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Das war der Dienstag: Wer kontrolliert die Stromspar-Regeln in Leipzig?

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

Leuchtreklamen dürfen seit 1. September nur noch sechs Stunden pro Tag eingeschaltet werden. So sieht es eine Verordnung des Bundes vor. Zwischen 22 und 16 Uhr muss die Reklamewelt dunkel bleiben. Allein das soll den Stromverbrauch um bundesweit 4300 Gigawattstunden reduzieren und damit zu Kosteneinsparungen von 860 Millionen Euro führen. Doch die Realität in Leipzig zeigt: Überall in der Stadt leuchten nachts noch immer bunte Werbetafeln über Geschäften, sind Schriftzüge etwa von Hotels hell erleuchtet. LVZ-Reporter Klaus Staeubert wollte wissen: Warum ist das so? Und kontrolliert hier eigentlich jemand?

Die berühmte Leuchtreklame auf den Höfen am Brühl bleibt ab 22 Uhr ausgeschaltet.

Hier funktioniert es: Die berühmte Leuchtreklame auf den Höfen am Brühl bleibt ab 22 Uhr ausgeschaltet. Foto: Christian Modla

Das Ergebnis seiner Recherche zeigt: Im Moment gibt es weder nächtliche Überprüfungen noch müssen Stromsparsünder mit teuren Konsequenzen rechnen. Zur Begründung heißt es: Die Verordnung sei zu schnell gekommen, die Kommunen hätten zudem keine Handhabe, die Regeln durchzusetzen. Dass es auch anders geht, zeigen Beispiele aus Niedersachsen und Rostock. In der Hansestadt kommt die Industrie- und Handelskammer sogar zu der Überzeugung, dass die Landesbehörden bei Verstoß gegen die Stromsparregeln Bußgelder bis zu 100 000 Euro verhängen können. Die ganze Geschichte lesen Sie hier

Und noch ein anderes Thema, das Leipzig in diesem Zusammenhang zum Wochenstart bewegte: Die sogenannte Montagsdemo gegen die Energiepolitik der Bundesregierung, zu der Linkenpolitiker in Leipzig aufgerufen hatten. Einige tausend Menschen kamen auf dem Augustusplatz zusammen - der aber ein geteilter Platz war, wie unsere Reporter Denise Peikert, Josa Mania-Schlegel und Mark Daniel nach einem langen Demo-Abend geschrieben haben. Denn während vor der Oper Gregor Gysi sprach und der Leipziger Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann von einem „gelungenen Auftakt“ der Proteste im heißen Herbst sprach, standen auf der anderen Seite vor dem Gewandhaus die rechtsextremen „Freie Sachsen“ und andere Gruppen in zum Teil ähnlichen Protest vereint. Eindrücke vom Demo-Abend lesen Sie gern hier nach.

Am Tag darauf sorgte Innenminister Armin Schuster (CDU) für Irritationen mit einem Tweet zur Linken-Demo in Leipzig. Sein als Anerkennung für den Polizeieinsatz gemeinter Beitrag wurde in zahlreichen Kommentaren als „merkwürdiges Demokratieverständnis“ kritisiert. Die ganze Aufregung gibt es hier zum Nachlesen. Am nächsten Montag übrigens könnte es wieder ruhiger werden in Leipzigs Innenstadt. Denise Peikert hat bei der Linken nachgefragt, wie es mit den Montagsdemos jetzt weitergehen soll.

Und noch ein Tipp: Heute Abend versucht RB einen erfolgreichen Neustart in der Champions League: Mit einem Sieg gegen Shakhtar Donezk könnte Leipzig zugleich die schwachen Bundesliga-Ergebnisse etwas vergessen machen. In unserem Live-Ticker erfahren Sie alles zum Spiel.

 

Bild des Tages

Dieser unscheinbare Stein ist für Archäologen in Leipzig eine kleine Sensation: Bei Ausgrabungen am Wilhelm-Leuschner-Platz fanden sie dieses 7000 Jahre alte Steinzeit-Beil. Es soll einst für Baumfällungen genutzt worden sein. Foto: Michael Häckel

Dieser unscheinbare Stein ist für Archäologen in Leipzig eine kleine Sensation: Bei Ausgrabungen am Wilhelm-Leuschner-Platz fanden sie dieses 7000 Jahre alte Steinzeit-Beil. Es soll einst für Baumfällungen genutzt worden sein. Foto: Michael Häckel

 

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Zitat des Tages

Die Grundlage für ein Sachsen-Bashing ist dieses Mal entzogen.

Reinhard Schlinkert

Chef des Meinungsforschungsinstitutes dimap bei der Vorstellung des Sachsen-Monitorings, die einen Rückgang von fremdenfeindlichen Einstellungen der Sachsen belegt

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Tickets fürs Grönemeyer-Konzert. Herbert Grönemeyer kommt 2023 nach Leipzig. Nachdem sein für Juni geplantes Open-Air-Konzert in der Red Bull Arena abgesagt wurde, gibt es für Fans des Musikers nun eine neue Chance auf ein Live-Event. Der Ticketverkauf beginnt am Mittwoch.
  • Leipzigs Bewerbung fürs Zukunftszentrum. Jetzt geht es in die finale Phase: Am Mittwoch wird Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zusammen mit den Oberbürgermeistern von Leipzig und Plauen, Burkhard Jung und Steffen Zenner, das Bewerbungskonzept für den Doppelstandort vorstellen

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Dienstagabend!

Herzlichst, Ihr Olaf Majer, stellv. Chefredakteur

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