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Forschern gelingt Sensation

In Leipzig nachgewiesen: Polizeihunde können DNA riechen

Ein Mantrailling-Hund bei einer Vorführung in Leipzig.

Ein Mantrailling-Hund bei einer Vorführung in Leipzig.

Leipzig.Für die Forscher ist es schlicht eine Sensation: Wissenschaftler des Leipziger Instituts für Rechtsmedizin und der Hochschule der Sächsischen Polizei haben weltweit erstmalig nachgewiesen, dass speziell ausgebildete Spürhunde auch DNA riechen können. Ein seit mehr als drei Jahren laufendes Forschungsprojekt hat untersucht, wie zuverlässig sogenannte Mantrailer-Hunde die individuelle Geruchsspur eines Menschen unter realen polizeilichen Einsatzbedingungen verfolgen können. Ergebnis: „Neben Speichel ist auch isolierte DNA aus Blut als Schlüsselreiz für die Aufnahme einer Geruchsspur durch Hunde geeignet“, teilte die Universität Leipzig am Donnerstag mit.

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Unstrittig ist der Nutzen des Spürsinns von Hunden für die Polizeiarbeit, etwa beim Erschnuppern von Rauschgift, Sprengstoff und Leichen. Längst wird auch die Geruchsspur des Menschen für die Aufklärung von Straftaten genutzt, wofür ein mit dem Geruch des Tatverdächtigen kontaminierter Gegenstand nötig ist. Im Idealfall springt für die Kriminalisten ein Indiz für die Anwesenheit der betreffenden Person am Tatort heraus. Allerdings wird diese Art von forensischen Beweisen vor Gerichten immer noch in Frage gestellt, erläuterten die Leipziger Rechtsmediziner.

Riechen Hunde DNA?

Leipzig, 11.01.2018: Ein Forschungsprojekt der Uni Leipzig ging der Frage nach, wie zuverlässig sogenannte Mantrailer-Hunde die Geruchsspur eines Menschen verfolgen können.

Die aktuellen Studienergebnisse scheinen nun geeignet, diese Zweifel auszuräumen. Seit November 2014 wurden die Versuche mit sieben für das Mantrailing ausgebildeten Hunden verschiedener Rassen, etwa Bloodhound und Beagle, durchgeführt. Verwendet wurden Proben von 190 Personen im Alter von 7 bis 86 Jahren – 134 Männer und 56 Frauen. Für den Hunde-Test nutzten die Forscher Achselschweiß und Speichel. Sieben Probanden wurden darüber hinaus angezapft. „Ihnen wurden jeweils 100 Milliliter Blut durch Venenpunktion entnommen und daraus die DNA isoliert“, erklärte Carsten Babian vom Institut für Rechtsmedizin. Insgesamt wurden 675 Versuche, davon 61 mit DNA durchgeführt. Um den wesentlichen Einfluss der DNA als Schlüsselreiz für die Hunde zu überprüfen, gab es zusätzlich sogenannte Negativproben, in denen keine DNA vorhanden war.

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Die Mantrailing-Hunde der Polizei bestanden die Tests mit Bravour. Nach Angaben der Universität erkannten die Hunde die jeweilige Geruchsspur in 98 Prozent der Fälle. „Von praktischer Relevanz ist daneben insbesondere die Testspezifität von 97 Prozent, wobei hier der Hund nur losgeht, wenn tatsächlich eine individuelle Spur vorhanden ist“, so die Forscher.

Damit demonstriere die Studie erstmals, dass DNA-Proben als Geruchsartikel ausreichende Informationen für den Hund zur individuellen Verfolgung einer Geruchsspur enthalten. „Sie hat jedoch nicht untersucht, ob die vom Hund in der Umwelt aufgenommenen Geruchsreize zur Spurverfolgung ebenfalls auf DNA beruhen“, betonten die Wissenschaftler. „Dies bedarf weiterer Forschung.“

Die Untersuchungsergebnisse sind aus Sicht der Ermittler von einiger Relevanz. Denn letztlich gehe es, wie beschrieben, auch um die rechtliche Verwertbarkeit der Spurensuche durch die Hunde. Ob die Ergebnisse des Einsatzes von Mantrailing-Hunden nunmehr tatsächlich vor Gericht überhaupt Bestand haben und grundsätzliche Zweifel daran ausgeräumt sind, dürfte die Praxis zeigen. Aus Sicht der Forscher sollen die Studienergebnisse belegen, dass individueller Geruch verfolgt wird und die Abwesenheit des individuellen Geruchs erkannt wird. „Insgesamt ist der Geruchsbeweis als wertvolle Ergänzung der Ermittlungsergebnisse zu sehen“, sagte Polizeidirektor Leif Woidtke von der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH).

Frank Döring

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