Vandalismus

Paulinerkirchen-Modell geschändet – Verein ist erschüttert

Unbekannte haben ein Türmchen abgebrochen, das den Vorgängerbau zierte.

Unbekannte haben ein Türmchen abgebrochen, das den Vorgängerbau zierte.

Leipzig. Entsetzen beim Paulinerverein: Das Bronzemodell der alten Universitätskirche, das die Vereinsmitglieder zur Erinnerung an die Sprengung im Jahr 1968 dicht vor dem Neubau aufstellen ließen, wurde von Vandalen stark beschädigt. Unbekannte haben ein Türmchen abgebrochen, das den Vorgängerbau zierte. Bemerkt wurde der Frevel beim festlichen Gottesdienst, mit dem am Wochenende das erste Kirchweihfest in der neuen Universitätskirche gefeiert wurde.

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„Der Dachreiter wurde offenbar gezielt mit Werkzeug abgesägt“, berichtete der erschütterte Vereinsvorsitzende Ulrich Stötzner. Das Motiv dafür gebe den Vereinsmitgliedern Rätsel auf. „Für Buntmetalldiebe ist das kleine Stück Bronze eigentlich nicht von Belang“, glaubt der Vorsitzende. „Die Sprengmeister vom 30. Mai 1968 haben armselige Nachahmer gefunden.“ Dann zitierte er Bertolt Brecht: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Bronzegießer Bert Noack und sein Mitarbeiter Marco Wegner hatten ein halbes Jahr lang an dem 100 Kilogramm schweren Modell gearbeitet. Am 30. Mai 2015 war es am Augustusplatz enthüllt worden. Erklärtes Ziel der Vereinsmitglieder war es, mit dem Modell an die Vernichtung von St. Pauli zu erinnern. Die Kosten von rund 50.000 Euro übernahmen damals der Paulinerverein und die Stadt Leipzig.

Von Andreas Tappert

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