„Bearbeitungsstau“ nach Pandemie

Lange Wartezeiten auf Bürgerämtern für neuen Ausweis in Sachsen

Dresden. Einen neuen Personalausweis oder Reisepass für die Urlaubsreise zu beantragen - dafür braucht es in Sachsens großen Städten viel Geduld. Die Wartezeiten auf den Bürgerämtern oder den Bürgerbüros beträgt oft mehrere Wochen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die langen Wartezeiten entstünden wegen der vielen Anfragen, sagte eine Sprecherin der Stadt Dresden. „Vor allem Reisedokumente werden wegen der Urlaubszeit stark nachgefragt.“ Hinzu kämen die Kinderpässe, die nach einer Gesetzesänderung jetzt jährlich neu beantragt werden müssten. Zudem müssten die Ummeldungen ukrainischer Kriegsflüchtlinge von den Bürgerbüros gestemmt werden.

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Für ein Pilotprojekt wird ab Mitte August im Bürgerbüro Dresden-Altstadt eine automatischen Ausgabebox für die Personaldokumente aufgestellt. Der alte Ausweis wird eingelegt, der neue Ausweis kommt heraus raus. 300 Dokumente passen in solch eine „Packstation“.

Wartezeiten für Ausweis und Pass zwischen vier bis sechs Wochen

Wer einen neuen Ausweis oder Pass braucht, muss nach Angaben der Stadt bei den Bürgerbüros derzeit vier bis sechs Wochen auf einen Termin warten. Hinzu kämen weitere fünf bis acht Wochen Bearbeitungszeit bei der Bundesdruckerei, hieß es. Zu den langen Wartezeiten hat laut Stadt auch die Corona-Pandemie beigetragen. 2020 und 2021 sei wegen der Pandemie weniger gereist worden und so seien jetzt viele Dokumente abgelaufen und müssten erneuert werden. Zurzeit würden etwa wöchentlich 4800 Termine durchgeführt.

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Um die Wartezeiten zu verkürzen, hat die Stadt in den Bürgerbüros mittlerweile Zeitfenster eingerichtet, in denen fertige Dokumente ohne Terminabsprache abgeholt werden können.

Terminvergaben in Leipzig in konkreten Zeitfenstern

Wer in Leipzig einen Termin in einem der Bürgerbüros ergattern will, sollte vor allem flink sein. Neue Termine mit Wartezeiten zwischen einem Tag und bis maximal vier Wochen werden täglich um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 17 Uhr im Internet freigeschaltet. Zudem werden jeden Freitag um 11 Uhr Termine vergeben. So gibt es auch keine Wartezeiten länger als vier Wochen. Es sei geprüft worden, ob es besser sei, Termine mehrere Monate im Voraus freizugeben, sagte ein Stadtsprecher. Dann gebe es zwar mehr verfügbare Termine. Doch würde sich so die Zugänglichkeit der Bürgerbüros bei hoher Nachfrage deutlich verschlechtern, hieß es. Die Anfragen würden letztlich immer weiter in die Zukunft verlagert. Deshalb habe man sich gegen diese Variante entschieden.

Vor allem die Verkürzung der Gültigkeit von Kinderreisepässen von sechs Jahren auf ein Jahr hat laut einem Sprechers der Stadt während der Sommermonate die Nachfrage nach Terminen steigen lassen. Deshalb würden jetzt Pass-Inhaber zwei Monate im Voraus an den fälligen neuen Antrag erinnert. Damit solle die Nachfrage über das ganze Jahr besser verteilt werden. Zudem könnten durch den Einsatz von Mitarbeitern aus anderen Verwaltungsbereichen zusätzliche Servicezeiten angeboten werden. Neue Mitarbeiter seien eingestellt worden. Einige der Dienstleistungen wie Abmeldung, Meldebescheinigungen, Familienpässe oder Führungszeugnisse könnten mittlerweile auch digital über das Internet erledigt werden.

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Rückgang der Nachfrage zur Ferienmitte erwartet

In Chemnitz liegt die Wartezeit für Termine in den Bürgerbüros bei fünfeinhalb Wochen. Allerdings würden entsprechend der tagesaktuellen Kapazitäten auch mehrere Hundert Tickets pro Woche für spontane Vorsprachen vergeben. Dies wurde demnach in den vergangenen Wochen vor allem in dringenden Fällen genutzt.

Die Statistiken aus den Vorjahren ließen die Annahme zu, dass vor allem etwa zur Ferienmitte ein Rückgang bei der Nachfrage nach Reisedokumenten zu erwarten sei.

Von dpa

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