„Hrywnja“ wertlos – Leipziger Banken helfen

Flüchtlinge aus der Ukraine können ihr Geld nicht tauschen

Mit ihrem Ersparten können ukrainische Flüchtlinge derzeit in Deutschland nicht viel anfangen. Ein Umtausch der Landeswährung in Euro ist nicht ohne Weiteres möglich.

Mit ihrem Ersparten können ukrainische Flüchtlinge derzeit in Deutschland nicht viel anfangen. Ein Umtausch der Landeswährung in Euro ist nicht ohne Weiteres möglich.

Leipzig. Viele Ukrainer haben noch schnell das Geld von ihrem Konto abgehoben, bevor sie sich auf eine ungewisse Flucht vor den Bomben Putins begaben. Damit sie nicht ganz mittellos dastehen und fernab ihrer Heimat bezahlen können. Doch die Hrywnja, so heißt die ukrainische Währung, nützt ihnen hier nichts. Abgesehen davon, dass diese bereits seit Januar, als die Krise zu eskalieren drohte, deutlich an Wert verloren hatte. Die Geflüchteten können sich nun nichts dafür kaufen, keine Bank oder Wechselstube tauscht ihnen ihr Erspartes derzeit in Euro um. Lösen kann dies auch die Leipziger Sparkasse derzeit nicht, die sich auf die Situation einstellt.

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Ukrainische Notenbank setzt Handel aus

„Ukrainische Schutzsuchende kommen nur in Einzelfällen in unsere Filialen, um Bargeld zu tauschen. In den überwiegenden Fällen tauschen sie amerikanische Dollar in Euro. Das ist problemlos möglich“, sagt Harald Langenfeld, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leipzig. Ukrainisches Bargeld könne derzeit jedoch generell nicht durch Kreditinstitute eingetauscht werden. Hintergrund: Die ukrainische Notenbank hat nach Kriegsbeginn den Handel mit Hrywnja ausgesetzt. Laut Bundesbank lässt sich dadurch ihr Wert nicht mehr feststellen, eben weil kein Handel erfolgt. Das heißt, es gibt keine Möglichkeit, das ukrainische Bargeld bei der Zentralbank einzuzahlen.

Sparkasse prüft Verfügbarkeit von Wohnungen

"Wie viele Menschen auf der Welt sind wir entsetzt über den Angriffskrieg, den die Russische Föderation in der Ukraine führt", betont Langenfeld. "Gleichzeitig wünschen wir für die Ukraine zutiefst, dass es möglichst bald einen Ausweg gibt." Zwischenzeitlich wolle auch die Sparkasse den ukrainischen Menschen "eine helfende und partnerschaftliche Hand" sein. "Deswegen haben wir beschlossen", so Langenfeld, "Konten unbürokratisch und kostenfrei zu eröffnen und Informationen auf Ukrainisch und Russisch zur Verfügung zu stellen. Zudem haben wir eine Spendenaktion auf unser Regionalplattform 99 Funken ins Leben gerufen und prüfen die Verfügbarkeit sparkasseneigener Wohnungen", erläutert der Vorstandschef.

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Europäische Zentralbank sucht Lösung

Die Commerzbank Leipzig hilft den Flüchtlingen ebenfalls dabei, ein kostenfreies Konto zu eröffnen. Der Umtausch ihrer Landeswährung wird indes noch durch einen anderen Grund schwierig. „Die ukrainische Währung haben wir bislang weder angekauft noch verkauft. Es gab einfach keine Nachfrage“, sagt Sprecherin Sabine Schanzmann-Wey. Sobald es eine stabile Lösung für den Hrywnja gibt, sei man aber bereit, dies zu unterstützen. Die Europäische Zentralbank arbeitet daran, heißt es.

Von Mathias Orbeck

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