Steigende Geburtenraten

Leipzigs Klinikum St. Georg eröffnet neue Wöchnerinnen-Station

St. Georg

Freuten sich am Eröffnungstag über die jetzt „viel schöneren Arbeitsbedingungen“ (von links): Evelyn Teichmann, Julia Vogel, Madeleine Kreuzlin, Nicole Hoffmann, Heike Kartzke, Carolin Otto und Christin Damm vom insgesamt 15-köpfigen Mitarbeiterteam auf der neuen Station.

Leipzig . Stoßseufzer eines reiferen Semesters: „Schade, dass das hier nichts für meine Altersgruppe ist“, so das Kompliment von Professor Bernhard Ruf. Der hauseigene Infektologe des St. Georg hatte gestern informationshalber bei der Eröffnung der neuen Wöchnerinnen-Station in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe vorbeigeschaut. Klinik-Chef Professor Uwe Köhler pflichtete dem Kollegen Ruf bei:„In meinem langen Berufsleben ist das die mit Abstand  schönste Station, die ich erleben konnte.“

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Wöchnerinnen-Station

Dieser junge Mann darf mit seiner Mama als einer der Ersten die neue Wöchnerinnenstation im Klinikum St. Georg bewohnen. Mit viel Wert auf das Wohlbefinden der jungen Familien achtet das St. Georg auch auf die Privatsphäre der Mütter und Neugeborenen

„Dafür haben wir auch erhebliche Eigenmittel in die Hand genommen. 250.000 Euro. Wir haben alles selbst geplant, gestaltet und – bezahlt. Ohne Fördermittel!“, betonte Iris Minde, die Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg. Zwischen November 2016 bis jetzt zum März währte der Ausbau der Station, die die Leitende Hebamme des Kreißsaals, Evelyn Teichmann, nun ebenfalls überantwortet bekam. Und nicht von ungefähr lud sie gestern anwesende Fremdlinge mal kurz „zum Flanieren“ durch ihr neues Reich ein: Helles, strahlendes Grün ist da ganz viel verstrichen worden. Es gibt im Flur einen gemütlichen Sitzbereich mit Spielecke für Geschwisterkinder. Insgesamt 39 Betten verteilen sich auf großzügige Einzel- und Zweibettdomizile plus sieben Familienzimmer (also fünf mehr als zuvor). „Wohnliches Arbeiten“ sei jetzt für die 15 Kinderkrankenschwestern, Krankenschwestern und im Georg tätigen Hebammen auf der Station möglich, hieß es. Vor allem aber habe man für Mütter und Nachwuchs „eine richtige Wohlfühlatmosphäre“ gezaubert. Was sich wohl schon herumgesprochen hat: „Bereits seit Sonntag sind alle Familienzimmer belegt“, berichtete Professor Köhler.

58 Euro Übernachtungskosten für Angehörige

Zimmer 4.237  zum Beispiel. Dort erholt sich Anke Sack gerade von der Geburt ihres Töchterchens Lene, die mitten im Doppelbett halbschlummernd Streicheleinheiten von Papa Marcus Baier (31) genießt. Lene kam vor vier Tagen zur Welt. „Per Kaiserschnitt“, so die Mama. „Und ich bin froh, dass der Papa mir nun hier etwas beistehen kann.“ Die 30-Jährige ist für einen Vergleich prädestiniert: „Vor zehn Jahren wurde im Georg bereits meine erste Tochter geboren. Ich war auch in einem Familienzimmer.  Aber hier jetzt ist alles schon vom Farbkonzept her viel heller, freundlicher. Und komfortabler ist es auch“, versichert sie, so mit Verweis auf einen Kühlschrank und das bestens ausgestattete Bad. „Toll auch, dass sich hier alles findet, was man so am Anfang benötigt. Windeln, Waschlappen ...“, fügte Vater Baier an. Zudem finde er so ein Zimmer einfach schön, weil man da in Ruhe mit so einem frisch geschlüpften, neuen Familienmitglied viel besser zusammenfinden könne. „Ich als Mann fühle mich, etwa beim Windelnwechseln, auch im Umgang mit der Kleinen unbeobachteter. Mir ist es nichts, wenn einen da dauernd wer über die Schultern guckt“, bekannte er schmunzelnd. Die Übernachtungskosten von 58 Euro, die er als Angehöriger privat zahlen müsse, finden die beiden Plaußiger okay. „Zumal ich  hier ja auch in Vollpension bin!“, so Baier.

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Angesichts steigender Geburtenraten sei der Ausbau der Wöchnerinnen-Station nicht zuletzt „eine notwendige Investition in die Zukunft“ gewesen, meinte Klinik-Chef Köhler. „Wir alle haben auf den Tag sehnsüchtig gewartet!“ Noch vor 20 Jahren, als sich die Georg-Frauenklinik im früheren Eitingon-Krankenhaus befand, kam man im Schnitt pro Jahr auf 700 Geburten. „Nach unserem Umzug 2002 in den Neubau am Eutritzscher Standort des Georg hatten wir bereits im ersten Jahr 1100, na und im Vorjahr gar 1650 Geburten. Auch dieses Jahr stimmt positiv. Bis heute Mittag sind es auch schon wieder 311“, so Köhler gestern. Wobei ein Aspekt den Zuspruch zur St. Georg-Geburtsmedizin wohl mitbefördern dürfte: Das Klinikum  profilierte sich im Laufe der Zeit immer stärker zum Beispiel auch auf Risikoschwangerschaften, Mehrlings- und Frühgeburten und auf Schwangere mit Stoffwechselstörungen. Adäquat wuchs der Einzugsbereich über die Stadt hinaus. „Viele der werdenden Mütter kommen aus dem Leipziger Norden, aber inzwischen sogar auch aus Oschatz, Torgau und selbst aus Chemnitz“, so Köhler.

Angelika Raulien

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