Newsletter „Leipzig Update“

Das war am Montag wichtig: Burkhard Jung im LVZ-Sommerinterview zu Energiekrise und Wärmestuben

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

es ist absurd: Wir schwitzen mitten im Hitzesommer, auch heute wieder bei 36 Grad in Leipzig. Und gleichzeitig lässt uns der Gedanke an den kommenden Herbst und Winter schon jetzt frieren. Ganz davon abgesehen, dass die nächste Strom- und Gas-Abrechnung für zusätzlich Schüttelfrost sorgen wird. Auch zum Wochenbeginn gab es die nächste Hiobsbotschaft: Russland senkt die Gas-Lieferung in der Nord-Stream-1-Pipeline auf 20 Prozent. Angeblich habe eine weitere Turbine Reparaturbedarf. Das „Spiel“ mit der Waffe Energie geht also in die nächste Runde. Oder wie es Bundesnetzagenturchef Klaus Müller kürzlich treffend sagte: „Wir sind Russland momentan ausgeliefert.“

Was also tun? Auch Burkhard Jung sieht die Lage realistisch und ungeschönt. Am Cospudener See sagte der Leipziger Oberbürgermeister im LVZ-Sommerinterview mit Chefredakteurin Hannah Suppa und Leipzig-Reporter Klaus Staeubert: „Es wird eine Hängepartie. Wenn wir so weitermachen, wie wir es gewohnt sind, dann würde das Gas im Frühjahr aufgebraucht sein.“ Auch wenn es unbequem sei: Am Sparen führe kein Weg vorbei. Er selbst habe bei sich im Haushalt angefangen und die Gasheizung derzeit komplett abgedreht. Zweites Problem seien aber die horrenden Energiepreise. Hier macht Jung einen konkreten Vorschlag: „Wir brauchen einen Deckel für die zweite Miete, für die Nebenkosten.“ Dieser Deckel müsse dann feinjustiert werden: je nach Energieausweis des Hauses beispielsweise. Denn auch hier gilt: „Es braucht einen Sparanreiz.“

Wie geht's weiter in der Energiekrise? Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert im LVZ-Sommerinterview am Cospudener See einen Deckel für die zweite Miete. Er bereitet die Leipziger aber auch auf Einschnitte vor. Foto: Wolfgang Sens

Wie geht's weiter in der Energiekrise? Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert im LVZ-Sommerinterview am Cospudener See einen Deckel für die zweite Miete. Er bereitet die Leipziger aber auch auf Einschnitte vor. Foto: Wolfgang Sens

Ums Sparen wird auch die Stadt Leipzig nicht herumkommen. Schon jetzt ist klar, dass die LVB 15 bis 20 Millionen Euro mehr für Energie brauchen. In der L-Gruppe wird daher der Rotstift angesetzt: Investitionen, die nicht zwingend nötig erscheinen, werden verschoben.

Allerdings bereitet Jung die Leipziger auch auf harte Einschnitte vor. In einem letzten Schritt schließt er selbst die Schließung von Schwimmbädern, Theatern und Museen nicht gänzlich aus, wenn alle anderen Maßnahmen zum Energiesparen nicht ausreichten. Dagegen hält der OBM nichts vom Homeoffice (“Das würde das Problem nur verlagern“). Und die Einrichtung von städtischen Wärmestuben findet er gegenwärtig „alarmistisch“.

Das komplette LVZ-Sommerinterview mit Burkhard Jung lesen Sie hier.

Wohin geht also die Reise in diesem Herbst? Glaubt man den Sozialverbänden, dann ist „ungemütlich“ noch untertrieben. Die Tafel in Sachsen bevorratet sich mit Lebensmitteln, wo es nur geht - um den vermutlich steigenden Bedarf zum Jahresende halbwegs bedienen zu können. Burkhard Jung sieht sogar den sozialen Frieden in Gefahr. Für Jung geht es daher um die grundsätzliche Frage in dieser Krise: „Es muss verhandelt werden: Was kann der Staat leisten?“

Bild des Tages

ABBA am Badesee? Fast: Am Biedermeierstrand des Schladitzer Sees  begeistern Uta Zwiener und Katrin Müller mit ihrer ABBA-Tribute-Show die Besucher. Im Gepäck haben die beiden Künstlerinnen nicht nur beliebte Klassiker wie "Mamma Mia", "Dancing Queen" oder "Chiquitita", sondern auch brandneue Songs aus dem aktuellen Album der Schweden.  Foto: Michael Strohmeyer

