Mehr Geld vom Stadtrat

Leipzigs Freie Szene feiert Millionen-Aufstockung des Etats

Erfolgreich: Falk Elstermann, Sebastian Weber und Anja Christin Winkler (v. l.) von der Initiative Leipzig plus Kultur, umringt von Musikern der Jazzaktivisten.

Erfolgreich: Falk Elstermann, Sebastian Weber und Anja Christin Winkler (v. l.) von der Initiative Leipzig plus Kultur, umringt von Musikern der Jazzaktivisten.

Leipzig. Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Aktionen im Neuen Rathaus, Pressekonferenzen, öffentliche Schreiben, Gespräche mit Politik und Verwaltung: Mit Argumenten und ihrer #kulturstark-Kampagne hat Leipzigs Freie Kulturszene den Stadtrat überzeugt, die Fördermittel deutlich zu erhöhen. Am vorvergangenen Mittwoch wurde der Beschluss gefasst, den Etat für die "Freien" um 3,6 Millionen Euro hochzuschrauben.

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„Der Stadtrat ist damit den Forderungen in vollem Umfang nachgekommen“, heißt es in einer öffentlichen Stellungnahme. Leipzig, so die Initiative „Leipzig plus Kultur“, sei damit „zum Vorreiter einer neuen Kulturpolitik geworden, die die freie Kunst und Kultur als gesellschaftliche Kraft deutlich aufwertet“.

Stundenlohn von durchschnittlich 5 Euro

Anlass für die Kampagne waren vor allem die schwierigen realen Arbeitsbedingungen im Kontrast zur hohen Bedeutung der Szene für die Stadt – 2017 erhielten laut einer Berechnung freie Künstler einen Stundenlohn von durchschnittlich 5 Euro, also klar unter dem gesetzlichen Mindestlohn. „Zahlreiche Protagonisten beispielsweise in der darstellenden Kunst leben an der Armutsgrenze und können sich nur mit Nebenjobs über Wasser halten“, so Sebastian Weber, Sprecher für die Sparte Darstellende Kunst. Zu den prominenten Fürsprechern der Freien Szene gehörten unter anderem Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

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Dass der Stadtrat nun mit großer Mehrheit für einen Aufwuchs der Fördermittel um 61 Prozent gestimmt hat, wertet die Initiative als wegweisenden Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik, mit dem sich Leipzig an die Spitze eines bundesweiten Trends zugunsten der Freien Kultur setze. Die Vertreter von „Leipzig plus Kultur“ trafen sich in dieser Woche mit Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke, um den Dialog auch zu Themen wie einer Evaluierung des Förderverfahrens oder der stärkeren Kooperation zwischen Freier Szene und städtischen Eigenbetrieben fortzusetzen.

Am Montagabend trifft sich die Sparte Darstellender Kunst, um einen neuen Sprecher zu wählen. Aus Zeitgründen tritt der auch international agierende Tänzer Sebastian Weber nicht mehr zur Wahl an.

Von Mark Daniel

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