Zentrum-Ost

Grünen werfen LWB vor, Geld für Hotelneubau zu verplempern

Hinterm Wintergartenhochhaus baut die LWB derzeit Wohnungen und Apartments für ein Hotel.

Hinterm Wintergartenhochhaus baut die LWB derzeit Wohnungen und Apartments für ein Hotel.

Leipzig. Wieder Ärger um ein Bauprojekt der kommunalen Wohnungsgesellschaft LWB: Hinter dem Wintergartenhaus errichtet das Unternehmen in der Schützen-/Ecke Querstraße zwei Häuser. Darin entstehen 58 Wohnungen mit Kaltmieten von über zehn Euro pro Quadratmeter, die ab 2019 bezugsfertig sein sollen, sowie 44 Hotel-Apartments. Letztere lösten bei den Grünen im Stadtrat jetzt heftige Kritik aus. Mehr als 20 Millionen Euro fließen in das Bauprojekt.

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An der Ecke Quer-/Schützenstraße soll das Hotel einziehen.

An der Ecke Quer-/Schützenstraße soll das Hotel einziehen.

„LWB investiert in den Bau eines Lusxus-Hotels“, posaunte Tim Elschner, stadtentwicklungspoltischer Sprecher der Fraktion, gestern empört aus dem Rathaus. Tatsächlich handelt es sich bei dem Betreiber um die Mittelklasse-Kette Best Western, wie jetzt ein Schild am Haus offenbart.

Ein Schild am Haus weist schon auf den künftigen Hotelbetreiber hin.

Ein Schild am Haus weist schon auf den künftigen Hotelbetreiber hin.

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„Damit werden die Eigentümerziele, die letztes Jahr nach hartem Ringen im Stadtrat fortgeschrieben wurden, ad absurdum geführt“, erklärte Elschner. Danach sei die LWB angehalten, leerstehenden Wohnraum zu renovieren und zu bezahlbaren Mieten an Wohnungssuchende zu vergeben. Elschner forderte von der stadteigenen Gesellschaft, „jeden Euro für die dringend nötige Sozial-Wohnbau-Offensive“ einzusetzen. Er verstehe nicht, dass das ohnehin knappe Geld für Hotel-Projekte ausgegeben wird und beispielsweise eine dringende Renovierung des leerstehenden LWB-Gebäudes in der Gerberstraße hinterm Astoria-Hotel noch länger aufgeschoben wird. Eine LVZ-Antrage an die LWB blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

FDP-Stadtrat René Hobusch bezeichnete am Freitag Elschners Kritik als "völlige Fehleinschätzung". Die LVB müsse auch Gewinne erwirtschaften und damit dann günstige Wohnungen querfinanzieren.

Vor zwei Jahren war die LWB schon mal in die Schlagzeilen geraten. Damals war bekannt geworden, dass sich der städtische Vermieter im Luxus-Wohnsegment engagiert. In einen frisch sanierten Altbau in Stötteritz verlangte die LWB Monatsmieten von über 3000 Euro.

Von Klaus Staeubert

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