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Medienpreis

"Goldene Henne" in Leipzig verliehen – Preise für Otto, IaF und die Lochis

Max Giesinger, Otto, Kerstin Ohlemann, Andrea Kathrin Loewig und Christa Loewig bei der "Goldenen Henne" 2018.

Max Giesinger, Otto, Kerstin Ohlemann, Andrea Kathrin Loewig und Christa Loewig bei der "Goldenen Henne" 2018.

Leipzig.Die Uhr zeigte 21.12 Uhr am Freitagabend, da kam ein historischer Moment. Der Mitteldeutsche Rundfunk schrieb seine Geschichte um. Laudatorin Elisabeth Lanz  huldigte  zum 20-jährigen Jubiläum „In aller Freundschaft“ – und ehrte auch die Eltern der Erfolgsserie. Da traute man  kaum seinen Ohren. Weder von Karl-Heinz Staamann (vor ein paar Jahren verstorben) noch von Hans Werner Honert (saß im Publikum in der Leipziger Messehalle) war die Rede. Peinlich!

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Gefeiert wurde die Truppe der Leipziger Sachsenklinik trotzdem. Zu Recht. So lange auf dem Bildschirm und immer noch sechs Millionen Zuschauer.  Da landete die Ehren-Henne goldrichtig. Naja, aber wer will schon rechten über die Preise zur Preis-Show von „Super Illu“, MDR und rbb? Die meisten sind schließlich abgestimmt. Die eine Seite. Die andere: Das muss man auch attraktiv auf den Bildschirm bringen. Das kann der MDR.

Wenig Überraschung

Sogar mit mehr Überraschung als so manche Henne. Schauspiel-Sieger Elias M’Barek („Fack ju Göthe“), wen kann das schon wundern? Den Preis widmete er dann all jenen Leuten, die gegen Rechte und Intoleranz in Sachsen auf die Straßen gehen. Angelique Kerber? Da kommt keiner vorbei. Da die Wimbledon-Siegerin gerade in Peking antritt, reiste Moderator Kai Pflaume zum Trainingsplatz bei Poznan und überraschte die Tennisspielerin, nachdem zuvor die verunglückte Kristina Vogel eine optimistische Videobotschaft aus ihrer Berliner Reha geschickt hatte.

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Eine locker-witzige Laudatio, die nach selbst verfasst klang, hielt Toni Krahl für Gregor Gysi (Henne Politik), erinnerte an Partys zu DDR-Zeiten im Hause Gysi, in der Gregor immer im Mittelpunkt stand, und scherzte über Kleinigkeiten (was die körperliche Größe betrifft). Launig fand Gysi, dass der Stand der deutschen Einheit bei einer Henne für ihn hoffen lasse. Ein bewegender Moment: die Geschichte der zweijährigen Hanna und ihrer Mutter. Das kleine Mädchen litt an einem Hirntumor, wurde gerettet und fand mit Hilfe von Sonnenstrahl e.V. aus Dresden ins Leben zurück. Zur Charity-Henne gab es für den Verein einen 25 000-Euro-Scheck des Ostdeutschen Sparkassenverbands.

Boris Aljinovic verbeugte sich am Ende der dreistündigen Show tief vor Ostfriese Otto Waalkes (Henne Lebenswerk), dem „großen, tollpatschigen Kind“, das trotzdem „ein Werk voll tiefer poetischer Qualität“ geschaffen habe. Otto kam, setzte auf den Hennenkopf einen Ottifanten – und fragte sich erst mal: Habe ich einen Preis für mein lautmalerisches Werk bekommen? Dann erinnerte er sich, dass er der deutschen Sprache den Schniedelwutz schenkte. Was  nach Preisung ruft. Wie das völkerverbindende Jodeln, dass Otto aus Bayern in die Welt getragen hat.

Musikalisch vielfältig

Natürlich gab die Show der Show, was eine Show eben so braucht. Blaues Leuchtlicht und grünes Insellicht, Irland-Postkarten (Angelo Kelly & Family), Koggen in schwerer See (Santiano) auf der Rückwand. Oder Porträts von Holger Biege, dem eine Erinnerung in drei Songs (Henning Wehland, Jeannette Biedermann, Sebastian Hämer) gewidmet war. Da hörte man dann, wie schwer die Lieder des Verstorbenen nachzusingen sind. Wie anders klang dagegen doch jenes „Gras“ von Gerhard Gundermann, das Regisseur Andreas Dresen, Alexander Scheer (Gundermann) und Gitarrist Jürgen Ehle (Pankow) so wunderbar wachsen ließen.

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Musikalisch wurde also  kühn gemixt – von Peter Maffay („Nessaja“) über Pur („Zu Ende träumen“) und Karat („Eins mit dir“, Claudius Dreilich im Duett mit Jeannette Biedermann) bis Angelo Kelly & Family („Lord of Dance“), Nico Santos („Safe“) und Beatrice Egli („Halt mich“, kraftvolles Grönemeyer-Melos zum kraftlosen Schlager verrührt). Nico Santos, Max Giesinger, BossHoss – es war wirklich kunterbunt. Dazu Deutsches Filmorchester Babelsberg, MDR Kinderchor und Fernsehballett. Nur Ben Zucker, Reibstimme mit Stahlhelm-Frisur, durfte als gestern nicht ans Mikro, weil er die Aufsteiger-Henne erhielt. Viel Freude beim wirbeligen Ross Anthony, feste Nummer im MDR-Unterhaltungsprogramm, der die Entertainer-Henne bekam. Dass Die Lochis die erste Online-Henne bekamen, wen wundert das schon. Eher verwunderte, dass der Beitrag über diese Gewinner schon so perfekt produziert war. Einen Lacher gab’s auch: einer der Lochis  dankte der Goldenen Kamera, korrigierte sich aber sofort vor Kai Pflaume. Der ist nach Jahren des Moderatorenwechsels nun eine feste Dauergröße. Gute Wahl. Kai Pflaume war einfach locker drauf, immer einfühlend, immer, wenn nötig, eine passende Antwort in seinem Ärmel.

Von Norbert Wehrstedt

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