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Trotz Gewaltandrohung

Die AfD rüstet sich für den Landtagswahlkampf

In der AfD laufen bei Siegbert Droese viele Fäden zusammen.

In der AfD laufen bei Siegbert Droese viele Fäden zusammen.

Leipzig.Die Alternative für Deutschland (AfD) hat angekündigt, dass sie trotz der jüngsten Angriffe von Linksextremisten in allen sieben Leipziger Wahlkreisen Kandidaten für die Landtagswahl nominieren wird. „Wir haben insgesamt 15 Bewerber für diese sieben Wahlkreise“, erklärte Siegbert Droese, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Leipzig. Unter diesen Bewerbern seien sechs Frauen. „Ich gehe davon aus, dass mindestens drei von ihnen als Landtagskandidaten nominiert werden“, so Droese, der auch stellvertretender Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter der AfD ist. „Aber entscheiden werden natürlich die Parteimitglieder auf unserer Aufstellungsversammlung am Sonnabend.“ Bis dahin würden öffentlich keine Namen genannt.

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Frauen-Power soll Grünau und Connewitz gewinnen

Nach LVZ-Informationen will die AfD im Wahlkreis Südwest (Grünau) mit einer Frau antreten. Bei ihr soll es sich um eine Grünauerin handeln, die seit vielen Jahren in der Plattenbau-Großsiedlung lebt. Die AfD sehe in Grünau die besten Chancen, eines der sieben Leipziger Direktmandate für einen Einzug in den sächsischen Landtag zu erobern, heißt es intern. Auch Kreisverbandschef Droese sieht das so. „In Grünau leben viele Menschen, die mit der Politik im Land nicht einverstanden sind“, erklärte er. „Dort ist vieles möglich, wenn wir mit einer glaubwürdigen Kandidatin antreten, die den Menschen aus der Seele spricht.“

Auch in Connewitz will die AfD offenbar mit einer Frau punkten. Dort soll es sich um eine Migrantin handeln. Die Rede ist von einer Russland-Deutschen, die entsetzt darüber sein soll, was sich im Land ihrer Träume abspielt. Ihr werden bei der Wahl am Sonnabend Chancen eingeräumt, weil sie „sehr kulturaffin“ sei und sich von der linken Favoritin Juliane Nagel abgrenzen könne. „Es gibt in Connewitz immer mehr Menschen die es stört, dass ihr Stadtteil so in Verruf geraten ist“, glaubt Droese. Diese wolle man mit dem Wahlkampf erreichen.

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AfD diskutiert über OSZE-Wahlbeobachter

Dass der Wahlkampf nicht nur in Connewitz schwer wird, ist den AfD-Oberen inzwischen bewusst. Angesichts der Gewaltaufrufe im Netz werde mit Angriffen auf AfD-Politiker und AfD-Wahlkampfstände gerechnet, heißt es dort. „Das Ausmaß der linken Gewalt hat unsere schlimmsten Befürchtungen übertroffen“, sagt Droese.

„Wir diskutieren darüber, ob wir nicht längst OSZE-Beobachter für die anstehenden Wahlen benötigen. Deutschland ist zwar keine Bananenrepublik, aber wir werden mit Gewalt überzogen und der Staat ist nicht mehr in der Lage, uns zu schützen.“ Die OSZE-Beobachter könnten helfen, die Exzesse zu minimieren, heißt es. Politiker der etablierten Parteien könnten so bewogen werden, sich mehr für den Schutz der AfD zu engagieren. „Wenn internationale Beobachter attestieren, dass in Deutschland bestimmte Parteien bei Wahlen systematisch benachteiligt werden, hätte das große Auswirkungen", glaubt der Kreisvorsitzende

„Leipziger fühlen sich wieder wie 1989“

Dass sich die AfD-Kandidaten durch die Gewaltandrohungen in ihrem Wahlkampf einschränken lassen, hält Droese für ausgeschlossen. „Wir wissen, dass wir auf der richtigen Seite stehen“, sagt er. „Jeder Kandidat kennt die schwierige Gemengelage und weiß, dass Politik kein Sandkastenspiel ist. Ich gehe davon aus, dass sich die Bewerber das vor ihrer Kandidatur noch einmal vergegenwärtigen.“

Trotzdem will die AfD möglichst viel Schutz für ihre Bewerber und deren Wahlkampfveranstaltungen organisieren. „Wir wollen keine Opfer produzieren“, betont der Kreischef. Deshalb setze man im Wahlkampf vor allem auf Polizeischutz. „Wir denken aber auch darüber nach, einige Veranstaltungen privat abzusichern“ – also private Sicherheitsfirmen zu engagieren. Viele Wähler würden sich von der Gewalt ohnehin nicht abhalten lassen, ihre Kreuze bei der AfD zu machen, eher im Gegenteil. „Wir haben unheimlich starken Zulauf“, beschreibt Droese die aktuelle Situation seines Kreisverbandes. „Trotz oder gerade wegen der Gewalt. Viele Leipziger fühlen sich wieder wie 1989. Sie sagen: Das wollen wir nicht mehr. Das Fass ist voll.“

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Von Andreas Tappert

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