In Leipzig

Büroflächen kosten jetzt schon bis zu 14 Euro kalt

Auch das Commerzbank-Gebäude am Dittrichring wechselte im vergangenen Jahr den Besitzer.

Auch das Commerzbank-Gebäude am Dittrichring wechselte im vergangenen Jahr den Besitzer.

Leipzig. Weil die Wirtschaft in Leipzig brummt, gehen Büroflächen weg wie geschnitten Brot. 135 000 Quadratmeter konnten im vergangenen Jahr neu vermietet werden, hat der Immobilienspezialist BNP Paribas Real Estate ermittelt. Es sei das zweithöchste Ergebnis aller Zeiten gewesen – nach dem Rekordjahr 2017, erklärte Stefan Sachse, Geschäftsführer bei BNP und Leiter der Leipziger Niederlassung.

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88 Prozent der Neubauflächen schon reserviert

Wegen des zu geringen Angebots an modernen Flächen würden bereits erste Interessenten in andere Städte ausweichen, warnte er. „Leipzig muss den Neubau ankurbeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ 2018 seien hier nur 25 000 Quadratmeter an neuen Büroflächen fertiggestellt worden. Für 2019 erwarte BNP 28 000 Quadratmeter. Davon seien jedoch schon 88 Prozent vergeben. Die Reservierungen reichten bis ins erste Quartal 2020 – dann will die Porta-Gruppe ihren schon im Bau befindlichen Neubau „P2 Office“ auf der Alten Messe mit 10 000 Quadratmetern Bürofläche einweihen.

Die Mieten ziehen weiter an. Konkret wurden 2018 für die City bereits Verträge zu 14 Euro kalt pro Quadratmeter „und im Einzelfall noch darüber“ abgeschlossen, sagte Sachse. Das seien fast acht Prozent mehr als 2017 gewesen. Stadtweit stieg die durchschnittliche Büromiete um nahezu sechs Prozent auf 9,10 Euro kalt.

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Über 1000 Quadratmeter ist Markt leer gefegt

Der Büroleerstand in Leipzig sank auf 6,2 Prozent. Von den 234 000 Quadratmetern noch verfügbarer Flächen wiesen allerdings nur 39 000 Quadratmeter jene moderne Ausstattung auf, die am stärksten nachgefragt ist, so der Fachmann. Bei solchen Flächen über 1000 Quadratmetern sei der Markt fast leer gefegt. „Und das am mit Abstand wichtigsten Bürostandort in Ostdeutschland nach Berlin.“

Auch der Leipziger Investmentmarkt erlebte 2018 einen Dämpfer. Für 800 Millionen Euro wechselten Gewerbeobjekte und Geschäftshäuser ihre Besitzer. Das war 21 Prozent weniger Umsatz als im Rekordjahr 2017 (als unter anderem Nova Eventis und das Karstadt-Warenhaus verkauft wurden), aber 35 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Das Investoreninteresse für die Messestadt sei riesig, betonte der Leipziger BNP-Chef. "Nur kann diese Nachfrage bei Weitem nicht bedient werden."

Etliche Geschäftshäuser wechselten Besitzer

Zu den größten Deals in Leipzig 2018 gehörten: der erneute Verkauf des Allee-Centers (40 000 Quadratmeter) in Grünau sowie vom Pösna Park (57 000) an Fonds; die Übernahme von Fürstenhof und Lindner Hotel durch die Leipziger Vicus Group; ein Besitzerwechsel beim Büropark QuinTowers (54 000) in der Walter-Köhn-Straße und die Übernahme des Neubaus Thomasium (mit Parkhaus) sowie der Grimmaischen Straße 10 (Lehmanns Buchhandlung) durch Hansainvest. Die Kaufhof-Immobilie in der City (22 000) ging durch den Konzern-Zusammenschluss mit Karstadt an Signa. Und die Commerzbank veräußerte ihr wunderschönes Bürohaus im Dittrichring 5-9 (23 000, Hauptmieter ist die Uni) an den Münchner Vermögensverwalter KGAL.

Von Jens Rometsch

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