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Leipziger Buchmesse

Buchmesse – ein Eldorado für Diebe

Bücherklau bei der Leipziger Buchmesse: Je größer der Messestand, desto unübersichtlicher die Situation. Dreiste Diebe machen da schnell mal lange Finger und bedienen sich.

Bücherklau bei der Leipziger Buchmesse: Je größer der Messestand, desto unübersichtlicher die Situation. Dreiste Diebe machen da schnell mal lange Finger und bedienen sich.

Leipzig. Das Fazit von Uwe Lochmann fällt deutlich aus: „In Leipzig ist es besonders schlimm.“ Gemeint sind Diebstähle an Messeständen während der Leipziger Buchmesse. Seit 15 Jahren kommt Lochmann an die Pleiße, ist übers Jahr verteilt auch auf anderen Messen unterwegs. Seit jeher hat der Esslinger es vor allem in Leipzig mit dreisten Dieben zu tun. Die greifen sich in scheinbar unbemerkten Augenblicken Bücher aus den Regalen. Die meisten Übeltäter kommen damit aber nicht durch, werden geschnappt. „Mittlerweile fallen 70 Prozent meiner Personalkosten für Aufpasser an“, sagt Lochmann. Sein Stand „Sammlerecke Comics & Romane“ in Halle 1 nimmt eine große Fläche ein. „Es ist unmöglich, den Überblick zu behalten, wenn meine Leute im Gespräch sind oder an der Kasse arbeiten. Also brauche ich Personal, das sich nur darum kümmert, aufzupassen“, erläutert der Händler aus Baden-Württemberg. Zwei der Aufpasser sind Roman Rudi (24) und Sebastian Hübner (27). „Wir haben schon die verrücktesten Ausreden gehört“, berichten sie. Das Bezahlen vergessen, sich nur mal (weitläufig) Umgesehen – alles dabei.

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Doch was passiert mit den Leuten, die sie stellen? „Sie haben die Wahl: Entweder zahlen sie 50 Euro Fangprämie an uns oder wir rufen die Polizei“, sagt Lochmann. In 95 Prozent der Fälle zücken die Täter das Portemonnaie. Die Fangprämie reicht der Messestand-Verantwortliche direkt an seine erfolgreichen Aufpasser weiter.

Auch bei Sebastian Röpke von der Comic Combo Leipzig ist es schon zu Diebstählen gekommen. Deswegen einen kleineren Stand zu mieten, kommt für ihn jedoch nicht in Frage. „Das ist das Risiko, das wir in Kauf nehmen. Denn wir wollen uns den Besuchern öffnen“, betont der Messestädter. Security-Leute zu engagieren, sei aber zu teuer. Wird ein Täter dingfest gemacht, kommen die meistens glimpflich davon. „Die Polizei rufen wir nicht, das ist zu viel Aufwand. Die Zeit haben wir nicht.“ Stattdessen wird die Beute eingezogen und der Dieb des Standes verwiesen.

Barbara Strunk vom Beltz-Verlag steht inmitten einer Vielzahl von Kinderbüchern. Und selbst dort ist es in der Vergangenheit zu Diebstählen gekommen. „Vor allem im Bereich der Sachbücher und Ratgeber“, schildert sie.

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Das Diebstahl-Problem auf der Buchmesse ist dem Veranstalter bekannt. „Die Anzahl der Delikte ist in den vergangenen Jahren aber rückläufig“, betont Julia Lücke. Konkrete Zahlen nennt die Pressesprecherin der Leipziger Messe GmbH nicht. Bemerkt ein Aussteller einen Diebstahl, habe er zwei Möglichkeiten: „Er wendet sich an die Polizei und bringt den Vorfall zur Anzeige. Oder er schaltet unseren Sicherheitsdienstleister ein.“ Dann erteile die Messe dem Täter Hausverbot. „Handelt es sich um Wiederholungstäter, wird das Hausverbot auf alle Veranstaltungen der Leipziger Messe ausgeweitet“, so Julia Lücke weiter.

Stichprobenartige Kontrollen an den Ausgängen, von denen gerüchteweise die Rede ist, bestätigt die Sprecherin nicht. Dies sei bei der Vielzahl der Besucher nicht möglich. Den Ausstellern rät sie, schon bei der Konzeption des Standes darauf zu achten, dass es wenige unübersichtliche Stellen gibt. Besonders wertvolle Buchexemplare sollten zusätzlich geschützt werden.

Von Stephanie Helm

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