"Nick ist der Star" - Leipziger Großfamilie macht das Dutzend voll

Nick ist der jüngste Sproß von Simone Rübenack und Ronny Reinhardt. Die elf Geschwister freuen sich über das Baby.

Nick ist der jüngste Sproß von Simone Rübenack und Ronny Reinhardt. Die elf Geschwister freuen sich über das Baby.

Leipzig. Er kam am 20. Juni zur Welt - und ist seitdem der Star der Familie, wie Mutter Simone Rübenack (36) erzählt. „Jeder will ihm mal die Flasche geben.“

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Ob Nick „nur“ mit Cindy, Sebastian, Laura, Sarah, Andy, Philip, Annalena, Franziska, Patrick, Nico und Jonas aufwachsen wird, oder noch ein Geschwisterchen bekommen könnte, lassen die Eltern offen. „Eingeplant ist es nicht“, sagt Ronny Reinhard (35) nur. Nick jedenfalls sei geplant gewesen.

Für den Vatern ändert sich nicht viel. Auch künftig muss er eine Großfamilie versorgen und dafür einigen logistischen Aufwand betreiben.

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„Wir holen immer zwölf Toastbrote, acht Brote und fünf Gläser Marmelade“, beschreibt der 35-Jährige seinen Wochenendeinkauf. Die Vorräte reichten meist bis zum Montag, die Marmelade vielleicht auch ein bisschen länger.

Wie kommt man auf die Idee, sich Kinder in Fußballmannschafts-Stärke plus Auswechselspieler zuzulegen? „Kinder sind einfach was Schönes“, sagt Reinhard und klingt dabei ziemlich überzeugt. Für ihn und Simone sei von Anfang an klar gewesen, dass sie viele Kinder haben wollen. Er selbst sei mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Simone Rübenack dagegen kennt nichts anderes als die Großfamilie; sie seien früher 14 zu Hause gewesen, berichtet sie.

Familie Rübenack/Reinhard ist in Deutschland die absolute Ausnahme. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2010 in Deutschland knapp 11,8 Millionen Familien. In mehr als der Hälfte davon wuchs ein einziges Kind auf. Ganze 10.000 oder 0,1 Prozent aller Familien hatten sieben oder mehr Kinder.

Wenn sich der Nachwuchs fertig macht für einen Spaziergang, brauchen die Eltern vor allem eines: starke Nerven. Beim Jacke- und Schuhe- Anziehen rufen alle durcheinander: „Mutti, ich hab Dein Handy!“, „Mutti, der Nico hat gesagt...!“, „Mutti, Laura hat kein T-Shirt an!“ Simone Rübenack bleibt in dem Trubel gelassen - und irgendwann sind tatsächlich alle elf ausgehfertig.

Finanziell ist es für die Großfamilie schwierig. Die Eltern arbeiten nicht. Vater Ronny ist gelernter Maler, kann seinen Beruf nach eigener Auskunft aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben. Mutter Simone hat Hotelfachfrau gelernt und ein paar Jahre in Leipzigs größtem Hotel gearbeitet. Als jedoch die ersten Kinder kamen, „ging das nicht mehr“, sagt sie. So sind sie auf staatliche Unterstützung angewiesen. Kindergeld gebe es 2160 Euro im Monat, die Miete für die Wohnung bezahle das Amt, sagt Reinhard.

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Luxus ist nicht drin, im Gegenteil. Die Möbel in der Wohnung sind abgewetzt, die vielen Kinderhände haben an den weißen Wänden ihre Spuren hinterlassen. Ein Auto hat die Familie nicht.

Ein gemeinsamer Urlaub an der Ostsee sei ihr größter Wunsch, sagen sie. Simone Rübenack wünscht sich außerdem, dass ihre Kinder in der Schule klarkommen. Die Größte, Cindy, sei auf einem guten Weg. Sie besucht die Mittelschule und will Altenpflegerin oder Malerin werden. Und die 13-Jährige weiß auch schon genau, was sie später mal nicht will: eine so große Familie wie ihre eigene.

mro/dpa

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