Viadukt wird Radweg

Masterplan für riesigen Parkbogen Ost in Leipzig steht

Der Rad- und Fußweg namens Parkbogen Ost soll viele Abzweige in die Wohnquartiere erhalten – außer an der bis zehn Meter hohen Trasse im Sellerhäuser Bogen.

Der Rad- und Fußweg namens Parkbogen Ost soll viele Abzweige in die Wohnquartiere erhalten – außer an der bis zehn Meter hohen Trasse im Sellerhäuser Bogen.

Leipzig. Der Masterplan für das wohl wichtigste Stadtentwicklungsvorhaben im Leipziger Osten ist fertig. Heute um 17 Uhr werden die Grundzüge für den Parkbogen Ost bei einem Bürgerforum im Freizeitreff Rabet, Eisenbahnstraße 54, vorgestellt. Seit zwei Tagen kann das fast 100-seitige Dokument auch auf der Internet-Seite der Stadt Leipzig heruntergeladen werden. Hier folgen die wichtigsten Inhalte daraus:

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Die Stadtteile Volkmarsdorf, Schönefeld, Sellerhausen, Anger-Crottendorf, Stötteritz und Reudnitz sollen durch einen Fuß- und Radweg, der meist über stillgelegte Bahnanlagen verläuft, verknüpft und besser ins überörtliche Wegenetz eingebunden werden. Angrenzende Grün- und Wohnanlagen erhalten dabei eine Aufwertung, auch zusätzliche Frei- und Spielräume. Besondere Attraktion wird der Höhenradweg über den 1875 erbauten und mehr als 200 Meter langen Viadukt in Sellerhausen. Vorbild dafür: der High Line Park in New York.

2011 berichtete die LVZ erstmals und exklusiv über die Ideen aus der Bürgerschaft, den etwa fünf Kilometer langen Parkbogen zu errichten. Nach umfangreichen Diskussionen mit den Einwohnern ist dafür jetzt der Masterplan fertig. Begonnen werden soll mit dem Sellerhäuser Bogen. Das ist ein etwa 1,5 Kilometer langer Abschnitt zwischen den nicht mehr genutzten Bahnhöfen Sellerhausen (am Ende der Eisenbahnstraße) sowie Anger-Crottendorf (Zweinaundorfer Straße). Die Stadt hat im Oktober für alle hier noch benötigten Flächen eine Vorkaufsrechtssatzung erlassen, um Spekulationen vorzubeugen. Auch schob das Baudezernat ein Bebauungsplanverfahren an. Sofern die Verkaufsverhandlungen mit der Bahn AG über deren Flächen samt Viadukt rechtzeitig zum Erfolg führen, wird die Kommune im zweiten Quartal 2017 einen Architektenwettbewerb für den Sellerhäuser Bogen starten. Zu klären sind dabei unter anderem die konkreten Nutzungen für Freiflächen oder den großen „Stadtbalkon“ auf dem Viadukt oder Bahndamm nebenan. Das erklärte Petra Hochtritt vom Amt für Stadterneuerung (ASW) bei einem öffentlichen Forum der SPD-Ortsvereine Ost und Nordost am Dienstag. „Im nächsten halben Jahr müssen wir ein großes Stück vorankommen.“

Das Bundesbauministerium hat bereits 3,3 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt. Der Aufwand allein für den Sellerhäuser Bogen wird auf 12 bis 16 Millionen Euro geschätzt. Aktuell wird der Bauzustand von Brücken und Viadukt untersucht. Das Problem: In den alten Eisenbahnbrücken wurde Thomasstahl verwendet, der bei extremen Witterungslagen ein erhöhtes Bruchrisiko aufweisen kann. Noch ist unklar, ob deswegen Brücken teilweise oder ganz erneuert werden müssen. Der gesamte Parkbogen Ost wird auf 41 Millionen Euro geschätzt, wobei die Kommune mannigfaltige Fördermöglichkeiten nutzen möchte.

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Nicht alle Ideen aus den Bürgerwerkstätten sind im Masterplan noch enthalten. Aus Kostengründen oder wegen sehr schwieriger Eigentums- und Umweltfragen (etwa bei Vopelius-Chemie an der Torgauer Straße) wurden folgende Projekte gestrichen: ein Naturgleispark am ehemaligen Postbahnhof, das Café Stellwerk und ein Spielplatz am Gleisdreieck, ein Klettergarten und urbanes Wäldchen am Polygraph-Areal in Anger-Crottendorf, ein Kulturschuppen im früheren Eilenburger Bahnhof. Nicht gestrichen, aber unklar bleibt die Zukunft der Ex-Feuerwache Ost an der Gregor-Fuchs-Straße. Dort könnte a) die Parkbogen-Zentrale samt einem Bauhof, b) eine Schwimmhalle oder c) der neue Sitz der Leipziger Stadtreinigung einziehen.

Der Südabschnitt von Johannisplatz bis Bahnhof Anger-Crottendorf ist seit Jahren fertig. Dort sollen aber bessere Anbindungen zum sonstigen Verkehrsnetz geschaffen sowie der stark genutzte Radweg im Lene-Voigt-Park verbreitert oder separiert werden. Für die „Nordspange“ vom Bahnhof Sellerhausen bis zum Hauptbahnhof gibt es im Masterplan zwei Varianten (siehe Karte), über die erst später entschieden wird.

Von Jens Rometsch

LVZ

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