LVZ-Talk

Livestream zum Nachschauen: Bürgerrat will Freiheitsdenkmal auf dem Leuschner-Platz

Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen – das ist zumindest der Vorschlag des Bürgerrats. Die Vorstandsmitglieder der „Stiftung Friedliche Revolution“ Gesine Oltmanns, Rainer Vor und Michael Kölsch (von rechts) haben sich ungefähr dort positioniert, wo die Gedenkstätte später gebaut werden könnte.

Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen – das ist zumindest der Vorschlag des Bürgerrats. Die Vorstandsmitglieder der „Stiftung Friedliche Revolution“ Gesine Oltmanns, Rainer Vor und Michael Kölsch (von rechts) haben sich ungefähr dort positioniert, wo die Gedenkstätte später gebaut werden könnte.

Leipzig. Ein Bürgerrat aus 35 Leipzigerinnen und Leipzigern votiert für den Wilhelm-Leuschner-Platz als Standort eines Freiheits- und Einheitsdenkmals. Vertreter des Bürgerrates übergaben ihren Vorschlag beim LVZ-Talk am Donnerstagabend in der LVZ-Kuppel an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der Standort steht damit allerdings nicht fest – die finale Entscheidung liegt beim Stadtrat.

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Der Standortvorschlag ist ein Teil des LVZ-Talks, der am Donnerstagabend in der LVZ-Kuppel stattgefunden hat und online Live übertragen wurde. Im Mittelpunkt stand diese Frage: Was soll ein Freiheits- und Einheitsdenkmal bewirken?

Hier können Sie den Stream nachschauen:

LVZ- Talk zum Freiheitsdenkmal

LVZ- Talk zum Freiheitsdenkmal

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Wie die Stiftung Friedliche Revolution mitteilte, hat der Bürgerrat geheim über fünf Vorschläge für das Freiheits- und Einheitsdenkmal abgestimmt. Der Stadtrat solle im Juni sowohl über den Standort als auch über das Wettbewerbskonzept entscheiden. Hierfür wurde vom Bürgerrat ein Gutachten als Diskussionsgrundlage erstellt. Läuft alles nach Plan, soll am 9. Oktober 2024 mit der Realisierung des Denkmals zu begonnen werden.

„Es ist uns gelungen, mithilfe eines Bürgerrates in einem demokratischen Prozess den Standort für das künftige Denkmal zu finden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Friedliche Revolution, Rainer Vor. Das Ergebnis sei dabei ein klares Votum für den Wilhelm-Leuschner-Platz.

1000 Leipzigerinnen und Leipziger eingeladen

Das beauftragte Berliner Nexus-Institut hatte 1000 repräsentativ ausgewählte Leipziger Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen, sich am Bürgerrat zu beteiligen. Dabei sei darauf geachtet worden, dass sich der Rat aus Bewohnerinnen und Bewohnern aller Stadtteile sowie aus den drei Altersgruppen Über-50-Jährige, 35- bis 49-Jährige sowie 16- bis 34-Jährige zusammensetzt. Insgesamt 80 „Auserwählte“ folgten der Einladung. Per Zufall wurden dann 40 von ihnen ausgelost, von denen am Ende 35 tatsächlich zwischen dem 28. und 30. Januar nach Begehungen, Gesprächen und Diskussionen ihre Entscheidungen trafen. „Mit den positiven Demokratieerfahrungen der Mitglieder des Bürgerrats erfüllt das Denkmal bereits seinen Zweck, bevor es überhaupt steht“, sagte Michael Kölsch, Vorstandsmitglied der Stiftung Friedliche Revolution.

Analyse: Warum der Bau eines Freiheitsdenkmals in Leipzig so schwierig ist

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Der Beschluss, in Leipzig ein deutsches Freiheits- und Einheitsdenkmal zu errichten, wurde bereits 2008 im Bundestag gefasst. Ein erster Anlauf zur Umsetzung war jedoch 2014 gescheitert: Im Rahmen eines 2011 international ausgeschriebenen Wettbewerbs hatte sich eine Jury für die Idee von 70.000 bunten Würfeln auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz begeistert. Während einer Einwohnerversammlung und eines Online-Dialogs fand der Vorschlag jedoch wenig Anklang. Nach einer Umgestaltung der eingereichten Wettbewerbsbeiträge, deren Neubewertung sowie einer Klage der ursprünglichen Preisträger, wurde das Verfahren im Sommer 2014 gestoppt – Kosten bis dahin: knapp 550.000 Euro.

Erneuter Anlauf auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Nun also ein neuer Anlauf auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. „Die Teilnehmenden stimmten im Bewusstsein für den gleichen Standort, der bereits 2014 in der Diskussion war“, sagte Gesine Oltmanns, Vorstandsmitglied der Stiftung Friedliche Revolution. Das damalige Gegenargument, der Ort habe keinen historischen Bezug zu den Montagsdemonstrationen, sei nach Ansicht des Bürgerrates jedoch mit der Zeit verblasst.

Von Björn Meine/Anton Zirk

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