Nahverkehr in Leipzig

Gabelmann: LVB-Fahrer haben Radfahrerin übel beleidigt

Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) will den Vorgang aufklären. Sie stellt Fragen nach dem Betriebsklima bei den stadteigenen Leipziger Verkehrsbetrieben und der Haltung zu Frauen.

Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) will den Vorgang aufklären. Sie stellt Fragen nach dem Betriebsklima bei den stadteigenen Leipziger Verkehrsbetrieben und der Haltung zu Frauen.

Leipzig. Ute Elisabeth Gabelmann glaubte ihren Ohren nicht zu trauen, als sie am Donnerstag in einer Straßenbahn der Linie 11 saß, die am Hauptbahnhof in Richtung Südvorstadt fuhr. „Am Bahnhof wollte eine Radfahrerin noch die Gleise queren und achtete offenbar nicht auf die schon anfahrende Bahn, die lediglich leicht bremsen musste“, berichtet die Stadträtin der Piratenpartei. Daraufhin soll ihr der Fahrer nach den Worten von Gabelmann lautstark eine sexistische Beleidigung der übelsten Sorte hinterher gebrüllt haben („Fo...“). Der schon für den Fahrerwechsel bereitstehende Kollege habe mit einer ebenfalls zutiefst herabwürdigenden und sexistischen Äußerung eingestimmt.

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Für Gabelmann ist damit eine Grenze überschritten. Da diese Ausdrucksweise weit über einen ärgerlichen Ausruf in einer brenzligen Straßenverkehrssituation hinausgehe, würden sich Fragen nach dem Umgang mit anderen Straßenverkehrsteilnehmern, dem Betriebsklima und vor allem der Haltung zu Frauen stellen, die ja auch bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) gleichberechtigte Mitarbeiterinnen sind. „Nach diesem Vorfall sehe ich es als unklar an, ob der städtische Eigenbetrieb LVB und dessen Mitarbeiter zu den Werten stehen, die die Stadt Leipzig und damit auch ihre Tochterunternehmen verkörpern. Ich verstehe, dass in Zeiten der Personalnot vielleicht schnell eingestellt und erst später nachgeschult wird, setze aber dennoch bei allen – auch neuen – Mitarbeitern Grundformen des menschlichen Miteinanders voraus.“

Gespräche mit Personalleitung und Betriebsrat geplant

Bei den LVB hieß es am Freitag, man könne diesen Fall wegen fehlender Angaben nicht recherchieren. „Unsere Mitarbeiter im Kontroll- und Fahrdienst sind für solche Ausnahmesituationen geschult, da solche sprachlichen Entgleisungen unserem eigenen Qualitätsanspruch widersprechen“, erklärte LVB-Sprecher Marc Backhaus. „Sollte sich ein Verdacht erhärten, nehmen wir dies zum Anlass, um personalrechtliche Konsequenzen umzusetzen.“

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Stadträtin Gabelmann will nun das Gespräch mit Personalleitung und Betriebsrat der LVB suchen. „Ich gebe dort gern alle Daten zu dieser Straßenbahnfahrt an“, kündigte sie an. Gleichzeitig rief sie LVB-Kunden auf, die ähnliche Vorfälle beobachtet haben, ihr diese unter kontakt@piratenlily.net mitzuteilen.

Von Andreas Tappert

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