1000-Euro-Prämie

Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg: „Sogar wenn es im Osten brennt, werden wird gerufen“

LVZ-Chefredakteurin Hannah Suppa übergibt der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg die Siegprämie für die Aktion Helden der Region in Leipzig.

LVZ-Chefredakteurin Hannah Suppa übergibt der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg die Siegprämie für die Aktion Helden der Region in Leipzig.

Leipzig. Nein, eine riesige Überraschung ist es nicht, dass die Kameradinnen und Kameraden aus Böhlitz-Ehrenberg den Wettbewerb "Helden der Region" in Leipzig für sich entschieden haben. Schließlich sind sie Leipzigs größte Feuerwehr, mit 45 Einsatzkräften. Mit einem eigenen Tanklöschfahrzeug und einer eigenen Drehleiter. Eine Art FC Bayern der Leipziger Feuerwehren, auf die niemand in dieser Stadt verzichten könnte.

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„Sogar wenn es im Osten brennt, werden wird gerufen“, sagt Jugendwehrleiter Sven Kühne, 45, heute mit Weihnachtsmann-Mütze auf dem Kopf. Es ist Weihnachtsmarkt in Böhlitz-Ehrenberg, es herrscht fast dörfliche Atmosphäre. Die Freiwillige Feuerwehr organisiert den Markt, baute auf, schenkt nun Glühwein aus.

2021 fuhren die Feuerwehrleute zur Flut nach Ahrweiler

Wenig später steht Gerätewart Bernd Maetzold auf der Bühne und sagt: „Wir wollen uns besonders bedanken bei den Böhlitz-Ehrenbergern, die fleißig mitgevoted haben bei der Online-Abstimmung.“ Um den Abstimmungswettbewerb der LVZ, unter Schirmherrschaft des sächsischen Innenministers Armin Schuster, für sich zu entscheiden, bedurfte es der meisten Stimmen. Böhlitz-Ehrenberg erhielt fast jede dritte in Leipzig.

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Ihre Leute zum Abstimmen zu bewegen war keine allzu große Herausforderung für die Freiwillige Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg, die vielleicht Leipzigs digitalste, mitteilungsfreudigste Feuerwehr ist. Fünf Kameraden sind für Arbeit in den sozialen Medien verantwortlich. Über aktuelle Einsätze wird stets auf der Website berichtet. Zum Beispiel kürzlich, bei einem Werkstattbrand, den die Kräfte vier Stunden lang löschen mussten. Oder im Sommer als die Feuerwehr in Richtung Norden ausrückte, weil in Arzberg der Wald brannte.

Und, natürlich, 2021 – da fuhren die Leipziger in den tiefen Westen, nach Ahrweiler, wo die Flut die örtlichen Kräfte übermannt hatte. Kürzlich erhielt die Feuerwehr sogar ein Angebot aus Helgoland: Weil es dort zu wenig Einsatzkräfte gibt, bot die Insel den Leipziger Feuerwehrleuten über den Sommer bezahlten Urlaub an – wenn sie im Gegenzug bei Notsituationen zur Verfügung steht.

„Schließlich sind wir alle Helden“

Aber wann will man das schaffen? Insgesamt, sagt der Jugendwehrleiter Kühne, dessen Eltern schon hier in der Feuerwehr waren, gebe es jetzt schon viele, fast zu viele Einsätze für seine Feuerwehr. Rund 220 waren es dieses Jahr. Und er, Kühne, war fast bei jedem dabei. Sein Job im Kugel- und Rollenlagerwerk macht es möglich. Sobald der Pieper geht, stellt der Chef ihn frei.

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Und, natürlich, wenn er sich um den Feuerwehrnachwuchs kümmern muss. Für die Jugendfeuerwehr verschüttet Kühne schon mal Sonnenblumenöl auf Asphalt, um das Entfernen einer Ölspur zu üben. Oder er versteckt ein Plüschtier in einem Baum – als wäre eine Katze zu hoch geklettert und nun auf Hilfe angewiesen. Und die 10- bis 16-Jährigen müssen dann klettern und helfen. Ein begehrtes Hobby. 22 Kinder betreut Kühne aktuell, zur Zeit herrscht Aufnahmestopp. „Früher sind die Kinder irgendwann von uns zum Fußballverein gewechselt, heute ist es eher umgekehrt“, sagt er.

Die 1000 Euro „Helden der Region“-Prämie hat die Feuerwehr schon ausgegeben: Für einen Abend bei Pizza und Lasertag (ein Team-Spiel unter Einsatz von Laser-Pistolen). Dafür habe man auch die anderen Feuerwehren eingeladen, aus Grünau, Mölkau und dem Leipziger Osten. „Schließlich sind wir alle Helden“, sagt Kühne.

Schkeuditz siegt im Kreis Nordsachsen

Auch beim Voting zu den „Helden der Region“ im Landkreis Nordsachsen gab es einen Sieger. Die Freiwillige Feuerwehr Schkeuditz lag bei der Abstimmung vorn, an der insgesamt 1766 Nordsachsen teilgenommen hatten. Dass am Ende 735 Stimmen auf Schkeuditz fielen (41,6 Prozent), überraschte dann auch Wehrleiter Uwe Müller - wenigstens ein bisschen: „Auch die anderen Wehren, die an der Aktion teilgenommen haben – Delitzsch, Bad Düben und Oschatz – sind sehr tolle Truppen. Dass es so toll für uns ausging, hat alle Schkeuditzer Feuerwehrleute sehr gefreut“, so Müller. Die Schkeuditzer Wehr ist in der Stadt sehr präsent – damit erklärt sich der Wehrleiter auch die vielen Klicks für seine Truppe. „Wir verstecken uns nicht. Die Schkeuditzer sehen uns, wenn wir am Gerätehaus sind, wir engagieren uns im städtischen Leben und unsere Jugendwehr ist sehr aktiv.“ (thl)

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