Premiere am 26. Juli

„Mein Leipzig lob‘ ich mir“ leuchtet künftig mit LED-Technik

Die Leuchtreklame "Mein Leipzig lob' ich mir" wird bei Caralux in Rackwitz im Auftrag der Höfe am Brühl denkmalgerecht restauriert.

Die Leuchtreklame "Mein Leipzig lob' ich mir" wird bei Caralux in Rackwitz im Auftrag der Höfe am Brühl denkmalgerecht restauriert.

Leipzig. Noch wird gelötet, müssen meterweise LED-Schläuche eingezogen werden. Doch am 26. Juli ist es endlich soweit: Leipzigs berühmteste Leuchtreklame „Mein Leipzig lob‘ ich mir“ kehrt in die City zurück, erstrahlt dann vom Dach der Höfe am Brühl. Der Auftraggeber und das Restauratoren-Team von Caralux LED- und Neontechnik gaben am Donnerstag Einblick in den Stand der Arbeiten.

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Ein Teil der überdimensionalen Buchstaben liegt schon wie neu in den Werkstatt-Hallen in Rackwitz. Das sonnige Gelb entspricht dem historischen Vorbild von 1967. „So konnten wir es alten Unterlagen entnehmen“, erklärt Caralux-Chef Gerd Martin. Im Hintergrund stapeln sich verblasste Lettern, warten aufs Entrosten und Sandstrahlen. Danach werden durchlöcherte Bleche repariert, bevor es in die Lackiererei geht.

Betriebsleiter Uwe Leuthäußer (54) hat auf alles ein Auge. Für ihn ist die Restaurierung auch ein Stück Familiengeschichte: Vater Herbert (92) hat als Neonglasbläser den rund 100 Meter langen Schriftzug mit geschaffen. Bis 2007 prangte das Werk auf den Brühl-Wohnblöcken. Dann ließ die LWB die DDR-Plattenbauten abreißen. Die Leuchtreklame verschwand im Lager.

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Restaurator Uwe Leuthäußer, Caralux-Chef Gerd Martin und Robin Spanke, Center-Manager der Leipziger Höfe am Brühl, geben Einblick in die Rest

Restaurator Uwe Leuthäußer, Caralux-Chef Gerd Martin und Robin Spanke, Center-Manager der Leipziger Höfe am Brühl, geben Einblick in die Restaurierung der Leuchtreklame „Mein Leipzig lob’ ich mir“.

„Wir freuen uns riesig, dass wir Leipzig dieses Wahrzeichen bald zurückgeben können“, sagt Center-Manager Robin Spanke. Rund 400.000 Euro investierten die Höfe am Brühl, damit der beliebte Leuchtschriftzug von 1967 historisch korrekt und mit modernster Technik seinen Platz im Herzen der City und der Leipziger wieder einnehmen kann.

Rund zwei Wochen brauchen die Fachleute im Sommer für die Montage. Der schwere Schriftzug wird dann auf 40-Tonnern nach Leipzig gekarrt und mit schwerem Gerät auf das Dach des Shoppingcenters gehievt. Die Statik des Gebäudes sei von vornherein auf die Last ausgelegt worden, erklärt Spanke. Für die Vorarbeiten wird auf dem Dach jetzt schon ein Gerüst aufgebaut, das von außen nicht sichtbar ist.

Willkommen in Leipzig - die Leucht-Grußbotschaft kommt zurück in die City

Willkommen in Leipzig - die Leucht-Grußbotschaft kommt zurück in die City.

Und so sieht es aus, wenn alles fertig ist: Das Goethe-Zitat strahlt wie 1967 in Richtung Innenstadt, die Willkommensgrüße in Englisch, Russisch und Französisch werden in Richtung Hallisches Tor aufs Dach montiert. An der Ecke zum Ring findet das riesige Leipziger Stadtwappen seinen Platz und die Worte „Willkommen in Leipzig“ werden mit Blick zum Ring aufgestellt – und sollen wie einst Besucher grüßen, die vom Hauptbahnhof kommen.

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Mit Hilfe eines Krans wurde die DDR-Leuchtreklame auf dem Brühl 2007 demontiert

Mit Hilfe eines Krans wurde die DDR-Leuchtreklame auf dem Brühl 2007 demontiert.

Stolz sind alle Beteiligten auf die energiesparende Leucht-Technik mit einer ausgeklügelten elektronischen Steuerung des Schriftzugs. Die LED-Schläuche werden so befestigt, dass sie ihr Licht rundum abgeben können – genauso wie die alten Neonröhren. „Von unten wird man in der Wirkung keinen Unterschied sehen“, verspricht Martin. Um das sicherzustellen, wurde ein Test-Buchstabe auf das Brühl-Dach gebracht. Leuchtproben bei Tag und bei Nacht folgten, bis Denkmalschutz und Auftraggeber überzeugt waren.

Lichtempfindliche Sensoren sorgen künftig dafür, dass die Reklame bei Dämmerung eingeschaltet wird. Mit der Installation lösen die Höfe am Brühl dann im Juli auch ein städtebauliches Versprechen ein. Täglich um 22 Uhr geht aber für den gesamten Schriftzug das Licht aus. „Darauf haben wir uns mit dem Marriott-Hotel geeinigt“, sagt Spanke.

Eigentlich sollte das Licht für die historische Leuchtreklame auf den Höfen schon 2012 wieder angehen. Das angrenzende Marriott-Hotel fürchtete aber, dass der Schriftzug in die Zimmer scheinen und den Schlaf der Gäste stören könnte. Doch der Rechtsstreit konnte nach einem Besitzerwechsel 2017 mit der TLG Immobilien beigelegt werden. „Das Verhältnis ist jetzt sehr kooperativ“, sagt Spanke. Und wer weiß, sollte das Marriott nichts dagegen haben, könnte der Schriftzug komplett oder in Teilen auch länger leuchten. Ganz dezent.

Von Evelyn ter Vehn

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