Newsletter „Leipzig Update“

Leipzig im Nobelpreis-Rausch: Das war der Montag

Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

die guten Nachrichten im Forschungsland Sachsen wollen gar nicht mehr abreißen: Erst gibt es den milliardenschweren Zuschlag für zwei Großforschungszentren in Delitzsch und der Lausitz. Und nun folgt auch noch die höchste Ehrung für einen Wissenschaftler, der in Leipzig einem neuen Forschungsfeld zu internationalem Ruhm verholfen hat. Chapeau! Leipzig jubelt und sonnt sich auch etwas im Glanz des Preises. Die Reaktionen hat mein Kollege Mathias Wöbking eingesammelt.

Svante Pääbo wurde seit Jahren als nobelpreisverdächtig gehandelt. Der Professor heimste in den vergangenen Jahren zahlreiche nationale und internationale Preise und Ehrungen ein und gilt seit langem als einer der renommiertesten Wissenschaftler weltweit. Zudem gelingt es ihm, selbst schwierige Materie, wie die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms so darzustellen und aufzubereiten, dass sie auch außerhalb der Evolutionsforschung verständlich und spannend wird. So hatte er auch nicht interveniert, wenn in der medialen Zuspitzungen der „urzeitliche Sex“ des Neandertalers plötzlich zum Thema wurde.

Dass es dann doch etwas gedauert hat mit der Aufnahme in den Wissenschafts-Olymp mag auch mit der strengen Vorgabe Alfred Nobels zusammenhängen, wonach ein größtmöglicher Nutzen für die Menschheit von heute der Ehrung vorangehen muss. Die Antwortsuche, wo im Rückblick auf die Anfänge unseres Daseins dieser Gewinn nun genau liegt, hat in dieser neuen Fachdisziplin womöglich etwas länger gebraucht. Der frühere LVZ-Wissenschaftsredakteur Mario Beck hat es jedenfalls treffend so auf den Punkt gebracht: Pääbo hat seine Wissenschaft nie als eine nur rückwärtsgewandte betrachtet, sondern als eine, die genetische Vergleichsmöglichkeiten zum Hier und Heute eröffnet. Die ein Schlüssel ist zum Ergründen, was den Menschen zum Menschen macht. Und damit auch beim Nachvollziehen von Erbgutveränderungen im Zuge der Evolution der Medizin von heute weiterhelfen kann.

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Was vom Glanz der Nobel-Ehrung bleibt, wenn der Preis verliehen und der ganz große Jubel über den 20. Nobelpreisträger der Uni Leipzig etwas abebbt, wird sich zeigen. Dem Max-Planck-Institut gebührt aber in jedem Fall der Dank, dass es mit Weitsicht exzellente Möglichkeiten der Evolutionsforschung schuf und ihrem Institutsdirektor Svante Pääbo freie Hand bei seinen Projekten ließ. Und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass der Ritterschlag aus Stockholm und die langfristigen Milliarden-Investitionen in die Erforschung des Strukturwandels in der Region einen Schub für die Forschung in Leipzig und Sachsen bewirken. Und das wäre eine weitere gute Nachricht.

Bild des Tages

Fünf Lese-Empfehlungen für Sie

  • Proteste in Leipzig, Sitzblockaden auf dem Ring: Am Montag bestätigte Leipzig erneut seinen Ruf als Demo-Hauptstadt. Gleich neun Aufzüge und Kundgebungen waren angemeldet. Wir waren mit Reportern und Fotografen vor Ort. Die Ereignisse im Überblick gibt es in unserem Live-Ticker
  • Fakten-Check zur Stromkrise: Im Herbst werden die Stromversorger neue Preise veröffentlichen. Angesichts explosionsartig angestiegenen Beschaffungskosten muss auch hier mit höheren Belastungen für die Haushalte gerechnet werden. LVZ-Reporter Matthias Puppe hat aktuelle Entwicklungen und Hintergründe in mehreren Infografiken aufbereitet
  • Geht RB-Star zu Chelsea? Nach Informationen von „The Athletic“ hat Christopher Nkunku von RB Leipzig einen Vorvertrag beim FC Chelsea unterzeichnet. Im nächsten Sommer könnte er schon weg sein. Die Hintergründe zu dem möglichen Deal finden Sie hier.
  • Was bedeutet der Osten für mich? Zum Tag der Deutschen Einheit haben sich LVZ-Autorin Katja Gerland und Heiko Stets, Leiter der Lokalredaktion im Landkreis Leipzig, ihre Gedanken gemacht. herausgekommen sind zwei spannende Kommentare aus zwei verschiedenen Sichtweisen aus zwei unterschiedlichen Generationen. „Manchmal verstehe ich den Osten nicht mehr“ von Heiko Stets lesen Sie hier. Die Meinung von Kaja Gerland „Wende gut, alles gut“ können Sie hier nachlesen
  • Brennholz wird knapp: Die Energiekrise lässt viele nach Alternativen suchen. Hoch im Kurs steht daher auch Brennholz. Das merken besonders regionale Holzhändler und der Forstbezirk Taura in Nordsachsen, die auch die Preise erhöhen und die Nachfrage manchmal nicht mehr erfüllen können. Außerdem wird Diebstahl zum Problem.

Zitat des Tages

„Ich war überrascht, dass man an uns gedacht hat“

Svante Pääbo

Neandertaler-Forscher aus Leipzig auf die Frage, wie er auf den Anruf vom Nobelpreis-Komitee reagiert hat

Das wird morgen für Leipzig wichtig

  • Schüler demonstrieren: Der Grundschule in der Gießerstraße reicht‘s: Jeden Morgen wiederholt sich hier ein Verkehrschaos, da „Elterntaxis“ in der vielbefahrenen und zugeparkten Straße die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern gefährden. Am Montag ab 7 Uhr soll mit einer Demo auf den Missstand hingewiesen werden.
  • Kayef im Täubchenthal: Mit Songs wie „Musik“, „Warum“ oder „Weißwein und Sprite“ hat sich der 27-jährige Sänger eine große Fanbase aufgebaut. Am Dienstag spielt Kayef im Täubchenthal. Auf seiner aktuellen „Feelings“-Tour verspricht er viel Gefühl und richtig gute Musik. Beginn ist um 19.30 Uhr
  • „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“: Christa Wolf, Brigitte Reimann, Maxie Wander – waren sie Träumerinnen oder Macherinnen, diese drei Frauen, die zu Ikonen der DDR-Literatur wurden? Die Autorin Carolin Würfel geht dieser Frage nach. Und liest aus ihrem neuen Buch am Abend in Leipzig. Die Lesung beginnt um 19 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Ausklang des Feiertages und einen gelingenden Start in die kurze Arbeitswoche!

Herzlichst, Ihr Olaf Majer, stellvertretender Chefredakteur

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