 2019 einzutakten und Fördermittel zu akquirieren“, setzt Laqua eine Zielmarke.

Von Ines Alekowa

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