Eutritzsch

Blindgänger in Leipzig entschärft – Die wichtigsten Informationen zur Fliegerbombe

Personen haben nach Evakuierungsmaßnahmen in der 35. Grundschule Unterschlupf gefunden.

Personen haben nach Evakuierungsmaßnahmen in der 35. Grundschule Unterschlupf gefunden.

Leipzig. Es war bereits der zweite Bombenfund an derselben Stelle in diesem Monat: Auf einer Baustelle im Leipziger Norden ist am Donnerstag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und in der Nacht zu Freitag entschärft worden. Die Fliegerbombe war am Vormittag im Bereich der Essener Straße/Delitzscher Straße gefunden worden. Am Mittag entschied der Kampfmittelbeseitigungsdienst: Die Bombe wird entschärft.

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Dafür mussten – wie schon vor zwei Wochen – alle Gebäude in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort evakuiert werden. Betroffen waren bis zu 10.000 Menschen, sagte Polizeisprecher Alexander Bertram der LVZ. Viele kamen in Notunterkünften unter, einige verbrachten die Nacht bei Freunden und Bekannten oder in Hotels. Nach mehr als zehn Stunden Evakuierung begann schließlich gegen 1 Uhr der Sprengmeister mit seiner Arbeit. Eine knappe halbe Stunde war es geschafft.

Auch Kitas und Pflegeheime von Evakuierung betroffen

Der Fundort ist derselbe wie am 3. Dezember. Einen Tag später wurde dort eine 250-Kilo-Bombe entschärft wurde. Auf dem Areal entsteht derzeit ein neues Polizeirevier. Die am Donnerstag gefundene Bombe ist etwa 150 bis 200 Kilo schwer und britischer Bauart. Sie war laut Polizei kurz nach 10 Uhr von einem privaten Bombensuchdienst entdeckt worden.

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Die Feuerwehr veröffentlichte am Nachmittag eine Karte, die den Evakuierungsbereich in den Stadtteilen Eutritzsch und Mockau zeigt. Anwohner wurden gebeten, umgehend ihre Wohnungen zu verlassen und nicht zu warten, bis Einsatzkräfte sie dazu auffordern.

Auch zehn Kindertagesstätten, mehrere Schulen, Pflegeheime und ein Teil des Klinikums St. Georg sind betroffen. Die Polizei bat Eltern, nicht die Kindertagesstätten anzufahren, sondern die entsprechende Notunterkunft. Drei wurden eingerichtet, sie befinden sich in der 35. Oberschule, in der 66. Schule und im Beruflichen Schulzentrum. Am Abend richteten die Leipziger Verkehrsbetriebe eine Buslinie ein, die zwischen der Haltestelle Gohlis-Nord und der 35. Oberschule pendelte.

Bürgertelefon eingerichtet

Vor zwei Wochen zog sich die Entschärfung bis in die Nachtstunden hin, da nicht alle Anwohner der Aufforderung folgten, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Entschärfung könne auch diesmal erst beginnen, wenn alle Menschen den Sperrkreis verlassen haben, betonte die Polizei. Die Essener Straße war voll gesperrt. Die Stadt hatte zur Evakuierung ein Bürgertelefon geschaltet.

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Kampfmittelbeseitigungsexperten aus Dresden trafen am späten Vormittag am Fundort ein und begutachteten den Zustand und die Größe des Blindgängers. Er war teilweise noch in der Erde eingegraben und konnte nicht abtransportiert werden.

Behinderungen bei den LVB

Zu Behinderungen kam es wegen des Bombenfundes auch bei den Straßenbahnen der LVB. Die Linie 12 fuhrt ab der Haltestelle Fritz-Seger-Straße zur Ersatzendstelle Gohlis-Landsberger Straße. Die Haltepunkte Lützowstraße und Gohlis-Nord wurden nicht bedient. Die 16 stoppt vorerst nicht mehr an den Haltestellen Eutritzsch-Zentrum, Mosenthinstraße, Essener Straße und Hornbach-Baumarkt. Auch der S-Bahn-Verkehr ist eingeschränkt. Der Haltepunkt an der Essener Straße wurd von den Linien S2 und S6 nicht angefahren.

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Von Robert Nößler und Matthias Roth/jhz

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