Newsletter „Leipzig Update“

Das war der Sonntag in Leipzig: Das „Feuerland“ im Zoo wird teurer - und kommt später

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

wie voll es im Leipziger Zoo ist, lässt sich zuweilen schon in weiterer Entfernung in den Nebenstraßen erahnen. Ob wie heute am Sonntagmorgen oder in der Ferienzeit unter der Woche: Die Autokolonnen auf dem Weg ins Zoo-Parkhaus sind lang, verstopfen auch mal die Zufahrtsstraßen. Kein Wunder: Das touristische Aushängeschild der Stadt zählt derzeit 20 Prozent mehr Besucher als geplant - und liegt damit sogar über dem Niveau der Zeit vor Corona. Doch die vielen Besucherinnen und Besucher werden auf ein geplantes Highlight noch länger warten müssen: Das Großprojekt „Feuerland“ kommt mindestens zwei Jahre später. Das riesige Freibecken mit Wellenanlage und Unterwassertunnel kann erst 2025 öffnen – und auch die Baukosten explodieren. Es ist eine bald nahezu unendliche Planungsgeschichte, die viel Geld verschlingt. Das hat die LVZ exklusiv in Erfahrung gebracht.

Zwei Bagger waren am Wochenende auf der „Feuerland“-Baustelle zu sehen. Aktuell laufen dort noch archäologische Untersuchungen.

Zwei Bagger waren am Wochenende auf der „Feuerland“-Baustelle zu sehen. Aktuell laufen dort noch archäologische Untersuchungen.

Die Corona-Pandemie, Baukostenexplosionen, Fachkräftemangel, Lieferengpässe und nicht zuletzt die noch nicht vollumfänglich absehbaren Auswirkungen des Ukrainekrieges wirken sich auf die Umsetzung des Projektes aus und sorgen für Verzögerungen einerseits und Kostensteigerungen andererseits. Deshalb rechnen wir gegenwärtig auch nicht mit einer Fertigstellung vor 2025.

Maria Saegebarth, Zoo-Sprecherin

Bereits zum Baustart wurden die Kosten für „Feuerland“ von ursprünglich 19 auf 30 Millionen Euro angepasst. Die Stadt Leipzig als Eigentümerin erhöhte ihren Investitionszuschuss, den Großteil wollten der Zoo und sein Förderverein aber selbst aufbringen. Die Höhe der Mehrkosten ist noch unklar. Man erstelle derzeit ein Finanzierungskonzept gemeinsam mit der Stadt, hieß es. Die Frage wird also auch sein: Kann und will sich die Stadt dieses Prestige-Projekt angesichts der Krisenlage und des daher angespannten Haushalts noch leisten?

Auf der "Feuerland"-Terrasse im Leipziger Zoo könnten künftig Schaufütterungen von Pinguinen und Robben beobachtet werden. Das riesige Schwimmbecken der Tiere bekommt einen 140 Meter langen Unterwassertunnel für die Besucher. Credit: Rasbach Architekten

Auf der "Feuerland"-Terrasse im Leipziger Zoo könnten künftig Schaufütterungen von Pinguinen und Robben beobachtet werden. Das riesige Schwimmbecken der Tiere bekommt einen 140 Meter langen Unterwassertunnel für die Besucher. Credit: Rasbach Architekten

Unser Reporter und Bauexperte Jens Rometsch hat hier einmal zusammengetragen, wie es um den Bau von „Feuerland“ steht. (Übrigens: Jens Rometsch schreibt jeden Dienstag einen Newsletter über Bauprojekte und den Immobilienmarkt in Leipzig - einfach hier kostenlos abonnieren). Wie es aussieht, werden die fünf kalifornischen Seelöwinnen Alice, Hilla, Sissi, Finja und Lio noch weiter in ihrem alten Zuhause im Zoo bleiben müssen.

 

Bild des Tages

 

Fünf Lese-Empfehlungen für Sie

  • Street Art in Leipzig: Die Stadt ist eine offene Galerie. Gerade im Süden und im Westen der Stadt ziehen großflächige Murals und Street-Art-Werke die Blicke der Passanten auf sich. In der Szene gibt es Diskussionen, wer die Stadt bemalen sollte - denn zwischen Graffiti und Street Art liegen Welten. Katja Gerland hat darüber mit Insidern und Künstlern gesprochen.
  • Wie kann man noch abschalten? Die Sehnsucht nach Urlaub, Erholung und Ablenkung ist bei vielen Menschen in diesem Sommer 2022 groß. Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation, Waldbrände – kann man da noch entspannt sein? Man sollte. Und dennoch die Welt nicht aus dem Blick verlieren, meint LVZ-Chefredakteurin Hannah Suppa.
  • Gold für Leipzig: Die Kanuslalom-WM in Augsburg wird zum Triumphzug der deutschen Kanu-Elite: Fünf Titel in acht Finals holten die Gastgeber am Wochenende. Die Leipziger Andrea Herzog und Bronze Franz Anton erringen Gold und Bronze. Sportreporter Frank Schober hat sich die Wettkämpfe angeschaut.
  • Ulf Schirmer verlässt die Oper Leipzig: Nach 11 Jahren als Intendant und 13 als Generalmusikdirektor verlässt Ulf Schirmer die Oper Leipzig, die nach dieser Zeit in jeder Hinsicht besser dasteht als zuvor. Kulturchef Peter Korfmacher hat Bilanz gezogen.
  • Leipziger Nachrufe: Er hat sich viele Jahre seines Berufslebens um die historischen Handschwengelpumpen in Leipzig gekümmert. Den Erfolg seiner Arbeit erlebte Hans-Peter Koch nicht mehr. Tobias D. Höhn hat auf das Leben eines Mannes geblickt, der meist im Verborgenen blieb. Ein Nachruf.

Zitat des Tages

Wir haben Freunde am Himmel. Für die nächsten vier Wochen war kein Regen angekündigt. Und dann gestern der ersehnte Platzregen genau dort, wo er gebraucht wurde. Alle Glutnester wurden gelöscht. Alle Einsatzkräfte werden abgezogen. Nur noch die Freiwillige Feuerwehr Arzberg bleibt im Einsatz.

Nordsachsens Kreisbrandmeister Klaus Bechstedt

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Neuer Opern-Intendant: Tobias Wolff wird die Nachfolge auf Ulf Schirmer antreten und das Amt fünf Jahre bekleiden.
  • Kostenlose Fahrradmitnahme: Ab 1. August können Fahrgäste der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) montags bis samstags zwischen 19.30 Uhr und 6 Uhr sowie sonntags ganztägig kostenlos ihr Fahrrad in Straßenbahnen und Bussen der LVB mitnehmen, solange es der Platz zulässt.
  • Neue Preise ab 1. August: Bus- und Bahnfahren wird mittelfristig teurer: Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund erhöht seine Preise. Auch die LVB sind davon betroffen. Außerdem geht das 9-Euro-Ticket in den wahrscheinlich letzten Monat. Nutzer brauchen ab Montag das neue Monatsticket.
 

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag,

Ihre

Hannah Suppa

Chefredakteurin Leipziger Volkszeitung

 

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