Umweltschutz

„Fridays for future“-Bewegung versammelt hunderte Schüler in Leipzig

Über 200 Schüler kamen zur Demo gegen den Klimawandel auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Leipzig.

Über 200 Schüler kamen zur Demo gegen den Klimawandel auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof in Leipzig.

Leipzig. "Wenn wir jetzt nicht handeln, gibt es keine Zukunft mehr, für die es sich zu lernen lohnt" oder "Die kleine Raupe hat es satt". Diese und zahlreiche andere Sprüche prangten am Freitagmittag auf dem Willy-Brandt-Platz. Jutebeutel und Schulranzen drängten sich vor dem LVB-Häuschen, obwohl eigentlich noch Unterricht gewesen wäre. Der Grund? "Fridays for future", eine länderübergreifende Bewegung junger Menschen und vor allem Schüler, die freitags streiken, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu protestieren.

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Nicht alle Schulen unterstützen das Projekt

Sophia, gerade 18 geworden, geht in die Oberstufe des Robert-Schumann-Gymnasiums und folgt dem Beispiel der Schwedin Greta Thunberg, die die Bewegung ins Leben gerufen hat. Seit vergangenem August lenkt sie die Aufmerksamkeit auf ihren freitäglichen Schulstreik, um ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Sophia hatte die erste Leipziger "Fridays for future"-Demonstration Ende Dezember initiiert und fand sich damals mit 27 anderen Überzeugten zusammen. Am Freitag waren es mehr als 200 Schüler und Studenten, die an ihrer Seite standen, um zum Wilhelm-Leuschner-Platz zu ziehen und dort ihre Kundgebungen zu halten. 500 hatten sich angemeldet.

Manche Schulen unterstützen das Projekt. Andere haben es verboten, an der Demo teilzunehmen, weigern sich, den Mädchen und Jungen schulfrei zu geben. „Ich will eine enkeltaugliche Welt. Nachhaltig, den Begriff finde ich zu schwammig. Aber aktuell wird einfach zu wenig gegen den Klimawandel gemacht und wir müssen jetzt handeln. Wir können nicht in 20 Jahren versuchen, unsere Fehler von heute auszugleichen“, sagt Sophia im Brustton der Überzeugung.

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Schwänzen für den Umweltschutz

Leipzig, 18.01.2019: Rund 500 Schüler haben am Freitag gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz demonstriert. Der Name der Aktion: "Fridays for Future". Eine der Demonstranten ist die Schülerin Sophia Salzberger.

„Umwelt geht uns alle etwas an.“

Eine Mädchengruppe weiter steht Anna (21). Sie macht an der Heimerer-Akademie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Sie hält einen wiederverwendbaren Kaffeebecher für unterwegs in den Händen, ihre goldenen Ohrringe blitzen im Sonnenlicht. „Umwelt geht uns alle etwas an“, sagt sie. „Wir wollen noch länger etwas von dieser Erde haben und deswegen unterstütze ich diese Bewegung. Ich habe unsere Lehrerin gefragt, ob wir nicht gesammelt an der Demo teilnehmen können, um daraus ein Projekt zu machen.“ Louis gehört mit 15 Jahren zu den jüngsten Teilnehmern und geht auf die Waldorfschule. Er trägt ein großes Transparent, auf dem ein Mädchen mit einem Erde-Luftballon zu sehen ist, angelehnt an das berühmte Banksy-Werk. „Je mehr Leute an der Bewegung teilnehmen, desto besser kommt die Forderung zu Geltung. Es ist längst überfällig, dass sich mehr Menschen mit dem Klimawandel auseinandersetzen“, sagt der Schüler. In der Politik findet die Bewegung ebenfalls Anklang: Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Landestagsfraktion der Linken, sieht die Bewegung als „gelebte Demokratie“.

Von Katharina Stork

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