Gerippte Brachkäfer

Junikäfer schwirren vermehrt durch Leipzig

Die Junikäfer sind derzeit im Paarungsmodus und fliegen besonders oft durch Leipzig. (Symbolbild)

Die Junikäfer sind derzeit im Paarungsmodus und fliegen besonders oft durch Leipzig. (Symbolbild)

Leipzig. In Leipzigs Parks, Gärten und Grünanlagen schwirren sie momentan umher, setzen sich auf Bäume, Menschen und Essen: die Junikäfer. Auch am vergangenen Wochenende beim Klassik Airleben im Leipziger Rosental fielen sie Tausenden Besuchern auf, ließen sich auf Picknickdecken nieder und schwirrten sogar Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons um den Kopf.

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Gefühlt gibt es in diesem Jahr besonders viele Junikäfer. Das bestätigt auch Detlef Bernhard von der Universität Leipzig. Genaue Zahlen oder Vergleichswerte aus den vergangenen Jahren gebe es zwar nicht. Er bekäme aber viele Anfragen von Studenten, berichtet der Biologe.

Womit das zusammenhängt, kann Bernhard nicht mit Sicherheit sagen. Die Tiere legen ihre Eier im Boden ab, die Larven ernähren sich von Holz, Blättern oder Wurzeln. Dabei brauchen sie etwa zwei bis drei Jahre, ehe sie sich verpuppen. Ab Mitte Juni bis circa Ende Juli ist für die Tiere dann Paarungszeit – ab dann fliegen sie vermehrt durch die Städte.

Heiß und trocken

Auch Ronald Schiller von der Fachgruppe Entomologie im Leipziger Naturkundemuseum beobachtete die Junikäfer zuletzt besonders häufig. Generell mögen es Insekten warm, weiß er. Demnach begünstige das Klima ihre die Entwicklung.

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Dass es zuletzt in Leipzig lange heiß und trocken war, könnte somit auch den Junikäfern in die Karten gespielt haben, vermutet Schiller. Wenn es viel Sonne wenig Regen gibt, fallen beispielsweise einige Krankheitserreger weg. Dadurch könnten mehr der Insekten geschlüpft sein.

Dass die Käfer derzeit vermehrt in Leipzig auftreten, sei aber keine neue Erscheinung. „Häufigkeitsschwankungen sind normal“, so Schilling. Das träfe nicht nur auf Mai- oder Junikäfer, sondern auf viele verschiedene Insektenarten zu.

Ungeschickte Flieger

Unter Junikäfer verstehen Experte übrigens nicht eine, sondern verschiedene Arten. Meist sei der gerippte Brachkäfer gemeint, so Biologe Bernhard. Manchmal wird aber auch der Gartenlaubkäfer als Junikäfer bezeichnet.

Die Sechsbeiner sind ungeschickte Flieger. Sie sind vor allem in der Dämmerung unterwegs und setzten sich auf der Suche nach einem Partner zum Paaren wegen ihres Ungeschicks oft auch auf Menschen. Angst braucht man vor den Insekten aber nicht zu haben. „Die tun nichts“, so Bernhard.

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Von Josephine Heinze

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