150.000 Quadratmeter Fläche

So läuft der Abriss der ehemaligen Gusswerke Leipzig

Mehrere Abrissbagger rücken den ehemaligen Gusswerken Leipzig zu Leibe.

Mehrere Abrissbagger rücken den ehemaligen Gusswerken Leipzig zu Leibe.

Leipzig. Auf dem Gelände der ehemaligen Gusswerke Leipzig (früher Halberg-Guss) im Westen der Stadt hat der Abriss der alten Fabrikhallen begonnen. Nach Angaben der Unternehmensgruppe Hagedorn sollen die Arbeiten bis zum Herbst abgeschlossen sein. Dann werde das baureife Gelände an einen Investor übergeben, sagte Hagedorn-Sprecherin Judith Roderfeld. „Wo früher große Öfen hartes Metall einschmolzen, werden bald neue Flächen für Gewerbe und Industrie entstehen.“ Sobald die Baugenehmigung vorliege, könnten die Hochbauarbeiten beginnen. Das werde, so die Sprecherin weiter, voraussichtlich Ende 2023/Anfang 2024 sein.

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Hagedorn, ein Gütersloher Familienunternehmen, das auf Abbruch, Altlastensanierung und Flächenrevitalisierung spezialisiert ist, hatte die 150.000 Quadratmeter große Industriebrache an der Merseburger Straße vor einem Jahr aus der Insolvenzmasse der Halberg-Guss erworben.

Insolvenz – Suche nach Investoren bleibt erfolglos

Die Gusswerke hatten 2019 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Eine Suche nach Investoren blieb erfolglos. Im September 2020 endete die 130-jährige Geschichte des Unternehmens. Die Firma, in der vorher noch 400 Menschen beschäftigt waren, wurde abgewickelt. Das Inventar, darunter Gießereimaschinen, Büromöbel und Computertechnik, wurde versteigert.

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Im Februar 2022 übernahm Hagedorn das verwaiste Areal. Zusammen mit der Stadt und einem Projektpartner habe man einen Plan für das Gelände entwickelt, sagte die Hagedorn-Sprecherin. Die Unternehmensgruppe ist demnach verantwortlich für den Abbruch, die Entsorgung, die Schadstoffsanierung und die Revitalisierung des Areals. Ein Investor werde dort einen Business- und Gewerbepark errichten. Details nennt das Unternehmen noch nicht. Ein weiteres Grundstück mit einem 160 Meter hohen Schornstein und einer Größe von rund 30.000 Quadratmetern am nördlichen Rand der Gusswerke hat Hagedorn jedenfalls mittlerweile auch erworben.

Biotop wurde auf Nachbargrundstück umgesiedelt

Im vergangenen Sommer fanden die ersten Vorbereitungen für den Abbruch der alten Fabrikhallen statt. In Abstimmung mit den Behörden wurden zunächst die ehemaligen Industriegebäude unter die Lupe genommen. Nach den Untersuchungen habe man für die auf dem Gelände entdeckten Tiere eine neue Heimat gefunden. Ein Biotop hat Hagedorn auf das angrenzende Grundstück umsiedeln können – und es dadurch gleich aufgewertet.

Matthias Kühn, Bauleiter für den Rückbau und langjähriger Gießereimitarbeiter, geht während der Abrissarbeiten durch die ehemalige Gießerei.

Matthias Kühn, Bauleiter für den Rückbau und langjähriger Gießereimitarbeiter, geht während der Abrissarbeiten durch die ehemalige Gießerei.

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Vor Beginn der jetzigen Rückbauarbeiten erfolgte neben den Biotop- und Artenschutzmaßnahmen die Sicherung von Wertstoff und die Schadstoffsanierung. An den teilweise sehr hohen Bauten kamen Hubsteiger zum Einsatz, um das verbaute Dämmmaterial entfernen zu können. Mit speziellen Saugern wurden die beim Abbruch anfallenden Stäube und Sande aufgefangen und gesondert beseitigt. Erst danach konnte der eigentliche Abbruch beginnen.

Die Hagedorn Unternehmensgruppe aus Gütersloh hat das 150.000 Quadratmeter große Gelände gekauft und will nach dem Abriss die Fläche für einen Gewerbepark vorbereiten.

Die Hagedorn Unternehmensgruppe aus Gütersloh hat das 150.000 Quadratmeter große Gelände gekauft und will nach dem Abriss die Fläche für einen Gewerbepark vorbereiten.

Stadt erstellt Potenzialanalyse für Industriegebiet im Westen

Das Wirtschaftsdezernat der Stadt arbeitet derzeit an einer Potenzialanalyse zur Revitalisierung des gesamten Altindustriestandortes entlang der Ludwig-Hupfeld- und der Merseburger Straße. Sie soll nach Rathausangaben bis Ende des ersten Quartals vorliegen. Darin untersucht werden unter anderem der vorhandene Unternehmensbestand, die Entwicklungsmöglichkeiten, die die Flächen bieten, die Verkehrsinfrastruktur und der ökologische Zustand.

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