Newsletter „Leipzig Update“

Das war am Dienstag in Leipzig wichtig: Droht uns die kalte Dusche?

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

Kalt duschen als ein Mittel, um einen Weg aus der drohenden Energiekrise zu finden? Diese Vorstellung erwischt uns kalt. Und die realen Konsequenzen aus einer möglichen Gas-Knappheit sind für die einzelne Verbraucherin und den einzelnen Verbraucher zur Zeit noch nicht ausreichend präsent. Nicht mehr als ein surreales Szenario, das hoffentlich nicht so eintritt. Hoffnung ist in diesen Zeiten kein verlässlicher Ratgeber. Maßnahmen zur Energieeinsparung werden in den kommenden Wochen und Monaten immer existenzieller, um den Einsatz von Gas zur Verstromung zu drosseln, wo es nur geht. Das wird zuerst die Industrie treffen. Aber auch Privathaushalte könnten die Folgen der Krise mehr, als nur in den höheren Kosten der Nebenkostenabrechnung zu spüren bekommen.

Nachdem eine Wohnungsgenossenschaft in Dippoldiswalde Anfang dieser Woche ankündigte, ihren Mietern die Menge an Warmwasser zu rationieren, wandelte sich die Surrealität plötzlich. Aus der Vorstellung wurden erste Taten. Was wir sonst nur aus Havarien kennen, könnte eine reale Folge für viele sein, wenn Gasspeicher in Deutschland nicht mehr - wie es in der Vergangenheit beinahe selbstverständlich war - mit russischen Lieferungen nachgefüllt werden. „Das Vorgehen in Dippoldiswalde zeigt den Ernst der Lage“, sagte Sarah Beyer von der Genossenschaft Unitas mit Wohnungen in Leipzig und Delitzsch meinem Kollegen Matthias Puppe an diesem Dienstag.

Macht die Dippoldiswalder Reaktion auf steigende Energiepreise Schule? Dieser Frage ist Puppe nachgegangen und hat sich in der Branche umgehört. Die Meinungen sind geteilt. Zwischen Verständnis auf der einen Seite (Vermietern) und Protest auf der anderen (Verbraucherschützer) liegen viele Graustufen. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) warnte am Dienstag bereits vor sozialen Verwerfungen aufgrund der Energiekrise. Eine andere Vertreterin eines Groß-Vermieters sagte am Dienstagabend im LVZ-Talk zum Thema „Wohnen in Leipzig“ auf die Frage, ob solche Maßnahmen auch anderswo folgen könnten: „Wenn ich etwas in der Krise gelernt habe, dann niemals nie zu sagen.“

Bild des Tages

Lisa Höhne aus Lossatal muss mit einer schmalen Rente klar kommen.

Erfolg für den Grimmaer Fotografen Thomas Kube. Im sächsischen Pressefoto-Wettbewerb „Blickpunkt“ gewann er mit dem Porträt einer Frau aus Lossatal den Publikumspreis. Das Foto entstand im Rahmen einer LVZ-Recherche.

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Zitat des Tages

Glückwunsch! 25 Grad draußen und die Politik in Sachsen muss sich trotzdem warm anziehen.

Sächsischer Staatssekretär Conrad Clemens zur Nachricht, dass die Journalistin Antonie Rietzschel von der SZ zur LVZ wechselt.

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Kita-Neubau bringt weitere Plätze: Um den bestehenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Leipzig zu decken, sind seit dem Jahr 2018 zwölf so genannte „Leipzig-Kitas“ auf kommunalem Grund gebaut worden. Am Mittwoch wird die letzte Einrichtung - die „KITAMO“ in der Delitzscher Straße aus diesem Programm offiziell eröffnet.
  • Prozess wird fortgesetzt: Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandeln die Richter über die Rechtmäßigkeit der Aufnahme der Corona-Impfung in die Liste vorgeschriebener Basisimpfungen für Soldaten. Zwei Offiziere wenden sich dagegen und berufen sich auf ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit.
  • Urban Gardening-Projekt in Leipzig: Leipzig bekommt einen öffentlich zugänglichen Demonstrationsgarten, in dem sich Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kindergärten und Schulen über Anbaumethoden auf kleinen städtischen Flächen informieren können. Umweltminister Wolfram Günther überbringt dafür am Mittwoch den Fördermittelbescheid an die Pleiße.

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Ihr Thomas Lieb

(Reporterchef)

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