„Nicht kalkulierbares Risiko“

Leipziger Rathaus erlaubt keine Hunde am Arbeitsplatz

Ein Hund im Büro? Aus Sicht der Leipziger Stadtverwaltung ist das im Neuen Rathaus nicht möglich.

Ein Hund im Büro? Aus Sicht der Leipziger Stadtverwaltung ist das im Neuen Rathaus nicht möglich.

Leipzig. Für den 27. Juni 2019 ruft der Deutsche Tierschutzbund wieder zum Aktionstag "Kollege Hund" auf. In über 1000 Unternehmen erhalten Frauchen und Herrchen dann die Möglichkeit, ihren Liebling mit ins Büro zu nehmen, was bei konsequenter Anwendung angeblich sogar den Krankenstand senken hilft.

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„Schulhund Lotte“ macht es vor

Leipzigs größter Arbeitgeber sieht die Sache allerdings skeptisch. Die Stadtverwaltung hat sich gerade gegen einen Antrag der Freibeuter-Fraktion positioniert, die Vor- und Nachteile einer Hunde-Erlaubnis am Arbeitsplatz für die etwa 8000 Beschäftigten zu prüfen. Positive Beispiele gebe es schon beim „Schulhund Lotte“ an der August-Bebel-Grundschule in Reudnitz, hatte Fraktionsmitglied Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) in dem Antrag vom Juni 2018 argumentiert.

Angst um Mitarbeiterzufriedenheit

"In Abwägung des Aufwand-Nutzen-Verhältnisses sieht die Verwaltung davon ab, das Mitbringen von Hunden an den Arbeitsplatz zu erlauben", erklärt nun das Verwaltungsdezernat. Ausnahmen würden nur für Beschäftigte gelten, die von Amtswegen mit Tieren umgehen (wie im Veterinäramt) oder bei Blindenhunden für sehbehinderte Beschäftigte. "Das Thema birgt grundsätzlich ein nicht kalkulierbares Risiko an Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit", warnt das Dezernat. "Es besteht die Gefahr, dass das Thema die Belegschaft spalten wird."

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Keine „Besserstellung“ eines Haustiers

Im Fall des Falles wären nämlich viele Fragen zu klären. „So wären Regelungen zu treffen, wie das entsprechende Anzeige-/Genehmigungsverfahren innerhalb der Stadtverwaltung erfolgen sollte.“ Gedacht werden müsse auch an Haftpflicht- und Unfallversicherung, an regelmäßige Atteste vom Tierarzt, Hundeführerschein oder Sachkundenachweis, Reinigungskosten, artgerechte Unterbringung, die Arbeitszeitregelungen für Gassi-Runden, das Einverständnis der im Arbeitsbereich betroffenen Beschäftigten sowie absehbare Wünsche zum Mitbringen auch noch anderer Haustiere. „Eine Heraushebung und Besserstellung des Haustieres Hund könnte diesbezüglich ebenfalls zu Unmut unter den Beschäftigten führen“, fürchten die Verwaltungsexperten. Für Bereiche mit Bürgerkontakt oder besonderen Hygieneanforderungen wären Hunde ohnehin ausgeschlossen.

Stadtrat soll am 26. Juni entscheiden

Voraussichtlich am 26. Juni hat Leipzigs Stadtrat das letzte Wort dazu: also genau am Vorabend der „Kollege Hund“-Aktion.

Von Jens Rometsch

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