Newsletter „Leipzig Update“

Der Tag in Leipzig: Warum Leipzig in dieser Woche gleich mit zwei Nobelpreisträgern strahlen kann

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

wir in der Redaktion nennen sowas „Reporter-Glück“ - also wenn uns Dinge, Menschen, Begebenheiten in den Schoß fallen, die besser nicht passen könnten. Mein Kollege André Böhmer hatte heute solches „Reporter-Glück“. Um kurz nach 11 Uhr war er - das stand seit Tagen fest - mit der russischen Aktivistin Irina Scherbakowa zum Telefon-Interview verabredet. Sie hält nämlich beim Lichtfest in Leipzig die „Rede zur Demokratie“ am Sonntag. Nun kam es aber dazu, dass Frau Scherbakowa während des Telefonats mit dem LVZ-Kollegen erfuhr, dass die von ihr mitgegründete Menschenrechtsorganisation „Memorial“ den Friedensnobelpreis erhält. Und André Böhmer war somit der erste, der nicht nur gratulieren durfte, sondern auch gleich ein Interview führen konnte.

„Hallo Frau Scherbakowa!“, „Hallo Herr Böhmer! Eigentlich sollte nach dieser Begrüßung an diesem Freitag um 11.15 Uhr das lange verabredete telefonische LVZ-Interview mit der russischen Historikerin, Germanistin und Aktivistin Irina Scherbakowa (73) beginnen. Und eigentlich sollte es da vor allem um ihre kommende Rede zur Demokratie in der Leipziger Nikolaikirche zum Jahrestag der Friedlichen Revolution am Sonntag (9. Oktober) gehen. Doch genau in diesem Augenblick geht eine Eilmeldung um die Welt, die die Gesprächssituation schlagartig verändert.

Der renommierteste Friedenspreis der Erde geht an den inhaftierten belarussischen Menschenrechtsanwalt Ales Bjaljazki, die russische Organisation Memorial und das ukrainische Center for Civil Liberties.

Für Leipzig ist das also die Woche der Nobelpreise: Erst gewann der Evolutionsforscher Svante Pääbo aus Leipzig den Medizin-Nobelpreis, nun spricht die Friedensnobelpreisträgerin am Sonntag in der Stadt.

Seit Februar, mit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine, ist die nichtstaatliche Organisation „Memorial“ in Russland verboten. Scherbakowa hat mit Kriegsbeginn das Land verlassen und lebt seitdem im thüringischem Weimar. „Ich habe gerade in Ostdeutschland viele Freunde und Kollegen“, sagt sie. Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena hat sie als Gastprofessorin für Philosophie engagiert. Dass die Aktivistin nun quasi am Wochenende in Leipzig rund um das Lichtfest zum Revolutionsjahrestag am 9. Oktober ihre ersten großen öffentlichen Auftritte mit dem Friedensnobelpreis im Gepäck hat, ist vor allem für die Veranstalter ein unverhoffter Ritterschlag.

Eröffnet wird der Lichtfest-Abend am Sonntag um 19 Uhr auf dem Nikolaikirchhof, wo Besucherinnen und Besucher aus Tausenden von Teelichtern eine riesige, leuchtende „89″ formen können. Von dort werden Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und einige Ehrengäste Grußworte an die Menschen richten, die auch auf eine Leinwand auf dem Markt übertragen werden. An drei Orten in der Innenstadt werden dann internationale Künstlerteams bis 23 Uhr Licht- und Soundprojekte präsentieren, die sich mit den Themen der Friedlichen Revolution auseinandersetzen und ihnen eine zeitgenössische Perspektive geben.

 

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Bild des Tages

In Nähe der Thalia-Buchhandlung in der Leipziger Innenstadt ist auf einer Dachterrasse ein Feuer ausgebrochen. Acht Einsatzwagen der Feuerwehr waren aktuell vor Ort.

In Nähe der Thalia-Buchhandlung in der Leipziger Innenstadt ist auf einer Dachterrasse ein Feuer ausgebrochen. Acht Einsatzwagen der Feuerwehr waren aktuell vor Ort.

 

Fünf Lese-Empfehlungen für Sie

Zitat des Tages

Ich glaube, dass es in Mainz wild wird.

Marco Rose, Trainer von RB Leipzig vor dem Spiel am Sonnabend gegen Mainz.

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • RB Leipzig spielt in Mainz: Marco Rose fehlen einige wichtige Spieler. Beim Spiel in der Fußball-Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 wird der Coach des RB-Leipzig frisches Personal bringen. Timo Werner wird spielen – ein neuer Torwart soll kommen. Los geht es am Sonnabend um 15.30 Uhr. Die Partie natürlich bei LVZ.de im Liveticker.
  • 30 Jahre HHL: Mehr als 400 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft feiern morgen an der Handelshochschule Leipzig (HHL) den 30. Jahrestag ihrer Wiedergründung. Die 1898 von Leipziger Kaufleuten ins Leben gerufene Handelshochschule war schon damals Vorreiter als erste deutsche Hochschule für Wirtschaft. Nach der politischen Wende wurde die HHL auf Initiative der IHK zu Leipzig und namhafter Persönlichkeiten wie die ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und Prof. Dr. Georg Milbradt 1992 wiedergegründet mit dem Auftrag, die Transformation in Deutschland und Europa unternehmerisch zu begleiten.
  • Landesgartenschau endet: Ausflug gefällig? An diesem Wochenende haben Gäste das letzte Mal diese Möglichkeit, die Landesgartenschau in Torgau zu sehen. Unter dem Motto „Natur. Mensch. Geschichte.“ war das rund 24 Hektar große Veranstaltungsgelände seit dem April geöffnet. Die große Abschlussveranstaltung ist an diesem Sonntag ab 14 Uhr auf dem Konzertplatz. Verschiedene Gruppen werden eine Bühnenshow bieten. Außerdem wird der Staffelstab weitergereicht. Als nächster Ausrichter kommt Aue-Bad Schlema unter dem Motto „Vom Wismutschacht zur Blütenpracht“ zum Zuge. Die Landesgartenschau in Torgau war die neunte in Sachsen. Insgesamt waren statt der erwarteten 400000 nur rund 360 000 Besucher gekommen.
 

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag,

Ihre

Hannah Suppa

Chefredakteurin Leipziger Volkszeitung

 

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Der Medizin-Nobelpreis geht dieses Jahr nach Leipzig - was für eine Nachricht für die Forschung vor Ort! Im Podcast erzählt unser Wissenschaftsreporter Mathias Wöbking über Svante Pääbo und den Boost in Mitteldeutschland dieser Tage für die Wissenschaft.

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