Leipziger Firma „Pappmeister“

Küchenrollen werden zu Bauwerken – ein Pappstück macht’s möglich

Julian (links, 9 Jahre) und Fabian (10) bauen eine Bude.

Julian (links, 9 Jahre) und Fabian (10) bauen eine Bude.

Leipzig. Diese Erfindung ist (nicht) von Pappe! Einfach und genial, aber erst mal drauf kommen... Zwei Verbindungsstücke sind es, die der Welt offensichtlich bisher gefehlt haben: eine Kugel mit vielen Einkerbungen sowie ein Stift, damit Küchenrollen und Klopapier-Rollen aneinander gesteckt werden können. Somit sind dem Basteln keine Grenzen mehr gesetzt. Das Beste: Die Spielwelten werden begehbar, Kinder können ihre Höhlen und Buden selbst betreten und nicht mehr nur kleine Figuren darin spielen lassen.

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Die Gründer von Pappmeister, Thomas (47) und Eva Groeneveld (48) aus Leipzig

Die Gründer von Pappmeister, Thomas (47) und Eva Groeneveld (48) aus Leipzig. Sie zeigen die Verbindungsstücke „Kugel“ und "Stift" für Papprollen.

Von Sammlern zu Erfindern

Die Idee hatte ein Leipziger Elternpaar. Eva und Thomas Groeneveld, beide selbstständige Unternehmensberater, haben – wie wahrscheinlich alle Eltern – für das eigene Kind solche Rollen im eigenen Haushalt gesammelt. Die Idee, dass sie miteinander verbindbar gemacht werden müssten, war zunächst bei ihnen im Hinterkopf geparkt. Anfang 2016 begannen die beiden, sich intensiver mit der Umsetzung zu beschäftigen. Thomas Groeneveld (47) brachte das Ingenieurs-Tüftler-Gen ein, seine Frau Eva (48) den Kundenblick und das Vermarktungstalent. Auch der heute zehnjährige Sohn spielte mit, probierte mit seinen Freunden die Prototypen aus, hatte viele Vorschläge.

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Anderthalb Jahre Entwicklungsarbeit

„Anfangs haben wir die Verbindungsstücke von Hand mit der Schere ausgeschnitten“, erzählt Eva Groeneveld. Inzwischen wurde im Leipziger Land ein Kartonhersteller gefunden, der die Pappstücke in großen Mengen stanzt – und sich freut über diesen wunderbaren Auftrag. Nach anderthalb Jahren Entwicklungsarbeit, Tests im Prüflabor, Erprobung mit 20 bis 30 Personen war das „Pappmeister“-Bastelset schließlich marktreif.

Beim ersten Messeauftritt ausverkauft

Auf den Designer’s Open 2017 ernteten die Groenevelds überwältigende Reaktionen. Von der Messe-Eröffnung bis zum Schluss wurde bei ihnen durchgespielt, noch vor Ende der Messe waren alle Bastelkästen ausverkauft.

Freie Fahrt für Fantasie

Es funktioniert aber auch ganz einfach: Eine Küchenrolle und eine Kugel draufgesteckt, fertig ist das Mikrofon, das Eis, die Blume, der Baum oder die Polizeikelle. Ein Stück mehr angesteckt, wird daraus Föhn oder Teleskop. „Die Begeisterung der Kinder, das Leuchten in ihren Augen ist eine ganz tolle Belohnung“, freut sich Thomas Groeneveld. „Sie bauen einfach los und lassen ihrer Fantasie freien Raum“, ergänzt seine Frau.

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Puristisch ist’s am besten

Wie sich zeigte, ist es auch gar nicht nötig, die Verbindungsstücke irgendwie bunt zu gestalten – so puristisch wie sie sind, lassen sie fantasievolles Bauen zu, verziert werden kann später nach eigenen Wünschen.

Erweiterungen in Planung

Ein Jahr nach dem Marktstart sind die Groenevelds „mehr als zufrieden“. Allein von „Pappmeister“ leben können sie im Moment noch nicht, aber sie halten das Produkt für ausbaufähig und denken schon über Erweiterungen nach. Dass sie einem Wegwerfartikel zu einem nachhaltigen zweiten Leben verhelfen, macht sie besonders froh. „Kinder können damit schon das Sammeln und Wiederverwerten lernen“, betont Thomas Groeneveld.

Das kleinste Paket hat A4-Format und besteht aus 35 Kugeln und 35 Stiften (Preis: 12,95 Euro). Das große Set mit 375 Kugeln und 375 Stiften (Preis: 89,95 Euro) ist ausreichend groß für Kindergärten und Horte.

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www.pappmeister.de

Von Kerstin Decker

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