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Mitmach-Museum Inspirata

Hochspannung in allen Räumen

Der neue Inspirata-Hochspannungsraum: Theo bringt die Plasmakugel zum Leuchten, sein Freund Paul hält ein Laserschwert.

Der neue Inspirata-Hochspannungsraum: Theo bringt die Plasmakugel zum Leuchten, sein Freund Paul hält ein Laserschwert.

Leipzig. Ein Laserstrahl, der Musik überträgt. Ein unsichtbares elektromagnetisches Feld, das eine Leuchtstoffröhre erhellt. Drei Lampen, die den Raum mit roter, grüner und blauer Glühbirne keineswegs in buntes, sondern in weißes Licht tauchen. Zwei Wochen hatten die ehrenamtlichen Inspirata-Helfer Zeit, neue erstaunliche Exponate aufzubauen und den alten Experimenten neuen Glanz zu verschaffen. Am Samstag eröffnete das naturwissenschaftliche Mitmach-Museum wieder – mit großem Besucherandrang.

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„Luigi, schnapp dir das Laserschwert!“, ruft Inspirata-Geschäftsführer Tino Meißner in den Hochspannungsraum. Der angesprochene Student im blauen Inspirata-Shirt tritt dort in die Pedale, um Spannung zu erzeugen, die zu einer Funkenentladung führt. Paul, elf Jahre alt, kriegt das Schwert in die Hand gedrückt, in Wirklichkeit ist es eine Leuchtstoffröhre. Je schneller Luigi radelt, desto heller lässt das elektronmagnetische Feld den Stab scheinen – Physik zum Anfassen.

Seit zehn Jahren bietet die Ausstellung auf dem alten Messegelände die Möglichkeit, mathematische Gesetze in der Praxis zu erleben. Unter der Woche können nach Anmeldung Schulen und Kindergärten das Angebot nutzen, samstags ist Inspirata für alle geöffnet. Zwischen 6000 und 7000 Euro haben sie diesmal in die Renovierung gesteckt, die sie stets zu Beginn eines Schuljahrs vornehmen, erklärt Meißner. Dann, wenn die Klassen eh noch keine Ausflüge machen.

160 000 Besucher in zehn Jahren

Das Hochspannungszimmer ist ebenso neu wie ein Farbraum. Per Crowd­funding wurden 1500 Euro für ein Lichtleiter-Exponat gesammelt, das zeigt, wie Glasfaserkabel funktionieren. Eine neue Sonderausstellung widmet sich der Wechselbeziehung von Musik und Mathematik. Darüber hinaus zerschnitt MDR-Moderator Mario D. Richardt am Samstag das Band zum "Mach-dich-ran"-Raum, der sich der gleichnamigen Fernsehsendung widmet und veranschaulicht, warum die Wände in TV-Studios oft grün sind.

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Neue Angebote seien notwendig, „weil uns viele Schulklassen regelmäßig besuchen“, erklärt Meißner. Noch streng geheim ist – wie der Name schon sagt – das „Secret Lab“, das im Oktober aufmachen soll. Es ist ein sogenannter „Escape Room“, konzipiert für Familien, deren Aufgabe es sein wird, unter Zeitdruck naturwissenschaftliche Rätsel zu lösen und sich so aus dem Raum zu befreien.

Ebenfalls neu ist eine Info-Wand, die – wenig verwunderlich – vor allem Zahlen enthält: Mehr als 160 000 Menschen haben Inspirata seit 2008 besucht und die mittlerweile mehr als 150 Exponate bestaunt, in deren Aufbau allein 2017 rund 7000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit flossen. Dennoch hat der Verein vergangenes Jahr etwa 70 Prozent seines Budget von gut 210 000 Euro für Personal ausgegeben – vom Geschäftsführer bis zur Reinigungskraft – und dabei nicht zuletzt von einer Querfinanzierung durch das Jobcenter profitiert. "Doch es fehlt uns an Sicherheit", beklagt Meißner. Die Stadt Leipzig fördert Inspirata nicht institutionell, sondern jährlich projektbezogen, zuletzt mit rund 48 000 Euro.

Die Mitmach-Ausstellung ist samstags von 12 bis 18 Uhr auch ohne Anmeldung geöffnet, Eintritt 5/3,50 Euro; www.inspirata.de

Von Mathias Wöbking

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