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Offizielle Einweihung in Leipzig

665 Meter: Lindenauer Hafen mit Karl-Heine-Kanal verbunden

Die Verbindung zwischen Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal ist am Donnerstag mit einem Bürgerfest offiziell eingeweiht worden.

Die Verbindung zwischen Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal ist am Donnerstag mit einem Bürgerfest offiziell eingeweiht worden.

Leipzig.Seit Donnerstag ist der Lindenauer Hafen offiziell mit dem Karl-Heine-Kanal verbunden. Der „Hafen ohne Wasseranschluss“ sei damit Geschichte, sagte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) mit Verweis auf den Bauabbruch im Zweiten Weltkrieg. Der Politiker sieht darin nicht nur eine Erweiterung des Leipziger Gewässernetzes, sondern auch eine Basis, damit sich in der unmittelbaren Umgebung ein attraktives Wohnquartier entwickelt.

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Die Arbeiten an der 665 Meter langen Verbindung hatten im September 2012 begonnen. Seither wurden etwa 200.000 Kubikmeter Erde bewegt, 50.000 Quadratmeter Fläche neu gestaltet und rund zehn Millionen Euro investiert. Im Januar 2015 startete die Flutung der zwischen zehn und zwölf Meter breiten Kanalrinne. Nun sind auch die Pflanz- und Oberflächenarbeiten fast abgeschlossen, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Am Donnerstag wurde die Eröffnung mit einem Bürgerfest gefeiert, die ersten Boote fuhren ein.

Überlegungen, Leipzig an überregionale Gewässer anzuschließen, gibt es schon lange. Der Karl-Heine-Kanal wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Die Pläne zielen darauf ab, die sächsische Metropole letztlich mit Hamburg zu verbinden. Doch dafür sind noch einige Hürden zu überwinden. So soll 2017 nördlich des Lindenauer Hafens ein weiterer Durchstich die Verbindung zum Elster-Saale-Kanal herstellen. Danach fehlen zusätzliche neun Kilometer Kanal in der Nähe von Leuna, um einen durchgängigen Wasserweg an die Nordseeküste zu öffnen.

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Nachdem die Konzepte über Jahrzehnte in der Schublade verschwanden, hauchte ihnen die Leipziger Bewerbung um Olympia 2012 neues Leben ein. Seit 1998 wurden die Planungen wieder vorangetrieben, am Lindenauer Hafen sollte das Olympische Dorf entstehen. Nach der gescheiterten Bewerbung um die Spiele gab Leipzig das Vorhaben nicht auf, wandelte die Pläne aber ab.

Einschränkungen wegen des Eisvogels

Mit der Anbindung des Hafens an den Karl-Heine-Kanal besteht nun auch aus dem Leipziger Westen eine durchgängige Verbindung zu den Seen im Süden der Stadt. Vollkommen freie Fahrt haben Boote jedoch nicht. Bis zum 30. September dürfen Kajaks und Kanus den Floßgraben nur zu bestimmten Tageszeiten passieren, motorisierte Boote sind gänzlich verboten. Grund ist der hier brütende und streng geschützte Eisvogel.

Neben der wassertouristischen Nutzung spielt für die Stadtverwaltung auch die Aufwertung des Gebietes um den Lindenauer Hafen eine Rolle. Parallel zu den Arbeiten am Kanal seien die Voraussetzungen für den Bau von 400 Wohnungen sowie zur Ansiedlung von Gastronomie und Gewerbe geschaffen worden, sagte Bürgermeister Rosenthal. Nach Ansicht von Siegfried Schlegel, Stadtrat der Linken, können nun „die Stadtteile Grünau und Lindenau zusammenwachsen“.

Allerdings gestaltet sich die Suche nach Investoren schwierig. Erst Anfang Mai erklärte das Immobilienunternehmen Arcadia seinen Rückzug, auch eine Selbstnutzerinitiative fand nicht genügend Interessenten. Die Stadt will die Baulose nun neu vergeben und geht davon aus, dass im Oktober dennoch die ersten Arbeiten beginnen.

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