Gleichstellungsministerin Köpping

Neues Antidiskriminierungsbüro in Leipzig

Ministerin Petra Köpping  (SPD, links) und ADB-Leiterin Sotiria Midelia im neuen Antidiskriminierungsbüro.

Ministerin Petra Köpping (SPD, links) und ADB-Leiterin Sotiria Midelia im neuen Antidiskriminierungsbüro.

Leipzig. Das Antidiskriminierungsbüro (ADB) Sachsen hat gestern in Leipzig seine Hauptgeschäftsstelle eröffnet. Künftig sollen sich dort im Rahmen eines Modellprojektes 15 – zumeist in Teilzeit beschäftigte – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Rechte von Schwulen, Lesben Behinderten, Flüchtlingen, aber auch Alleinerziehenden, Behinderten, Gemobbten und Bedrohten kümmern, ihnen Rat und Hilfe im Alltag geben. Bisher verfügte Leipzig nur über eine kommunale Beratungsstelle mit einer halben Personalstelle.

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Neues Antidiskriminierungsbüro in Leipzig!

Leipzig, 22.03.2018: Aktiv gegen Diskriminierung. Gemeinsam mit der Sächsischen Staatsministerin für Integration und Gleichstellung wurde am Donnerstag das Antidiskriminierungsbüro in der Seeburgstraße eröffnet.

Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) sagte, es sei ein langer und kein einfacher Weg gewesen, die Einrichtung ins Laufen zu bringen. Nun aber nehme Sachsen eine Vorreiterrolle ein. Die Koalition von CDU und SPD in Sachsen habe bereits 2014 im gemeinsamen Koalitionsvertrag beschlossen, der Antidiskriminierungs-Charta des Bundes beizutreten. Das sei 2017 geschehen und mit einem Maßnahmepaket unterstützt worden.

In Richtung des früheren sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) kritisierte Köpping, sie sei sie enttäuscht gewesen, dass sie die Charta selbst unterschreiben musste: „Vielleicht können wir mit dem neuen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer noch einmal einen Anlauf unternehmen. Wir sind das einzige Bundesland, in dem der Ministerpräsident nicht unterschrieben hat.“ Köpping sprach von „einem kleinen Stachel“, weil es nicht nur um Gleichstellung, sondern um Diskriminierung insgesamt gehe.

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„Diskriminierung aber kann jeden treffen“, so die Ministerin. Gleichzeitig kündigte sie an, dass bis zum Sommer zwei weitere Beratungsstellen in Dresden und Chemnitz folgen sollen, deren Aufgabe es auch sei, in die Region hineinzuwirken. Zunächst bis 2020 werden Bund und Freistaat pro Jahr 500 000 Euro zur Verfügung stellen, um das Projekt am Laufen zu halten.

Leipzigs ADB-Geschäftsführerin Sotiria Midelia sagte, die Beratungsstelle in der Seeburgstraße 20 ermögliche eine wohnortnahe Beratung. „Das Projekt ist deutschlandweit einzigartig“, schwärmte sie. Künftig sollen auch neue Formen der Beratung, beispielsweise über das Internet, getestet werden. Die Beratungsstelle hat wochentags von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet und ist unter 0341 3039492 oder über beratung@adb-sachsen.de erreichbar.

Von Roland Herold

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