Polizeichef im Ruhestand

Mettigel und Anekdoten – Merbitz sagt Adieu

Leipzig Polizeipräsident Bernd Merbitz geht in den Ruhestand und wechselt als Politiker der CDU ins politische Lager. Viele Weggefährten, Politiker und Personen der Stadtgesellschaft waren bei der privaten Verabschiedung im Neuen Rathaus am Freitag dabei.

Leipzig Polizeipräsident Bernd Merbitz geht in den Ruhestand und wechselt als Politiker der CDU ins politische Lager. Viele Weggefährten, Politiker und Personen der Stadtgesellschaft waren bei der privaten Verabschiedung im Neuen Rathaus am Freitag dabei.

Leipzig. Zum Abschied gab es Mettigel und Brötchen: Leipzigs scheidender Polizeipräsident Bernd Merbitz (62) hatte sich für seine Feier mit rund 250 hochrangigen Gästen am Freitag im Neuen Rathaus vom Backhaus Peter Wentzlaff ausdrücklich ein handwerklich-rustikales Büfett gewünscht. Und wer ihn kennt, weiß: Kaum etwas passt besser zu dem gebürtigen Thüringer, der als Streifenpolizist im Leipziger Osten anfing, später Major der DDR-Volkspolizei, Sachsens Landespolizeipräsident und schließlich Chef der Polizeidirektion Leipzig wurde.

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„Bernd Merbitz war für unsere Stadt ein Glücksfall“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Er war mit heißem Herzen für Leipzig im Einsatz.“ Sein Engagement und seine klaren Worte hätten ihm jedoch nicht nur viel Anerkennung, sondern auch den Titel „Deutschlands meistgehasster Polizist“ eingebracht. „Wie kann es sein, dass ein Polizeipräsident Polizeischutz braucht?“, fragte Jung. Merbitz, der „Vollblutpolizist“, habe erkannt, dass sich gesellschaftliche Probleme nicht mit polizeilichen Mitteln lösen lassen, hob Innenminister Roland Wöller (CDU) hervor. Deshalb engagiere er sich in den unterschiedlichsten Funktionen.

Entschuldigung an Familie

Für seine Familie sei das in all den Jahren alles andere als leicht gewesen, räumte der scheidende Polizeichef, Vater von zwei Töchtern und einem Sohn, ein. „Ich war nur sehr wenig für sie da und es tut mir aufrichtig leid“, entschuldigte er sich sichtlich gerührt. Allerdings, so merkte er kurz darauf launig an, „wenn ich dann in Pension bin, geht das trotzdem so weiter“. Bekanntlich kandidiert Merbitz bei der kommenden Landtagswahl für die CDU. Anekdote reihte sich an Anekdote, als er vor seinen geladenen Gästen – unter ihnen Mitglieder der Landesregierung, Bundes- und Kommunalpolitiker sowie die Chefetage von RB Leipzig – auf die Höhepunkte und manche harsche Auseinandersetzung in seinen 44 Dienstjahren zurückblickte.

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„Ich bin froh, dass ich Ecken und Kanten habe“, meinte er. Trotz zum Teil massivster Drohungen gegen sich und seine Familie lasse er sich nicht verbiegen. Und ein Ruhestand in Pantoffeln sei mit ihm ohnehin nicht zu machen. Einen Schritt in die Karriere nach der Karriere hatte er, wie berichtet, bereits im September vorigen Jahres vollzogen, als er zum neuen Präsidenten des SC DHfK gewählt worden war. „Mensch Bernd“, habe er da gedacht, „da bleibste ja doch Präsident!“

Merbitz im Interview: „Mir ging immer alles viel zu langsam“

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz sagt nach 44 Dienstjahren „Auf Wiedersehen“ – im LVZ-Interview blickt der 62-Jährige zurück und spart dabei auch nicht mit Kritik. Ihm hat offenbar einiges auf der Seele gebrannt. Lesen Sie hier das gesamte Interview.

Von Frank Döring

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