Nach Fußballspiel

Vermummte greifen Demokratie-Verein in Wurzen mit Bierflaschen an

Vermummte Personen haben am Sonntag das Haus des Netzwerks für Demokratische Kultur in Wurzen attackiert.

Vermummte Personen haben am Sonntag das Haus des Netzwerks für Demokratische Kultur in Wurzen attackiert.

Wurzen. Eine Gruppe schwarz gekleideter und teilweise vermummter Personen hat am Sonntagabend gegen 18.15 Uhr das Gebäude des Netzwerks für Demokratische Kultur (NDK) am Wurzener Domplatz angegriffen. Wie die Polizei am Dienstag auf LVZ-Nachfrage sagte, seien dabei Überwachungskameras zerstört und entwendet worden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Außerdem sollen die derzeit noch unbekannten Täter mehrfach gegen die Haupteingangstür getreten und Bierflaschen auf das Haus geworfen haben. An Tür und Fassade entstand Sachschaden.

Netzwerk für Demokratische Kultur hat Anzeige erstattet

Der geschädigte Verein hatte am Montagvormittag bei der Polizei Anzeige erstattet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt sagte, sei naheliegend, dass der Vorfall in Zusammenhang mit dem kurz zuvor abgepfiffenen Fußballspiel in der Landesklasse Staffel Nord zwischen Frisch Auf Wurzen und Roter Stern Leipzig gestanden haben könnte. Das müsse nun geprüft werden, hieß es. Verletzt wurde durch den Angriff niemand.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie eine Sprecherin des NDK bestätigte, war zum Zeitpunkt der Attacke niemand in dem Vereinshaus. Man habe die Kameraaufzeichnungen den Beamten zur Auswertung übergeben.

Vor drei Jahren wurde das Büro des Netzwerks für Demokratische Kultur in Wurzen schon einmal angegriffen

Vor drei Jahren wurde das Büro des Netzwerks für Demokratische Kultur in Wurzen schon einmal angegriffen.

Das Büro des Vereins wurde bereits mehrfach Ziel von Angriffen, zuletzt 2016. Damals hatten Unbekannte die Fensterscheiben des Gebäudes eingeschlagen.

Fußballverein Frisch Auf Wurzen distanziert sich von Randale

Daniel Weist, Präsident von Frisch Auf Wurzen, zeigte sich bestürzt. Einmal mehr werde sein Fußballverein in Verbindung mit Vorkommnissen erwähnt, die alles andere als mit Sport zu tun hätten. „Wiederholt mussten wir erleben, wie unser Stadion als politische Bühne herhalten musste. Das bedauern wir, davon distanzieren wir uns.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Verein hatte alle Voraussetzungen geschaffen, damit es während des Spiels nicht zu Auseinandersetzungen kommt. Gästemannschaft und deren Fans mussten hermetisch vom eigenen Lager getrennt werden, beschreibt Daniel Weist die behördlichen Auflagen: „Während sich die Teams sonst Wand an Wand umziehen, stellte die Stadt Wurzen eigens für dieses Sicherheitsspiel im Mehrzweckgebäude an der Schwimmhalle einen Extra-Kabinentrakt zur Verfügung.

Vermeintliche Wurzen-Anhänger nur einmal in der Saison auf dem Platz

Es gab im Vorfeld eine Regieberatung, außerdem musste ein Hausmeister abgestellt werden. Hinzu kamen ein räumlich getrennter Einlass, Leibesvisitationen und Bauzäune für Pufferzonen hinter den Toren.“ Besagte 70 Personen, die sich als Wurzen-Anhänger ausgaben, kämen nur einmal im Jahr ins Stadion – zum Spiel gegen Roter Stern, schüttelt Weist den Kopf. Sein Verein wende sich entschieden gegen jede Form von politischem Extremismus, ob von links oder rechts, betont der Präsident.

Die Polizei teilt mit, dass eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen sei. Sie bittet in diesem Zusammenhang um Mithilfe: Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder zu den unbekannten Tätern geben können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Grimma, Köhlerstraße 3 , unter der Telefonnummer 03437 708925100 zu melden.

Von Haig Latchinian

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen