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Wegen Umbaus

Alle 3000 Fische aus Leipziger Zoo-Aquarium verschwunden

Kaputtes Dach und viel Rost: Im Raum über den nach oben offenen Aquarien zeigen Zoo-Chef Jörg Junhold (rechts) und Kurator Fabian Schmidt die Nässeschäden.

Kaputtes Dach und viel Rost: Im Raum über den nach oben offenen Aquarien zeigen Zoo-Chef Jörg Junhold (rechts) und Kurator Fabian Schmidt die Nässeschäden.

Leipzig. Seit 1. Januar ist es geschlossen. Soeben zogen die letzten der fast 3000 Fische und sonstigen Individuen aus dem

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Aquarium im Leipziger Zoo

aus. Mit 460 Arten gehörte die Einrichtung bislang zu den vielfältigsten Aquarien in Deutschland, erklärt Kurator Fabian Schmidt. Doch die Nässeschäden im Haus wurden immer gravierender. Ursachen dafür: ein undichtes Dach, Konstruktionsfehler im Übergangsbereich zwischen dem alten Aquarium von 1910 sowie dem 1992 eröffneten Neubauflügel. Und nicht zuletzt das jahrzehntelang zirkulierende Salzwasser.

Der Übergang zwischen dem alten Aquarium (rechts) und dem Anbau von 1992 (links) hat statische Probleme, Nässeschäden und keinerlei Dämmung. Davor soll es künftig zwei Teiche mit Koi-Karpfen geben.

Der Übergang zwischen dem alten Aquarium (rechts) und dem Anbau von 1992 (links) hat statische Probleme, Nässeschäden und keinerlei Dämmung. Davor soll es künftig zwei Teiche mit Koi-Karpfen geben.

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"Die Technik ist komplett veraltet. Überall hat sich Rost in die Träger gefressen", stellt Zoo-Chef Jörg Junhold fest. Wie berichtet, wird das Ensemble ab 20. Januar für zehn Millionen Euro saniert, umgebaut und modernisiert. Doch zuvor brauchten die bisherigen Bewohner ein neues Zuhause. "Wir haben frühzeitig etwa 40 Zoos angeschrieben und über die Bestände, die wir abgeben wollen, informiert", berichtet Kurator Ulrich Graßl. Anhand der Liste konnten sich dann die jeweiligen Einrichtungen, die bestimmte Arten wollten, melden. Bereits Anfang November – als die Pinguine nach Berlin wechselten – begann auch der Auszug aus dem Aquarium. Ein Teil der Fische – so die Riesen-Guramis, Falterfische, Nagasakifische, Kaiserfische und Süßwasserrochen – wurde im rückwärtigen Teil von Gondwanaland untergebracht.

Zitteral zog nach Stuttgart, Netzmuräne nach Wrocław

Die meisten gelangten freilich in Tanks zu anderen Zoos – zum Beispiel nach Arnheim, Bernburg, Hamburg, Stuttgart, Rostock, Wien und Wrocław, sagte Graßl weiter. Die Tannzapfenfische und auch die Schwarzspitzenriffhaie aus dem 120 000 Liter fassenden Ringbecken würden für immer abgegeben, ebenso der Zitteraal (lebt nun schon in Stuttgart) und die Netzmuräne (im polnischen Wrocław). Hingegen kamen die Bambushaie nur vorübergehend zum Naturkundemuseum in Karlsruhe. „Nach der Fertigstellung des Hauses bekommen wir sie wieder. Auch die Doktorfische, die wir zunächst abgegeben haben, kehren nach Leipzig zurück.“

Für manche Arten würde ein erneuter Umzug nach zwei Jahren einfach zu viel Stress bedeuten. „Einige Fische haben wir für immer abgegeben, weil das Aquarium thematisch anders ausgerichtet wird“, so Graßl. „Für uns bedeutet das die Chance, die Artenvielfalt anschließend neu auszurichten. Auf Kaltwasser-Tiere werden wir künftig komplett verzichten, auch die Landschaftsaquarien fliegen raus. Dafür haben wir dann aber ein halbrundes Panoramabecken als neue Attraktion, in dem große Süßwasserrochen über die Köpfe der Besucher hinweggleiten.“

Benachbartes Terrarium bleibt weiter geöffnet

Nach Frankfurt am Main besitzt der Leipziger Zoo das zweitälteste Aquarium in Deutschland. Das Terrarium direkt nebenan wird erst später, in einem zweiten Bauabschnitt ebenfalls energetisch saniert. Vorläufig bleibt es also geöffnet.

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Übrigens führt Leipzig dort das Zuchtbuch für Stumpfkrokodile. In den vergangenen 14 Jahren wurden beachtliche Zuchterfolge bei dieser Art dokumentiert.

Von Jens Rometsch

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