Leipziger Warenhaus

Karstadt: Das Bangen geht weiter

Im Mai machten sich Bürger bei einer Menschenkette stark für den Erhalt des Leipziger Standortes.

Im Mai machten sich Bürger bei einer Menschenkette stark für den Erhalt des Leipziger Standortes.

Leipzig. Leipzigs Karstadt-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Wie berichtet, sollen noch in diesem Monat Kündigungen ausgesprochen werden. Hintergrund: Weil Karstadt eine Mieterhöhung um 68 Prozent nicht akzeptieren wollte, hatte Even Capital, Eigentümer der Immobilie in der Petersstraße (400 Mitarbeiter, 33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche), dem Warenhauskonzern den Mietvertrag zum 31. März 2019 gekündigt. Weil bisherige Verhandlungen, teils moderiert von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), bisher nicht zum Erfolg führten, stellt Karstadt nun offenbar die Weichen für einen Rückzug vom Standort. Das Unternehmen will sich kommende Woche zum Stand der Dinge äußern.

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Was das alles mit einer möglichen Fusion von Karstadt und Kaufhof zu tun hat (die LVZ berichtete), bleibt bislang Spekulation. Käme es zu einem solchen Zusammenschluss, würde wohl ohnehin nur ein Warenhaus in der City bleiben. Mit den nun vorbereiteten Kündigungen müsste sich Karstadt dann in Leipzig wahrscheinlich nicht mehr in großem Stil um einen Personalabbau kümmern.

Gestern bekundeten die Linken Solidarität: Die angekündigte Entlassung sei eine bittere Nachricht für alle betroffenen Mitarbeiter, sagte der Bundestagsabgeordnete und Leipziger Fraktionschef Sören Pellmann. Angesichts der drohenden Schließung des Standortes müssten die bisherigen Gespräche unbedingt fortgesetzt werden, um doch noch einen rettenden Kompromiss zu finden, so Pellmann. „Leipzig braucht Karstadt und Karstadt braucht Leipzig.“

Zuletzt war der Konflikt Anfang Juni eskaliert, als eine Karstadt-Delegation vor dem luxemburgischen Firmensitz demonstrierte. Ein erboster Vertreter des Eigentümers Even Capital warf daraufhin 50 000 Leipziger Unterschriften für den Erhalt des Warenhauses in den Müll. Es gab Unterschriftensammlungen und Menschenketten für den Erhalt des Standortes.

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Von bm

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