Newsletter „Leipzig Update“

Das war der Montag: Leipziger Firmen locken Azubis mit Prämien und Geschenken

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

Vor einigen Jahren waren die Ausbildungsplätze knapp und man musste schon gute Argumente auf dem Zeugnis haben, um eine der raren Lehrstellen für seinen Wunschberuf zu bekommen. Die Bewerberlisten waren lang, die Unternehmen konnten sich die besten Absolventen beziehungsweise die geeignetsten Kandidaten aussuchen. Dann kam die Zeit, in der die Betriebe Mühe hatten, ausreichend qualifizierte Lehrlinge zu finden.

Und auch vor dem Start des aktuellen Ausbildungsjahres gibt es in Leipzig mehr Ausbildungsplätze als jugendliche Bewerber. 3800 unbesetzte Stellen sind es in ganz Sachsen. Im Leipziger Kammerbezirk gibt es knapp 400 freie Plätze in 51 Berufen. So hoch war die Differenz noch nie. Wirtschaftsreporter Andreas Dunte hat hinter die Zahlen geschaut und mit Verbänden über die Gründe gesprochen.

Unternehmen erwarten Leistung, Motivation und Leidenschaft – neben den schon immer geltenden Tugenden.

Klaus-Peter Hansen, Chef der Landesarbeitsagentur

Um einen leidenschaftlichen und motivierten Nachwuchs, der Leistungen für das Unternehmen bringt, für sich zu gewinnen, lassen sich immer mehr Leipziger Betriebe etwas einfallen. Die Firma Heizungs- und Sanitärbau Leipzig zahlt fürs Handy und das Nahverkehrsticket drauf. Die Elektro GmbH Mutzschen verspricht einen Mietzuschuss und unterstützt beim Führerschein. Es wird mit exklusiver Arbeitskleidung, Flatrates und sogar Netflix-Abos (für den Feierabend versteht sich) geworben. Kollege Dunte hat dafür auch in Leipzig Beispiele gefunden.

Der Ratskeller in Leipzig fiel zu diesem Thema kürzlich mit einem Instagram-Video auf. Auch dort werden Azubis gesucht. Das Unternehmen wirbt aber nicht mit Abo-Zuzahlungen und kostenlosem Bahnticket. Sondern mit Zeit. Das Video spricht auf eine sympathische Art etwas an, das der jungen Generation bei der Lebensplanung immer wichtiger wird, als durch Leistung schnell Karriere zu machen - eine ausgewogene Work-Life-Balance. Eine 40-Stunden-(oder-mehr)-Woche ist für die Jüngeren immer seltener eine Option. Warum auch? Wenn sie die Eltern erleben, die sehr viel arbeiten, um das Haus abzuzahlen, aber wenig Zeit fürs Leben übrig haben... Viele geben sich mit weniger zufrieden. Sie nehmen den geringeren Verdienst sogar bewusst in Kauf, wenn sie dafür mehr Freizeit oder (später) mehr Raum für das eigene Familienleben haben. Der Ratskeller Leipzig hat das erkannt und bietet flexiblere Modelle an.

Spannend. Für die Wirtschaft vielleicht generell lohnenswert. Sich weniger mit Prämien zu übertrumpfen, sondern die Sicht auf die Bedürfnisse zu ändern.

 

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Bild des Tages

Temporäres Fotomotiv und ein Appell, Haltung zu zeigen: die Skulptur „Anything to Say?“ von Davide Dormino auf dem Augustusplatz.

Rätselhafte Skulptur am Leipziger Augustusplatz: Drei Menschen auf Stühlen in Bronze vor der Oper Leipzig – die Skulptur eines italienischen Bildhauers überrascht seit dem Wochenende Passantinnen und Passanten am Augustusplatz. Sie zeigt drei bekannte Whistleblower und appelliert an den Mut, unbequem zu sein.

 

Fünf Lese-Empfehlungen für Sie

  • Timo Werner ist zurück bei RB Leipzig: Die Rückkehr von Timo Werner ist in trockenen Tüchern. Die Anreise des Stürmers steht kurz bevor (möglicherweise soll er sogar noch am Montagabend in Leipzig ankommen) und die ersten Vertragsdetails sind bekannt. Es ist sogar möglich, dass Werner zum Heimspielauftakt der Saison am Wochenende gegen den 1. FC Köln im Kader steht. Chefreporter Guido Schäfer weiß mehr.
  • Karl-Heine-Kanal wird gemäht: Auf dem Karl-Heine-Kanal zwischen Nonnenbrücke und Lindenauer Hafen sind diese Woche die Mähboote unterwegs. Sie schneiden Wasserpflanzen zurück und entfernen das Schnittgut. Die regelmäßige Gewässerpflege erfolgt mit Hilfe von zwei speziellen Mähbooten, die mit einem Schneidewerk ausgestattet sind. Stadtreporterin Kerstin Decker hat sich zum Start am Lindenauer Hafen umgeschaut.
  • Leipziger Fernwärme ab Oktober teurer: Die Stadt kann bei der Fernwärmeversorgung im kommenden Winter auf Wärmelieferungen aus dem Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf zurückgreifen. Allerdings für mehr Geld als ursprünglich ausgehandelt war. Reporter Andreas Tappert kennt die Hintergründe.
  • Drei Mieter ziehen aus: Im Einkaufscenter „Höfe am Brühl“ nutzen mehrere Ladeninhaber das Auslaufen ihrer zehnjährigen Mietverträge und geben ihre Filialen auf. Ausschlaggebend dafür war offenbar vor allem der Kundenrückgang. Auch Personalnöte wirken sich im Center immer deutlicher aus, heißt es.
  • „Dieser Ort wird nie sauber sein“: Gut gemeint von den Machern, aber lieblos behandelt von etlichen Nutzern: Rund um den Tauschschrank „Lenes Tauscho“ im Lene-Voigt-Park sieht es oft chaotisch aus. Freiwillige Helfer müssen immer wieder aufräumen. Was dagegen getan werden kann, hat Stadtreporterin Kerstin Decker nachgefragt.
 

Zitat des Tages

Menschenrechte sollten bei der Turniervergabe mit die größte Rolle spielen. Wenn ein Land den Zuschlag bekommt, das in dieser Beziehung mit am schlechtesten abschneidet, macht man sich schon Gedanken, nach welchen Kriterien da entschieden wurde.

Philipp Lahm, ehemaliger DFB-Kapitän zur Ausrichtung der Fußball-WM in Katar

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Vertragsunterzeichnung bei RB: Timo Werner wird nach Medieninformationen am Dienstag einen Fünfjahresvertrag bei seinem früheren Verein RB Leipzig unterschreiben.
  • Meigl Hoffmann und Bernard Paschke zeigen gemeinsam mit Thierry Gelloz (Klavier)  im Kabarett Pfeffermühle ihr Programm „Bio aus Rio“. Sie widmen sich Fragen der Ernährung und der Zukunft und auch dieser: Steigt der Meeresspiegel – oder geht nur die Welt unter? Dienstag und Mittwoch, 20 Uhr, Katharinenstraße 17. Karten unter Tel. 0341/9603196 und an der Abendkasse.
 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Montagabend,

Ihr Thomas Lieb (Reporterchef)

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