Ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch wird chirurgisches Zentrum

Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch soll als chirurgisches Zentrum wiedereröffnet werden.

Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Wiederitzsch soll als chirurgisches Zentrum wiedereröffnet werden.

Die Eröffnung wird für den Herbst angepeilt.

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Eigentümer Golden Gate GmbH lud jetzt zu einer entsprechenden Info-Veranstaltung am 26. März vor Ort ins alte Bundeswehrkrankenhaus ein. Wie dieser Einladung zu entnehmen war, ist für den Posten des Chefarztes in dem neuen Zentrum Rudolf Ascherl im Gespräch. Der renommierte Orthopädie-Spezialist war bis 2007 Chef des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums im Park-Krankenhaus Leipzig, wechselte dann an eine Klinik im bayerischen Rummelsburg. Wie berichtet, ist er per Kooperation zwischen selbigem und den Krankenhäusern der Ediacon-Unternehmensgruppe mittlerweile schon wieder in Chemnitz und im Leipziger Diakonissenkrankenhaus tätig. Ascherl gilt als Experte für Gelenkersatz von Hüfte und Knie.

Er schrieb in der Einladung zur Infoveranstaltung, in Wiederitzsch werde eine "hochspezialisierte Klinik geschaffen", die einen wachsenden Bedarf bediene. Die Menschen würden immer älter, "künstliche Gelenke müssen vermehrt ausgetauscht werden". Der Professor rechnet damit, dass Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet nach Leipzig kommen würden, um in dem neuen Zentrum mit modernsten Methoden behandelt zu werden. Einzelheiten über die Höhe der Investitionen und die Zahl der Arbeitsplätze, die geschaffen werden sollen, wurden nicht mitgeteilt. Das soll ebenfalls nächste Woche passieren.

Dem Vernehmen nach soll die Krankenhausgesellschaft Ediacon das neue Klinikzentrum auch betreiben. Ediacon ist die vor anderthalb Jahren in Leipzig gegründete Dachgesellschaft der zur evangelisch-lutherischen Kirche gehörenden diakonischen Gesundheitseinrichtungen. Edgar Strauch, Medizinischer Ediacon-Geschäftsführer, betonte am Mittwoch gegenüber der LVZ: "Noch ist unsererseits nichts in Sack und Tüten." Ediacon sei von Golden Gate angefragt worden, ob eine Zusammenarbeit vorstellbar sei, per Kooperation, als Betreiber, als Partner. "Wie auch immer, wir sind dabei, all das zu prüfen und noch mit allen politischen Seiten zu beraten." Strauch hat die Einladung zum Informationstag mit unterschrieben.

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Eigentümerin der 4,2 Hektar großen Immobilie, deren Anfänge bis ins Jahr 1937 zurückreichen, ist die Golden Gate Leipzig GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Münchner Golden Gate AG. Diese investiert in Krankenhäuser und hält Leipzig für "eine der dynamischsten Regionen Deutschlands".

Das hochmoderne Bundeswehr-Krankenhaus wurde am 31. März 2007 geschlossen. Zuvor, von 1996 bis 1998, war das Militärhospital für 118 Millionen D-Mark (umgerechnet rund 60 Millionen Euro) saniert worden. Noch im Juli 1998, zur Übergabe des ersten Bauabschnitts, hatte der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) das Krankenhaus als "das beste und neueste, was im Osten entsteht", bezeichnet. Es galt damals zugleich als das modernste Bundeswehr-Krankenhaus und hatte knapp 500 Beschäftigte. Gegen die Schließung hatte es erhebliche Proteste gegeben, letztlich erfolglos. Die Ärzte in der Klinik waren ausschließlich Soldaten. Behandelt wurden aber auch zivile Patienten.

Ulrich Milde/Angelika Raulien/Andrea Richter

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