Bei Rotem Bullen musst Du stehen ...

Freibeuter fordern vielfältigere Figuren für Leipzigs Ampelanlagen

An der Leipziger Semmelweißstraße zwischen Straße des 18. Oktober und Altenburger Straße gibt es bereits Ampelfrauen.

An der Leipziger Semmelweißstraße zwischen Straße des 18. Oktober und Altenburger Straße gibt es bereits Ampelfrauen.

Leipzig. Gleichberechtigung und Diversität – sollten nicht nur in Privat- und Berufsleben, sondern auch im Straßenbild umgesetzt werden. Dafür macht sich die Fraktion der Freibeuter im Leipziger Stadtrat stark. Gut zwei Jahre nachdem in der Messestadt an einigen ausgewählten Lichtsignalanlagen bereits Ampelfrauen eingeführt wurden, plädiert die Fraktion für mehr weibliche und noch vielseitigere Lichtzeichen.

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„Zusätzlich zu weiteren mittlerweile vorhandenen DDR-Mädchen sollen zukünftig verschiedenartige andere Motive die Leipziger Ampeln schmücken, beispielsweise homosexuelle Paare, Figuren mit Behinderungen, Figuren mit Gegenständen und Tierfiguren“, heißt es in einem Antrag für die Ratsversammlung.

Neben dem positiven Effekt für alle Leipziger würde sich die Messestadt auch auf diesem Wege für Gäste als bunte und vielfältige Gesellschaft präsentieren, so die Idee weiter. Um Kosten für den Austausch der Schablonen zu sparen, sollten die vielfältigeren Ampelsymbole erst zum tunusmäßigen Austausch angebracht werden.

Wanderer, Bäcker – oder grüner Chemiker?

Völlig neu und aus der Luft gegriffen ist der Vorschlag der Freibeuter-Fraktion – die ein Zusammenschluss der FDP-Politiker Naomi-Pia Witte, Rene Hobusch und Sven Morlok mit der Piratin Ute Elisabeth Gabelmann ist – zumindest nicht. So gibt es beispielsweise in Erfurt bereits seit Jahren Eis essende Ampelmännchen, Figuren mit Regenschirm, Schulanfänger, als Bäcker und Wanderer auf den Lichtsignalen. In Trier wurde im März 2018 eine Ampel mit Konterfei von Karl Marx eingeweiht, in Wien gibt es seit dem Eurovision Songcontest 2015 auch gleichgeschlechtliche Ampelpäarchen. In München werden zum jährlichen Christopher Street Day ebenfalls punktuell homosexuelle Ampelpaare angebracht.

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Für Leipzig ließen sich natürlich auch regional spezifische Symbole finden. So wären Referenzen an die Fußballclubs der Stadt denkbar, könnte das Motto: „Beim Roten Bullen musst Du stehen, beim grünen Chemiefan darfst Du gehen“ zur Eselsbrücke in der Verkehrserziehung werden. Denkbar wären sicher auch Tiere aus dem Leipziger Zoo – ein Nashorn fordert Fußgänger zum Stoppen auf, beim Tiger geht es dann zügig über die Straße.

Leipziger sollen Motive selbst vorschlagen

Sicher ist: Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Freibeuter schlagen deshalb vor, dass die Leipziger Vorschläge einreichen sollen, wie die Ampelfiguren am Ende tatsächlich aussehen könnten. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) soll zudem verschiedene Motive beim Staatsministerium für Wirtschaft in Auftrag geben. Ob die Diversität auf Leipzigs Lichtsignalanlagen ins Rollen kommen kann, ist allerdings auch noch abhängig von der Ratsversammlung. Dort müsste ein Mehrheit den Ideen der Freibeuter erst einmal ihre Zustimmung geben. Wann der Vorschlag zur Abstimmung kommt, ist noch unklar. Im Juni soll erstmal der Fachausschuss für Stadtentwicklung und Bau darüber beraten.

Der Einführung der Leipziger Ampelfrauen im Frühjahr 2016 war eine Genehmigung des sächsischen Verkehrsministeriums vorausgegangen. Zusätzliche Kosten entstanden bei der Installation der letztlich sechs Schablonen nicht, weil diese beim ohnehin geplanten Austausch durchgeführt wurden.

Von Matthias Puppe

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