Hitzige Debatte

Hoffnung für Eishalle: Stadtrat diskutiert Wege zu einer Lösung

Entsteht hier eine Eishalle für Leipzig?

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Leipzig. Haben die Icefighters eine Zukunft in Leipzig? Und bekommt Leipzig endlich eine Eishalle? Darüber wurde am Mittwoch im Stadtrat heftig debattiert.

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Der Sportausschuss hatte die Stadt beauftragt, zu prüfen, unter welchen Bedingungen die Rückkehr der Kurvensportler finanziell gefördert werden kann. „Wir müssen mehrere Varianten untersuchen“, so Christopher Zenker (SPD), der dem Ausschuss vorsteht. „Nutzen wir diese Chance für eine nachhaltige Aufwertung unserer Stadt“, so Adam Bednarsky (Linke).

Leipzig sei die einzige Großstadt über 500 000 Einwohner, die ihren Bürgern keine Möglichkeit zum Eislaufen bietet. „Ein Trauerspiel, da müssen erst Stadträte einen Antrag stellen“, so Ansbert Maciejewski (CDU). Er warf Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor, das Thema Eishalle seit Jahren verschlafen zu haben. „Neben der Kultur sollten wir uns eine städtische Eishalle leisten. Doch ohne Zuschuss funktioniert das nicht.“ Holger Hentschel (AfD): „Wir unterstützen eine Eishalle – möglichst im Kohlrabizirkus“.

Icefighters wollen in den Kohlrabizirkus

Die Ausgangslage: Die Genehmigung für den Zelt-Standort in Taucha läuft aus – am liebsten würden die Icefighters in den Kohlrabizirkus umziehen. Doch ohne finanzielle Unterstützung der Stadt Leipzig ist die Rückkehr des Eishockey-Sports in die Messestadt wohl nur schwer zu stemmen. Im Sportprogramm 2024 hatte sich die Kommune Ende 2015 lediglich verpflichtet, verstärkt nach einem privaten Investor Ausschau zu halten. Passiert ist aber nichts. Gestern wurde dies nochmal bekräftigt.

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Nach LVZ-Informationen soll der Ausbau des Kohlrabizirkus als Spielstätte mindestens 1,17 Millionen Euro kosten. 850 000 Euro wollen die EXA Icefighters Leipzig als Eigenleistung stemmen. Für die Umzugskosten wünschen sich die Icefighters von der Stadt eine Unterstützung in Höhe von 320 000 Euro. Die Kommune bietet höchstens 200 000 Euro in den nächsten drei Jahren an. Das Geld würde an eine Eisarena GmbH & Co KG fließen, bei der sich die Icefighters und der Leipziger Eissportclub einmieten könnten.

SPD und Linke für Standort in Taucha

Die Fraktionen tun sich mit ihrer Entscheidung schwer. So sehen SPD und Linke eine erneute Genehmigung für den Standort Taucha als derzeit beste Lösung. Darüber soll die Stadt mit dem Landkreis Nordsachsen verhandeln.Gespielt wird seit Jahren in einem großen Zelt, für das die letztmalig erteilte Ausnahmegenehmigung der Behörden allerdings ausläuft. Gelingt dies nicht, könnte die Förderung von einmalig bis zu 200 000 Euro erfolgen: „Wir haben die einmalige Chance, die Icefighters Leipzig kurzfristig nach Hause zu holen, den Leipzigern endlich wieder das Eislaufen zu ermöglichen“, so Naomi Pia Witte (FDP) von der Fraktion Freibeuter.

Dies erfolgt laut Stadt aber nur unter bestimmten Bedingungen. So müssten die Icefighters dafür einen unterschriebenen Miet- oder Pachtvertrag und eine Finanzierungsübersicht über die Gesamtkosten des Umzugs vorlegen.

Als Alternative haben die Grünen vorgeschlagen, ein Grundstück neben der Nationalbibliothek als Interimsstandort für das Eiszelt zu nutzen. Es sei völlig unklar, so argumentierte Michael Schmidt (Grüne), wie die Icefighters die hohen Investitions- und künftige Mietkosten im Kohlrabizirkus aufbringen wollen. „Wir brauchen eine nachhaltige Lösung, dürfen nicht das Geld der Steuerzahler verbrennen.“

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CDU für „großen Wurf“

Die CDU wollte das Thema, da es laut Stadtrat Maciejewski „von strategischer Bedeutung“ ist und Grundstücksfragen berührt werden, komplett nichtöffentlich behandeln. Das wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Über Grundstücke wurde dann doch intern diskutiert: Die CDU bevorzugt nach LVZ-Informationen „den großen Wurf“ mit einem multifunktionalen Sport- und Freizeitzentrum mit Eissport und Eislauf, einer Schul- und Ballsporthalle sowie einer Schwimmhalle. Zwischen Kohlrabizirkus und S-Bahn könnten die Christdemokraten sich sogar noch einen Verwaltungskomplex vorstellen. Ergebnis völlig offen.

Von Mathias Orbeck

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