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Nahverkehr

Gratis-Fahrten bei Verspätungen in Halle - zieht Leipzig nach?

Entgleisungen wie diese an der Endstelle in Meusdorf blockieren stundenlang Straßenbahnstrecken und lösen lange Verspätungen aus.

Entgleisungen wie diese an der Endstelle in Meusdorf blockieren stundenlang Straßenbahnstrecken und lösen lange Verspätungen aus.

Leipzig.Klagen über unpünktliche Straßenbahnen und Busse der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gibt es mehr als genug. Weil Leipzigs Nahverkehrssystem eng vertaktet ist, reichen oft wenige Minuten Verspätung aus, um Anschluss-S-Bahnen zu verpassen. In solchen Fällen bieten in Deutschland immer mehr Verkehrsunternehmen ihren Kunden „Entschädigungen“ an – seit 1. September auch wenige Kilometer von Leipzigs Stadtgrenze entfernt der Nahverkehrsbetrieb Hallesche Verkehrs-AG (Havag).

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In Halle dürfen Kunden jetzt 24 Stunden gratis in den Tarifzonen 210 oder 233 fahren, wenn ihre Straßenbahnen oder Busse zwischen 5 und 22 Uhr mehr als 20 Minuten Verspätung haben. Sie erhalten dafür gratis eine 24-Stunden-Karte für eine Person. Kommt es zwischen 22 und 5 Uhr zu mehr als 20-minütigen-Verspätungen, beteiligt sich die Havag sogar bis zu 20 Euro an der Taxi-Rechnung. Die Havag nennt dies eine „Kundenoffensive“. „Mit diesen freiwilligen Garantien wird unser Qualitätsanspruch messbar“, sagt dort Bereichsleiter Andreas Völker.

Aus diesem Grund gibt es in Halle auch eine „Ticket-Garantie“. Das Prinzip: Sind mobile Fahrkartenautomaten in Fahrzeugen der Havag defekt, dürfen Betroffene ihre Fahrt bis zum nächsten Umstieg fortsetzen. Wenn in der Zwischenzeit Kontrolleure kommen, können Fahrkarten direkt beim Personal gekauft werden.

Ticket-Garantie in Leipzig

Bei den LVB heißt es, dass es diese Ticket-Garantie auch in Leipzig gibt. Sobald in den LVB-Fahrzeugen ein mobiler Ticketautomat defekt ist, seien auch die Kunden hier berechtigt, die Fahrt kostenlos fortzusetzen. Wie bei der Havag müsse aber bei der nächsten Möglichkeit ein Ticket gekauft werden.

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Eine Entschädigung in Form von Gutscheinen für „Gratis-Fahrten“ oder gar eine Beteiligung an Taxi-Rechnungen bis zu einer Höhe von 20 Euro gibt es in Leipzig aber nicht. Auf LVZ-Anfrage hieß es jedoch, dass die LVB ebenfalls Entschädigungen prüfen.

Denn auch im Leipziger Nahverkehr gibt es Verspätungen von 20 Minuten und mehr. Vor allem dann, wenn Strecken blockiert sind – zum Beispiel bei Einsätzen von Rettungsfahrzeugen oder Feuerwehren. Oder wenn ein Wagenzug liegen bleibt und nicht schnell genug abgeschleppt werden kann. „Wir verfolgen deshalb die Idee einer Zufriedenheitsgarantie“, skizziert Unternehmenssprecher Marc Backhaus die Position der LVB. „Dabei wollen wir vor allem digitale Lösungen nutzen, um unseren Kunden ein einfaches und unbürokratisches Angebot zu unterbreiten.“ Geplant sei die Einführung einer solchen Zufriedenheitsgarantie aber „frühestens 2020.“

Entschädigungsanspruch per App

Dem Vernehmen nach setzen die LVB auf ein digitales Verspätungsmanagement, das den Aufwand für die Bearbeitung von Kundenreklamationen in Grenzen halten soll. Denn die Leipziger wollen nicht, dass jeder Kunde ein eventuell mehrseitiges Formular ausfüllt, das dann aufwendig von LVB-Mitarbeitern überprüft und als Gutschrift an den Betroffenen gesandt werden muss.

Die Idee der LVB: Entschädigungsansprüche für längere Verspätungen sollen einmal mit Hilfe einer Handy-App angemeldet werden. Anschließend soll dieser Vorgang dann möglichst automatisch mit den Verkehrsdaten der LVB abgeglichen und dem Kunden möglichst digital eine „Entschädigung“ übermittelt werden. Über die Einzelheiten hüllen sich die LVB in Schweigen. In Halle können Kunden der Havag ihre Entschädigungsanträge schon seit dem 1.September digital stellen.

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Von Andreas Tappert

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