Debatte um Beschallung

Nagel: Klassische Musik löst Probleme am Leipziger Hauptbahnhof nicht

An den Eingängen des Hauptbahnhofes läuft seit mehreren Monaten klassische Musik.

An den Eingängen des Hauptbahnhofes läuft seit mehreren Monaten klassische Musik.

Leipzig. Die Debatte um die Beschallung der Eingänge des Leipziger Hauptbahnhofes geht weiter: Seit Mai 2017 läuft dort klassische Musik. Laut Centermanager Thomas Oehne lediglich, um das "Ambiente der Musikstadt Leipzig unterstützen zu wollen. Kritiker befürchten allerdings, dass mit der Beschallung gezielt Bettler und Obdachlose von den Plätzen vor dem Eingang vertrieben werden sollen.

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Nun liegt eine Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage von Stadträtin Juliane Nagel (Linke) vor: Darin bestreitet die Kommune, dass die Beschallung öffentlicher Räume ein „ordnungspolitisches Mittel“ ist. Gleichzeitig sieht die Stadt Probleme „durch übermäßigen Alkoholkonsum und gruppendynamische Prozesse“. So würden verschiedene Personengruppen ihre Notdurft in der Nähe des Einganges zum Hauptbahnhof verrichten, das Areal vermüllen und Passanten auf dem Gehweg herumliegen. „In den letzten Jahren haben sich die Beschwerden von Bahnreisenden und Besuchern des Leipziger Hauptbahnhofes weiter erhöht“, heißt es in dem Antwortschreiben.

Laut Stadträtin Nagel gehe aus dem Schreiben allerding sehr wohl hervor, dass die Musikbeschallung zur Vertreibung von störenden Personen eingesetzt wird. Etwa, wenn die Stadt schreibt, mit der Musik „die Aufenthaltsqualität des Standortes zu verbessern“. Nagel sieht in den klassischen Klängen allerdings kein nachhaltiges Mittel, „weder für die, die Interesse an Ruhe und Ordnung haben, noch die, die ihre Wohnung aus sozialen Gründen in den öffentlichen Raum verlagern“. Dies zeige sich daran, dass die trinkenden und bettelnden Menschen sich lediglich in Richtung des Kleinen Willy-Brand-Platzes verlagerten.

luc

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