Kommentar

Abfallflut in Leipzig: Folge von Egoismus und Wohlstands-Verwahrlosung

Vermüllung im Leipziger Lene-Voigt-Park: Das Abfall-Aufkommen lässt sich kaum noch beherrschen.

Vermüllung im Leipziger Lene-Voigt-Park: Das Abfall-Aufkommen lässt sich kaum noch beherrschen.

Leipzig. Aufgerissene Pappkartons, ein kaputter Plastikeimer, ein verschmutztes Laken: Wer an manchen Tagen im Lene-Voigt-Park den „Tauscho“ passiert, den packt das kalte Grausen. Rund um den Metallschrank, errichtet als Ort zum Tausch von Kleidung und Gebrauchsgegenständen, verschandelt Müll das Bild des Erholungs-Areals.

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Ein grundsätzlich lobenswertes Projekt wird hier untergraben. Vor einem Jahr wurde jener Schrank aufgestellt, um Verbraucherinnen und Verbrauchern Kosten für Neuanschaffungen zu ersparen, Nachhaltigkeit zu fördern – und somit auch Verpackungsmüll zu verhindern. Ausgerechnet dieser Ort wird zum Problem durch Abfall und Vandalismus.

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Ist Entsorgung zu anstrengend?

Es ist bei Weitem nicht der einzige in Leipzig. Ob Rosental, Sachsenbrücke, Palmengarten oder Plätze in der Innenstadt – überall werden Papierkörbe bis zum Überquellen vollgestopft, in einem nie gekannten Maß. Oder sie werden gleich missachtet. Abfall bei oder nach Treffen im Freien zu entsorgen, ist offenbar entweder uncool oder zu anstrengend. Das schlimmste Pseudo-Argument: "Das kann die Stadt machen, dafür zahle ich doch Steuern."

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In dem Maß, in dem Egoismus und die Mentalität des Nehmens die Denkleistung zur Eigenverantwortung übersteigt, wächst die Wohlstands-Verwahrlosung – und damit die der Umgebung. Wer sie zumüllt, dem fehlt es an Respekt gegenüber der Natur, anderen Parkgästen und nicht zuletzt gegenüber dem Personal der Stadtreinigung, das rund um die Uhr eine Sisyphusarbeit leistet – und dafür manchmal noch dumme Kommentare kassiert.

Wenn manche es schon nicht auf die Kette kriegen, Einwegverpackungen zu vermeiden, sollte es wenigstens möglich sein, sie später zu entsorgen. Alles andere ist erbärmlich.

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