Zehn neue Hinweise

XY... ungelöst: Vermissten-Fall aus Wurzen bewegt ZDF-Zuschauer

Der Fall der seit 1993 vermissten Cordula Keller (Foto auf dem Bildschirm hinten, damals 22) war am Mittwoch Inhalt der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, moderiert von Rudi Cerne (m.). Ihre Schwester Ramona Starke (l.) und Ermittler Ingo Schubert von der Polizei Grimma waren in der Sendung und hoffen auf neue Hinweise.

Der Fall der seit 1993 vermissten Cordula Keller (Foto auf dem Bildschirm hinten, damals 22) war am Mittwoch Inhalt der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, moderiert von Rudi Cerne (m.). Ihre Schwester Ramona Starke (l.) und Ermittler Ingo Schubert von der Polizei Grimma waren in der Sendung und hoffen auf neue Hinweise.

Mainz/Wurzen. Der Fall der seit fast 24 Jahren verschwundenen Cordula Keller aus Wurzen war am Mittwochabend Thema einer Spezialausgabe von „Aktenzeichen XY... ungelöst“ unter dem Titel „Wo ist mein Kind?“. Wie Ingo Schubert von der Kripo Grimma am Donnerstag gegenüber LVZ.de mitteilte, hätten sich zehn Anrufer bereits während der ab 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlten Fahndungssendung bei der Polizei gemeldet. „Wir gehen jedem einzelnen Hinweis nach.“

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Eines der letzten Fotos von Cordula Keller

Eines der letzten Fotos von Cordula Keller. Am 15. Oktober 1993 gegen 7.30 Uhr wurde sie in Wurzen zuletzt gesehen. Danach verlor sich ihre Spur.

Seit einer halben Ewigkeit sucht der Polizeibeamte nach der heißen Spur. Schubert ist zu verdanken, dass das ZDF Cordulas rätselhaftes Verschwinden und damit einen der wohl spektakulärsten Vermisstenfälle Sachsens aufgriff. Uwe Voigt, Leipzigs Polizeisprecher, ist voll des Lobes über seinen Kollegen: „Der Fall Cordula hat ihn nie losgelassen. Nichts ließ er unversucht.“

Am 15. Oktober 1993 wurde die damals 22-jährige Cordula Keller in Wurzen das letzte Mal gesehen. In der Livesendung aus München wurden immer wieder Interviewschnipsel von Solveig Fuhrmann eingespielt, ihrer damals besten Freundin. Persönlich war Fuhrmann im TV-Studio aber nicht dabei. Solveig war es, die ihrer Freundin an jenem Abend im Oktober mit einem Rucksack aushalf. Cordula wollte mit ihrem Marco W., genannt Bruno, zu dessen Tante nach Thüringen trampen. Dort aber kam sie nie an. 1997 beging ihr Freund Suizid und warf sich vor einen Zug.

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13 Jahre nach Cordulas Verschwinden klingelt bei Freundin Solveig mitten in der Nacht das Telefon. Ein anonymer Anrufer sagt, Cordula sei umgebracht worden, liege im „tiefen, tiefen Dunkel“. Daraufhin beordert Ermittler Schubert tagelang Taucher in den Steinbruch am Wurzener Spitzberg, lässt ein verdächtiges Blumenbeet umgraben und öffnet mehrere Kontrollschächte an der Mulde. Doch – ohne Erfolg. Leider habe man den unbekannten Mann am anderen Ende der Leitung nicht zurück verfolgen können, hieß es.

Von dem ominösen Anruf erfuhr Veronika Bänisch erst kurz vor der Sendung. Sie war genauso wie Ramona Starke im Studio. Die beiden älteren Schwestern von Cordula schließen ein Gewaltverbrechen nicht aus.

Im Schnitt verfolgten 4,81 Millionen Zuschauer die von Rudi Cerne moderierte Sendung. Ingo Schubert appellierte im Fernsehstudio an das Millionenpublikum: „Wer hat Cordula am Morgen des 15. Oktober gesehen. Jeder Hinweis, jede kleine Beobachtung kann helfen. Melden Sie sich bitte bei der Polizei. Die Familie hat ein Recht auf Klarheit.“

Kontakt Polizei Leipzig: 0341/96646666, hier geht's zum Beitrag in der ZDF-Mediathek (ab Minute 17:15).

Warum ihre einst beste Freundin Solveig Fuhrmann nicht im TV-Studio sein konnte und mehr über die Gründe, die vermutlich hinter dem Selbstmord von Cordulas damaligem Freund stecken, lesen Sie in einem Hintergrund-Beitrag auf LVZ.de oder in der E-Paper- sowie Print-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 2. Juni 2017.

Von Haig Latchinian

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