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Partnerstädte verbünden sich

Leipzig baut mit Krakau direkte Hilfskette in die Ukraine auf – Crowdfunding-Portal gestartet

Blick auf das Leipziger Rathaus / Bewohner von Kiew am 2.3.2022.

Blick auf das Leipziger Rathaus / Bewohner von Kiew am 2.3.2022.

Leipzig. Die Stadt Leipzig intensiviert ihre Unterstützung für Geflüchtete und für die Ukraine selbst. Wie es am Donnerstag aus dem Neuen Rathaus hieß, soll dabei in Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Krakau (Polen) über das westukrainische Lwiw eine Hilfskette aufgebaut werden – die nicht zuletzt auch die aktuell schwer umkämpfte Leipziger Partnerstadt Kiew erreichen werde. Aufgrund enger persönlicher Kontakte in die Regionen könne sichergestellt werden, dass die Unterstützung auch tatsächlich Hilfsbedürftige im Kriegsgebiet erreichen werde.

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Nach Angaben von Gabriele Goldfuß, Leiterin des Leipziger Referats Internationale Zusammenarbeit, habe die Messestadt nicht nur einen direkten Draht ins Büro von Kiews Oberbürgermeister Vitali Klitschko, sondern könne beim Aufbau der geplanten Hilfskette auch auf die jahrelange enge Zusammenarbeit mit der Administration in Krakau setzen. Die polnische Partnerstadt werde als Dreh- und Angelpunkt der gemeinsamen Initiative fungieren. Die Logistik in Leipzig, beispielsweise zur Sammlung von Hilfsgütern, sei aktuell noch im Aufbau. Die zur Kommune gehörende L-Gruppe werde dafür zeitnah Flächen und Räume zur Verfügung stellen. Die Leipziger Branddirektion und das Klinikum St. Georg seien allerdings auch schon dabei, erste Hilfslieferungen vorzubereiten.

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„Es ist wichtig, dass die europäischen Städte jetzt zusammenhalten und der Ukraine helfen“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag. Krakaus Stadtpräsident Jacek Majchrowski habe die Hilfe seiner Stadt am Mittwoch angeboten. Aktuell würden in der Ukraine am meisten Schutzhelme und -westen, medizinische Versorgung und Generatoren benötigt. „Jede Unterstützung für das tapfere ukrainische Volk zählt. Symbolische Gesten der Solidarität sind sicher wichtig, aber angesichts der konkreten Gefahr ist es am wichtigsten, dass man wirklich hilft“, so Majchrowski.

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Schwarmfinanzierung für gezielte Hilfsgüter

Zur Finanzierung der Hilfsgüter, aber auch der Initiativen aus privater Hand, hat Leipzigs Stadtkonzern inzwischen ein eigenes Crowdfunding-Portal (Schwarmfinanzierung) ins Netz gestellt. Ziel ist laut Geschäftsführer Karsten Rogall, auf diesem Weg mindestens 600.000 Euro zusammen zu bekommen – für jede Bürgerin und für jeden Bürger der Stadt ein Euro. Mit diesem Geld sollen dann gezielt Projekte und Güter finanziert werden, die Kiew, der Ukraine, aber auch den Geflüchteten helfen. Die L-Gruppe selbst bezuschusst das schon jetzt enorme zivilgesellschaftlichen Engagements aus Leipzig mit 100.000 Euro, die für Sachspenden verwendet werden sollen.

Zum Crowdfunding-Portal: www.leipziger-crowd.de/ukraine-hilfe

Vortreffen der Initiativen am Donnerstag im Rathaus

Wie die gesammelten Gelder künftig konkret auszugeben sind, soll in Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft und den beteiligten Initiativen entschieden werden, hieß es. Die Verwaltung habe am Donnerstag (19 Uhr) bereits aktiv engagierte Gruppen und Privatpersonen ins Neue Rathaus eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu informieren.

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Darüber hinaus will sich auch die Stadt Leipzig finanziell an der Ukraine-Hilfe beteiligen. Die Verwaltung werde dem Stadtrat vorschlagen, „einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag“ als Budget für Hilfsprojekte einzubringen, erklärte Verwaltungsbürgermeister Ulrich Höring (SPD) am Donnerstag. Er leitet eine seit Wochenbeginn tagende Ukraine-Koordinierungsgruppe im Neuen Rathaus, in der Vertreterinnen und Vertreter diverser Behörden und Ämter die Kräfte und vor allem die enorme Hilfsbereitschaft aus Leipzig bündeln sollen.

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Zentrale Aufnahme in Leipzig – Wohnungen werden vorbereitet

Seit Mittwoch ist klar, dass Leipzig auch zentrale Aufnahmestelle für Geflüchtete aus den Kriegsgebieten werden wird, die bis nach Sachsen kommen. Der Freistaat werde alle Betroffenen, die keine eigene Unterkunft organisieren können, in der Erstaufnahmeeinrichtung „Mockau III“ am Graf-Zeppelin-Ring, einen Schlafplatz zur Verfügung stellen. Aktuell sind in dem Komplex im Nordosten Leipzig 550 Betten frei, die bei Bedarf auch aufgestockt werden könnten. Unklar ist allerdings weiterhin, wie viele Menschen hier überhaupt Schutz suchen werden. Bis zu einer Million Menschen sind nun in der Ukraine auf der Flucht, ein Großteil hat die Grenze zur EU noch nicht erreicht oder wartet weiter hinter dem Schlagbaum auf die Ausreise.

„Wir bereiten uns auf einen großen Zustrom vor. Aber wir gehen auch davon aus, dass diese Menschen hier nicht länger bleiben wollen. Die wollen dann zurück in eine freie, befriedete und friedliche Ukraine“, so Ulrich Hörning. Wie es am Donnerstag hieß, bereite die Stadt auch kommunale Wohnungen für Geflüchteten vor. Zudem gebe es Gespräche mit der städtischen Wohnungsgesellschaft LWB über eine Unterbringung.

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Rechtlich gesehen hab Geflüchtete aus der Ukraine in Europa einen Sonderstatus, können sich frei bewegen und erhalten auch finanzielle Unterstützung für ihre Zeit in der Bundesrepublik. Die Stadt Leipzig bittet darum, dass sich Ankommende in einem der Bürgerbüros melden. Zudem wurde eine Webseite geschaltet, auf der es ausführliche Informationen unter anderem auch zu medizinischer Hilfe, Krankenversicherung sowie Schulen und Bildungsangeboten gibt.

Koordinierte Infos für Ankommende: www.leipzig.de/ukraine-hilfe

Spendenportal für Hilfsprojekte: www.leipziger-crowd.de/ukraine-hilfe

Von Matthias Puppe

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