Newsletter „Leipzig Update“

Der Sonntag in Leipzig: Dem Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft muss Strafe folgen

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

in der Liliensteinstraße in Leipzig-Grünau flogen am Wochenende Brandsätze auf die dortige Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Mitten in der Gedenkwoche anlässlich des 30. Jahrestages der Anschläge auf ein Asylantenheim in Rostock-Lichtenhagen ist diese Tat kaum zu fassen. Auch wenn noch nicht feststeht, wer und vor allem aus welchen Gründen die Molotow-Cocktails am Samstag warf - ein rassistischer Hintergrund liegt nahe.

Ob diejenigen, die Brandsätze auf die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Leipziger Liliensteinstraße warfen, politisch motiviert waren, wird ermittelt. Die Ermittler des Landeskriminalamtes werden akribisch daran arbeiten, die Verantwortlichen für diese Tat zu finden. Und die Justizbehörden sollten, wenn die Tatverdächtigen feststehen, ein Strafverfahren beschleunigen, hohe Strafen verhängen, die auch eine Symbolkraft haben. Wer Brandsätze auf Wohngebäude wirft, ist nicht auf Sachbeschädigung aus. Er oder Sie greift Menschen an und nimmt zumindest in Kauf, dass jemand zu Schaden kommen könnte.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte am Sonntag zu den Geschehnissen:

Ausgerechnet in dieser Woche, in der wir an die Anschläge in Rostock vor 30 Jahren erinnern, einen Brandsatz auf eine Asylbewerber-Unterkunft zu werfen, zeigt, dass wir es hier nicht mit Spontantätern zu tun haben. Die Täter wollten bewusst ein menschenverachtendes Zeichen setzen.

Burkhard Jung

Auch andere Reaktionen standen bei der Verurteilung der Tat in ihrer Schärfe der von Jung in nichts nach. In Grünau sind die Menschen in der Nachbarschaft zur Gemeinschaftsunterkunft empört, besorgt, aber auch gelassen, wie mein Kollege Mark Daniel heute in Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort erfahren hat.

 

Bild des Tages

Martin Seidel (27) aus Krippen warf das zwölf Kilo schwere Klobecken mit 7.69 Meter am weitesten. Im Bad Schandauer Ortsteil Krippen hatte sich der  Papiertechnologe gegen 15 Frauen und 25 Männer beim Gaudi-Wettbewerb zur Kirmes in Krippen durchgesetzt.

Martin Seidel (27) aus Krippen warf das zwölf Kilo schwere Klobecken mit 7.69 Meter am weitesten. Im Bad Schandauer Ortsteil Krippen hatte sich der Papiertechnologe gegen 15 Frauen und 25 Männer beim Gaudi-Wettbewerb zur Kirmes in Krippen durchgesetzt.

 

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Zitat des Tages

Wir freuen uns riesig, der erste Sieg ist immer der schwerste. Im Großen und Ganzen war der Sieg verdient, aber die Fehler müssen wir noch abstellen.

Miro Jagatic, Trainer BSG Chemie Leipzig, nach dem 3:2 gegen SV Lichtenberg

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft für Montag zu einer Demonstration auf. Man wolle darauf aufmerksam machen, dass in der Gesellschaft Alltagsrassismus gäre und zu viele Hass und Hetze zuließen, teilte Bündnissprecherin Irena Rudolph-Kokot mit. Auftaktkundgebung 18:45 Uhr S-Bahn Haltestelle Allee-Center (Brückenende).
  • Erster Schultag in Sachsen: Ab dem frühen Montagmorgen führen die sächsischen Polizeidirektionen Schulwegkontrollen an verschiedenen Grundschulen. Um 17 Uhr findet das Friedensgebet des evangelischen Kirchenbezirkes Leipzig zum Schuljahresbeginn statt.
  • RB Leipzig äußert sich vor dem DFB-Pokalspiel (Dienstagabend) gegen Teutonia Ottensen. Die Pressekonferenz, über die LVZ im Anschluss berichten wird, beginnt um 10.30 Uhr.
 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend,

Ihr Thomas Lieb (Reporterchef)

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