Miet-Streit

Karstadt Leipzig plant die Schließung

Verärgert: Leipzigs Karstadt-Chef Michael Zielke.

Verärgert: Leipzigs Karstadt-Chef Michael Zielke.

Leipzig. Die Zukunft des Karstadt-Warenhauses in der Petersstraße (400 Mitarbeiter, 33 000 Quadratmeter Verkaufsfläche) scheint besiegelt. Vom Vermieter lägen weiterhin keine Angebote zur Fortsetzung des Mietverhältnisses vor, sagte Filialleiter Michael Zielke am Dienstag gegenüber der LVZ. „Die unternehmerische Planung von Karstadt ist daher auf die Schließung der Filiale Leipzig gerichtet“, so Zielke. Untermietern und Dienstleistern sei zum 31. Januar 2019 gekündigt worden. Ein Sozialplan mit dem Betriebsrat sei verhandelt, bisher habe man aber noch keine Mitarbeiter entlassen.

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50000 gesammelte Unterschriften des Karstadt Warenhauses landen in der Tonne

Leipzig, 05.06.2018: Eklat in Luxemburg! 50000 gesammelte Unterschriften Leipziger Bürger zum Erhalt des Karstadt Warenhauses landen umgehend in der Tonne.

„Sind über die absolute Schmerzgrenze hinausgegangen“

Wie berichtet, hatte der Hauseigentümer, eine Tochterfirma des Schweizer Immobilienkonzerns Even Capital, den Vertrag zum 31. März 2019 gekündigt, nachdem sich Karstadt nicht auf eine Mieterhöhung von 68 Prozent einlassen wollte. Seitdem war verhandelt worden – teils unter Moderation von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). "Die Miete liegt mit annähernd sieben Millionen Euro nach unserer Einschätzung bereits jetzt über der Marktmiete in Leipzig", erklärte Zielke. Das hätten auch unabhängige Gutachter bestätigt. Karstadt habe in den Verhandlungen Angebote abgegeben, die über der bisher gezahlten Miete liegen. "Damit sind wir schon über die absolute Schmerzgrenze hinausgegangen", sagte der Karstadt-Chef. "Aber auch die letzten Forderungen des Vermieters sind für uns wirtschaftlich nicht darstellbar. Das würde ein deutliches dauerhaftes Minusgeschäft bedeuten."

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Suche nach Ersatzstandort scheint aussichtslos

Die Suche nach einem Ersatzstandort gestalte sich schwierig: "Unsere Immobilienexperten und auch ich haben uns wochenlang alle möglichen Immobilien angesehen", erklärte der Geschäftsführer. Das Warenhaus brauche aber eine Mindestfläche von 10 000 Quadratmetern, und die sei schwer zu finden.

Luxemburger Hauseigentümer zählt Unterschriften nach

Unterdessen hat sich Pascal Bruzzese zu Wort gemeldet, Geschäftsführer des Hauseigentümers "Petersstraße s.à.r.l." in Luxemburg. Er hatte im Juni die Kiste mit Tausenden Unterschriften für den Erhalt des Warenhauses von einer Karstadt-Delegation in Empfang genommen und vor deren Augen umgehend ins Altpapier befördert. "Das war eine blöde Aktion", räumte Bruzzese jetzt im Luxemburger Tageblatt ein. Der Firmenchef erklärte, man habe die Kiste später wieder aus der Tonne geholt, die Unterschriften nachgezählt und sei auf 30 000 gekommen anstatt auf die von Karstadt kommunizierten 50 000. Karstadt-Chef Zielke widersprach dieser Darstellung: "War das nicht der, der die Unterschriften von all den Menschen in die Mülltonne geworfen hat? Ich denke, da erübrigt sich eine Antwort."

Von Björn Meine und Frank Johannsen

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