ABBA am Badesee? Fast: Am Biedermeierstrand des Schladitzer Sees begeistern Uta Zwiener und Katrin Müller mit ihrer ABBA-Tribute-Show die Besucher. Im Gepäck haben die beiden Künstlerinnen nicht nur beliebte Klassiker wie "Mamma Mia", "Dancing Queen" oder "Chiquitita", sondern auch brandneue Songs aus dem aktuellen Album der Schweden. Foto: Michael Strohmeyer

Fünf Lese-Empfehlungen für Sie

  • Stadtbad-Comeback? Auch 18 Jahre nach der Schließung haben die Leipzigerinnen und Leipziger ihr Stadtbad nicht vergessen. Das Interesse an Führungen ist groß, bis Mitte August können die verlassenen Räume wieder fast täglich besichtigt werden. Ob das Haus jemals wieder für Badegäste öffnet, soll bald beantwortet werden. Kerstin Decker und Mathias Orbeck haben konkret nachgefragt. Und: Die besten Bilder aus dem imposanten Stadtbad gibt‘s hier. Der Glanz der Vergangenheit ist noch sichtbar
  • Aggressive Hunde: Das Leipziger Tierheim ist voll. Nach dem Haustierboom 2021 mitten in der Corona-Pandemie wurden in den vergangenen Monaten besonders viele aggressive Hunde ins Heim gebracht. Was aber tun mit den kaum vermittelbaren Tieren? Fabienne Küchler hat sich im Tierheim umgeschaut und eine dramatische Lage gesehen.
  • Baustellen-Sommer: Auch in dieser Woche haben die Baumaschinen Vorfahrt im Leipziger Verkehr. Rund um den Wilhelm-Liebknecht-Platz gibt es aktuell besonders viele Baustellen. Weil die Arbeiten dort in eine neue Etappe kommen, ändern die LVB die Linienführung dreier Straßenbahnlinien. Auch mehrere Busse sind betroffen.
  • Großeinsatz wegen Beeren: Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde am Montag eine Postsendung zugestellt, die einen Großeinsatz mit mehreren Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr auslöste. Am Ende kam heraus: In dem verdächtigen Brief befand sich kein gefährlicher Inhalt, sondern lediglich getrocknete Wacholderbeeren.
  • Mekka für Wassersportler: Gute Windbedingungen – und viel Abwechslung: Der Schladitzer See gilt als Wassersport-Hotspot vor den Toren Leipzigs. Woran das liegt und welche Sportarten am beliebtesten sind, das hat unsere LVZ-Strandredaktion vor Ort recherchiert. Hier geht‘s zu den besten Tipps

Zitat des Tages

Wir brauchen einen Deckel für die zweite Miete, für die Nebenkosten, Denn das größte Problem werden wir 2024/25 bekommen, wenn die Abrechnungen von 2023/24 vorliegen.

Leipzig Oberbürgermeister Burkhard Jung

im LVZ-Interview zur Energiekrise und Hilfsmaßnahmen für die Bürger

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Schwarzer Humor: Er gilt als hochgelobter Liedermacher, sein Markenzeichen sind die schwarzhumorigen Texte im Wiener Dialekt: Voodoo Jürgens spielt im Leipziger Grassi. Zusammen mit seiner Band Ansa Panier präsentiert der Österreicher sein neues Album „'S klane Glückspiel“. Los geht‘s um 19 Uhr.
  • Sommerkino: Lauer Abend, kühles Getränk, aufregender Film - so geht Sommerkino. Zum Beispiel am Dienstagabend auf der Feinkost. Dort ist ab 21.30 Uhr „Everything Everywhere All At Once“ zu sehen, ein herrlich überbordender Martial-Arts-Actionfilm und ein riesiger Liebesbrief an das Kino mit immer wieder unglaublich absurder Komik. Ein „Muss-man-gesehen-haben“-Film. Übrigens: Eine Übersicht über weitere Sommerkinos gib es in einer Bildergalerie hier
  • Consart in Konzert: Das Leipziger Ensemble Consart ist eine Vereinigung auf Zeit von Musikern, die gern Kirchenmusik machen. Auch in diesem Jahr übten die Künstler wieder in einem Sommercamp. Das Ergebnis ist am Dienstag ab 19.30 Uhr zu bestaunen: In der Nikolaikirche kommt ihr Programm „Menschenskinder!“ zur Aufführung

Ich wünsche Ihnen eine gelingende Woche. Und - falls Sie schon den Urlaub genießen dürfen - eine gute Erholung. Schalten Sie gern einmal ab. Die Sorgen kommen (leider) wieder früh genug und ganz von allein.

Herzlichst, Ihr Olaf Majer, stellvertretender Chefredakteur

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