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Das war der Mittwoch: Erste Gas-Rechnungen in Leipzig verschickt - Abschläge verfünffachen sich

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

bislang blieb für den Einzelnen eher abstrakt, was die Gaskrise mit steigenden Energiepreisen für einen selbst genau bedeutet. Man wusste, da kommt was und es wird teurer. Aber irgendwie blieb da bei vielen das Gefühl - wird schon irgendwie gehen. Die ersten Energieversorger haben jetzt neue Abschlagsrechnungen verschickt, die auf den aktuellen Energiepreisen basieren. Die blanken Zahlen sorgten auch bei einer Leipzigerin für einen regelrechten Schock, die am Dienstag einen Brief ihres Gasversorgers aus dem Briefkasten fischte. Statt 295 Euro muss Inge-Maria Noack aus Leipzig-Hohenheida künftig 1385 Euro zahlen - nur fürs Gas. Pro Monat!

Ich hatte schon befürchtet, dass es teurer wird. Das Doppelte hätte ich ja noch eingesehen. Aber doch nicht das Fünffache!

Inge-Maria Noack, Gaskundin aus Leipzig

Von 6,53 Cent pro Kilowattstunde ist bei Frau Noack der Gaspreis auf 25,41 Cent gestiegen, dazu kommt noch eine Grundgebühr. Die Gasumlage von 2,41 Cent pro Kilowattstunde wird voraussichtlich noch dazu kommen. Reporter Klaus Staeubert hat sich mit Frau Noack getroffen und sich die Rechnung zeigen lassen.

Ob dieses Beispiel schon in die Kategorie Härtefall fällt, für die Sachsen gerade einen Hilfsfonds erarbeitet? Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) haben das am Dienstagabend angekündigt, ohne konkreter zu werden. Mein Kollege Björn Meine hat deswegen genauer nachgefragt. Wie der Härtefallfonds konkret ausgestaltet wird, werde derzeit beraten und geprüft, teilte Marco Henkel, Referent im Wirtschaftsministerium mit. „Mit dem Fonds soll die Möglichkeit geschaffen werden, Rechnungen für Gas oder Strom zu bezahlen, wenn andere Sicherheitsnetze nicht greifen und eine Absperrung droht“, so Henkel. Das Ministerium verwies aber auch nochmal auf „die gewaltige Dimension des Problems“.

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Das Ausmaß, das für jeden Einzelnen mit der konkreten Abrechnung erkennbar wird und in der Staatsregierung ein Gegensteuern auslöst, sorgt auch in Berlin für Bewegung. Die Bundesregierung hat zwei Entwürfe für ein Maßnahmepaket zum Energiesparen erarbeitet. Sie sollen im September und Oktober in Kraft treten. Solche Maßnahmen hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schon im Sommer angekündigt. Ab Herbst könnten unter anderem diese Verbote gelten:

  • Beheizung von Innen- oder Außenpools mit Gas oder mit Strom aus dem Stromnetz wird untersagt,
  • die Beheizung von Gemeinschaftsflächen ist untersagt, die nicht dem dauerhaften Aufenthalt von Personen dienen,
  • In Arbeitsräumen in öffentlichen Gebäuden darf die Lufttemperatur höchstens 19 Grad betragen,
  • In öffentlichen Nichtwohngebäuden sind dezentrale Trinkwassererwärmungsanlagen wie Durchlauferhitzer oder dezentrale Warmwasserspeicher für Handwaschbecken auszuschalten.

Wie gesagt, ein Entwurf. Aber es fühlt sich ein bisschen so an, als würde die Energie-Sicherungs-Verordnung die Corona-Schutz-Verordnung ablösen.

 

Bild des Tages

Die Bühne für das Highfield-Festival am Störmthaler See in Großpösna wird am Mittwoch aufgebaut. Nach zweijähriger Zwangspause findet das Musikfestival wieder auf der Halbinsel des Sees statt.

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Zitat des Tages

Mein Körper braucht eine Pause. Eine Pause, von der ich noch nicht weiß wie lange sie gehen wird.

Rapper Haftbefehl, mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Anreise zum Highfield-Festivals am Störmthaler See: Das größte Musikfestival der Region kehrt nach zwei ausgefallenen Ausgaben an den Störmthaler See zurück und mit ihm am Donnerstag auch die Musik-Fans. Was ist neu? Wie geht es dem Festival? Woraus können sich die Besucher freuen? Hier können Sie es nachlesen.
  • Die berühmtesten 29,7 mal 21 Zentimeter: Am Donnerstag (18. August) vor genau 100 Jahren veröffentlichte das Deutsche Institut für Normung (DIN) auf Grundlage von Porstmanns Arbeiten seine Richtlinie 476 für Papierformate. Seitdem gehören der Typ A4 und seine Geschwister zum Maß aller Dinge in Büro und Schule. Warum 100 Jahre DIN A4 auch eine sächsische Erfolgsgeschichte ist, weiß Kollege Martin Pelzl. Seinen Text lesen Sie ab Donnerstagvormittag auf LVZ.de
 

Ich wünsche Ihnen einen guten Abend,

Ihr Thomas Lieb

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