In Luxemburg

Karstadt: Hauseigentümer wirft Unterschriften von 50.000 Leipzigern in den Müll

50.00 Unterschriften für den Erhalt von Karstadt in Leipzig wurden einfach in den Müll geworfen.

50.00 Unterschriften für den Erhalt von Karstadt in Leipzig wurden einfach in den Müll geworfen.

Leipzig. Eklat in Luxemburg: Dienstagnachmittag wollte eine Karstadt-Delegation 50.000 Unterschriften zum Erhalt des Warenhaus-Standortes an die Eigentümergesellschaft des Gebäudes in der Petersstraße übergeben. An der Haustür der Firma in Luxemburg öffnete ein Mann und nahm dem Leipziger Karstadt-Geschäftsführer Michael Zielke die Kiste aus der Hand. Dann beförderte er die 50.000 Unterschriften von Leipziger Bürgern umgehend in die Mülltonne und beleidigte die Karstadt-Vertreter. Der Mann, vermutlich ein Mitarbeiter des Unternehmens, sagte gegenüber der Delegation wörtlich: "Leckt mich am A…"

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50000 gesammelte Unterschriften des Karstadt Warenhauses landen in der Tonne

Leipzig, 05.06.2018: Eklat in Luxemburg! 50000 gesammelte Unterschriften Leipziger Bürger zum Erhalt des Karstadt Warenhauses landen umgehend in der Tonne.

Leipzigs Karstadt-Chef Zielke zeigte sich nach dieser Aktion geschockt: „Das haut mich vom Stuhl. Ich kann es wirklich nicht glauben, wie mit den Tausenden Stimmen, die wir in Leipzig in den vergangenen Wochen eingesammelt haben, hier und heute umgegangen wurde. Wir waren in friedlicher Absicht gekommen, um die Unterschriften unserer Bürger abzugeben. Und dann ist uns dieser Mann mit einer Aggressivität, mit Unverschämtheiten und Beleidigungen entgegengekommen. Das macht mich schier fassungslos.“

Dubiose Klingelschilder

Kurz vor der Übergabe der Unterschriften am Sitz der Firma „Petersstraße s.à.r.l.“ versammelten sich die Karstadt-Vertreter vor dem Gebäude zu einer Mahnwache, die zuvor offiziell bei der Polizei in Luxemburg angemeldet worden war. Konzernsprecher Stefan Hartwig, Leipzigs Karstadt-Chef Michael Zielke, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl, die Leipziger Betriebsratsvorsitzenden Jenz-Uwe Schilller und Sabine Doerffer sowie die Initiatorin der Petition Adelin Streicher standen am Zaun – in gelben Westen und mit Pappschildern: „Lasst Karstadt Leipzig leben“ und „Verhandeln statt kündigen“ war auf den Plakaten zu lesen. Aus den Fenstern fotografierten vermutlich Even-Capital-Mitarbeiter die Versammlung.

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Mahnwache für den Erhalt von Karstadt.

Mahnwache für den Erhalt von Karstadt.

Die Eigentümergesellschaft „Petersstraße s.à.r.l.“ in Luxemburg ist eine Tochter des Schweizer Immobilienunternehmens Even Capital. Sie hatte den Mietvertrag für das Leipziger Warenhaus in der Petersstraße (400 Mitarbeiter, 33000 Quadratmeter Verkaufsfläche) kurz vor Ostern zum 31. März 2019 gekündigt. Hintergrund: Karstadt akzeptiert die Mieterhöhung um 68 Prozent nicht, die Even Capital verlangt. Die Eigentümerfirma hat seinen Sitz in der Rue d’Eich 48 in Luxemburg. Dubios: Unter dem Namen „Even Management Luxembourg S.à.r.l.“ sind auf einem Schild vor dem Haus insgesamt 49 Firmen aufgelistet, der von „Petersstraße s.à.r.l.“ allerdings nicht. Das Kürzel „s.à.r.l.“ steht in Luxemburg für die Rechtsform der haftungsbeschränkten Gesellschaft und entspricht der GmbH in Deutschland.

Björn Meine

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